Probiotisches Milchgetränk

Kefir ist gesund für Sie, aber ein gefährliches Detail macht es kompliziert

Kefir regt die Verdauung an, enthält Calcium und Vitamine. Er lässt sich zudem in wenigen Schritten selbst herstellen.
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Kefir regt die Verdauung an. Das joghurtähnliche Milchprodukt enthält viel Calcium und jede Menge Vitamine.

Wenn Sie Naturjoghurt mögen, dann sind Sie wahrscheinlich auch Fan von Kefir. Das probiotische Milchprodukt ist äußerst gesund - birgt allerdings eine Gefahr.

  • Kefir hat wie Naturjoghurt viele gesunde Effekte für den Menschen.
  • Das Milchgetränk kann sich äußerst wohltuend auf die Darmflora auswirken.
  • Enthält die Ernährung zu viele probiotische Lebensmittel, kann das Probleme im Gehirn* verursachen.

Genau wie Joghurt ist Kefir ein fermentiertes Milchprodukt, das Menschen in verschiedenen Teilen der Welt seit Jahrhunderten genießen. Als die gesundheitlichen Vorteile fermentierter Lebensmittel Anfang der 2000er Jahre vermehrt Schlagzeilen machten, fand auch Kefir immer öfter den Weg in die Regale der Geschäfte. Das Milchgetränk, welches Naturjoghurt sehr ähnlich ist, gilt gemeinhin als sehr gesund. Doch die meisten kennen nur die positive Wirkung von probiotischer Ernährung für den Darm. Die Sache hat allerdings einen gefährlichen Haken.

Aus was besteht das Milchprodukt Kefir?

Grundbestandteil von Kefir ist Kuh- oder Ziegenmilch. Wenn Kefir hergestellt wird, werden dieser Milch Kefirpilze oder sogenannte Kefirknöllchen zugesetzt. Diese lassen den Milchzucker vergären. Zudem zersetzen sie den schwer verdaulichen Stoff Kasein und bewirken, dass sich Kohlen- und Milchsäure sowie geringe Mengen Alkohol bilden.

Der Reifeprozess des Kefir dauert etwa 24 Stunden. Anschließend werden die Kefirknöllchen entfernt. Sie können wiederverwendet werden. Traditionell stammt die Kefirherstellung aus dem Kaukasus. Von dort aus hat sie sich im späten 19. Jahrhundert rund um die Welt verbreitet. Der Name leitet sich dabei aus dem Türkischen ab. Das Wort „keyif“ bedeutet dort „Wohlbefinden“. Das Getränk sieht optisch ähnlich aus wie Milch und schmeckt etwas saurer als Joghurt. Es hat eine dickflüssige, leicht sprudelige Konsistenz.

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Warum trägt Kefir zu einer gesunden Ernährung bei?

Das fermentierte Milchgetränk enthält reichlich Calcium, Magnesium und Phosphor sowie zahlreiche Vitamine wie beispielsweise B12, B2 und Vitamin D. Je nachdem, welche Milch zur Herstellung von Kefir verwendet wird, verändert sich der Nährstoffgehalt des joghurtartigen Milchprodukts. Zudem enthält Kefir mehrere bioaktive Stoffe. Diese verstärken, wie Eatsmarter beschreibt, seine gesundheitlichen Vorteile.

Bei der so genannten Fermentation läuft ein chemischer Prozess ab, der organische Stoffe in Säuren, Gase oder Alkohol umwandelt. Durch ihn enthält Kefir Mikroorganismen, die sich im Allgemeinen positiv auf die Gesundheit auswirken. Diese nennt man Probiotika. Wie Mashed erläutert, sind dies natürliche Bakterien und Hefen, die im menschlichen Körper leben. Im Fall von Kefir handelt es sich hauptsächlich um Milchsäurebakterien. Die Bakterien beeinflussen die Darmflora. Im Idealfall sorgen sie für deren Gleichgewicht, welches für ein intaktes Immunsystem und eine gute Verdauung so wichtig ist.

Auf diese Weise können Probiotika nicht nur Durchfall vorbeugen - sondern auch vor Magen-Darm-Erkrankungen wie Magengeschwüren oder Reizdarm schützen. Manche der Probiotika im Kefir schützen auch vor Infektionen, zum Beispiel Lactobacillus. Sie verhindern das Krankheitserreger wie Salmonellen oder Kolibakterien wachsen und so dem Organismus schaden können. Mit zwischen 30 und 50 Bakterienstämmen enthält Kefir die meisten Probiotika aller natürlich fermentierten Lebensmittel.

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Durch dieses Detail kann Kefir zur Gesundheitsgefahr werden

Doch genau da lauert eine mögliche Gefahr. Denn immer wieder kommt es aufgrund von Probiotika zu einem unschönen Phänomen. Die Bakterien können die Darmflora nämlich auch gehörig durcheinanderbringen. Dies hat Verwirrtheit, Konzentrationsprobleme, Blähungen und Magenschmerzen zur Folge. Wie Spektrum schreibt, förderten Untersuchungen Erschreckendes zu Tage: Bei Betroffenen, die regelmäßig probiotikahaltige Lebensmittel konsumierten, hatten sich riesige Lactobacillus-Kolonien im Dünndarm gebildet. Diese produzieren große Mengen an D-Milchsäure, welche die Neuronen im Gehirn angreift. Das schädigt das Gedächtnis, das Zeitgefühl und auch grundlegende Denkprozesse.

Im Dünndarm werden normalerweise durch das dort typische Mikrobiom nur geringe Mengen an D-Milchsäure produziert. Diese wiederum stellen für den Organismus kein Problem dar. Lactobacillus aus Probiotika hingegen, wandeln den in der Nahrung enthaltenen Zucker um und erzeugen dabei die D-Milchsäure: Die Säure gelangt durch die Darmwand ins Blut und so schließlich bis ins Gehirn. Aufgrund dessen sollten Lebensmittel, die viele Probiotika enthalten, eher als Arznei betrachtet werden - und weniger als unbedenkliches Nahrungsergänzungsmittel. Konsumieren Sie daher auch Kefir lieber in Maßen. (cs) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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