Wichtiger Faktor

Sie wollen Gewicht verlieren? Diesen Fehler beim Abnehmen sollten Sie nicht machen

Sie ernähren sich gesund, treiben Sport und dennoch wollen die Kilos einfach nicht purzeln? Dann machen Sie vielleicht einen entscheidenden Fehler.

Wenn Sie sich an eine gesunde Ernährung* halten und regelmäßig Sport treiben, aber dennoch nicht wie erhofft abnehmen, könnte ein anderer Faktor der Grund dafür sein. Der wird nämlich häufig im Zusammenhang mit Abnehmen übersehen. Stellen Sie sich doch mal die Frage: Schlafen Sie genug? Ausreichend Schlaf spielt nämlich eine wichtige Rolle beim Abnehmen. Warum das so ist, erklären wir Ihnen hier.

Wie hängt Schlafen mit Gewichtsabnahme zusammen?

Wenn wir schlafen, werden verschiedene Hormone freigesetzt, zum Beispiel Melatonin: Wenn es dunkel ist, wird es verstärkt ausgeschüttet und gibt dem Gehirn das Signal: Es ist Schlafenszeit. Wir werden müde. Wichtig für das Thema Abnehmen sind allerdings zwei andere Hormone: Leptin und Ghrelin. Dabei handelt es sich um zwei Gegenspieler. Leptin ist das sogenannte Sättigungshormon: Wenn man viel Leptin im Körper hat, ist man eher satt. Ghrelin hingegen fördert Appetit.

Grundsätzlich hat der Körper beim Schlafen das Ziel durchzuschlafen. Wenn wir also ein paar Stunden schlafen, schüttet der Körper Leptin verstärkt aus und unterdrückt Ghrelin, damit wir nicht vor Hunger aufwachen. Wenn wir zu kurz schlafen, kommt es nicht oder kaum zur Hormonausschüttung – dadurch wachen Kurzschläfer hungriger auf als Langschläfer. Dadurch wiederum essen die Kurzschläfer mehr und nehmen eher zu. Das Hormon Ghrelin verhindert außerdem auch den Fettabbau, es ist also in doppelter Hinsicht schlecht, wenn man abnehmen will.

Ein weiterer Faktor, der Kurzschläfer beeinflusst: Wenn man wenig schläft, also früher aufsteht, ist der Tag länger, man wird also verleitet, mehr oder öfter zu essen. Wie eine Studie von 2019, die im Journal of Neuroscience erschienen ist, berichtet gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Schlafmangel und dem neuronalen Belohnungssystem im Gehirn: Wer zu wenig schläft, greift eher zu fettigen und süßen Lebensmitteln anstatt sich gesund zu ernähren.

Auch interessant: So purzeln die Pfunde: Mit Intervallfasten in einer Woche fünf Kilo abnehmen.

Abnehmen durch Schlaf: Kurzschläfer nehmen eher zu als Langschläfer

Ein weiteres Problem für Kurzschläfer: Wer zu wenig geschlafen hat, fühlt sich schlapp und müde, bewegt sich dann am Tag weniger, verbrennt also auch weniger Kalorien. Die Muskeln sind bekanntermaßen ebenfalls wichtig fürs Abnehmen. Muskeln sind besser als Fettgewebe, denn sie brauchen mehr Energie: je mehr Muskeln, desto höher ist der Grundumsatz. Das bedeutet, man braucht mehr Kalorien zum Leben und kann mehr essen.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Wenn Sie weniger essen, haben Sie ein größeres Defizit und nehmen ab. Deshalb ist es gut, viele Muskeln zu haben. Aber auch dabei ist kurzer Schlaf nicht gerade förderlich: Muskeln regenerieren sich normalerweise nachts. Wenn man zu kurz schläft, kann es sogar zum Muskelabbau kommen.

Wer abnehmen will ohne sich durch eine strikte Diät zu quälen, der startet nach dem richtigen Maß an Schlaf am besten mit ein paar gesunden Routinen in den Tag. Ein wichtiger Faktor dabei ist die morgendliche Mahlzeit. Welche Routinen rund ums Frühstück langfristig beim Abnehmen helfen, erklärt 24garten.de*.

Weiterlesen: Bewusst essen und dabei abnehmen: Schlank mit dem Ernährungstrend Clean Eating.

Wie lange sollte man schlafen, wenn man abnehmen will?

Wenn wir von Langschläfern und Kurzschläfern reden, meinen wir nicht, dass Sie bis mittags im Bett bleiben sollen. Zu viel Schlaf ist ebenfalls nicht gesund. Aber: Ein ausreichender Schlaf von sieben bis neun Stunden pro Nacht kann hilfreich beim Abnehmen sein, da der Körper dann genug Zeit hat, um die genannten Hormone auszuschütten und die Muskeln sich regenerieren können. Neben der Dauer ist auch die Qualität des Schlafs wichtig: Schlafen Sie in einem abgedunkelten, kühlen Raum und achten Sie darauf, beim Einschlafen keine Einflüsse wie Fernsehen laufen zu lassen. (mad) *Merkur.de und 24garten.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Quellen: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC535701/; https://eurekalert.org/pub_releases/2018-01/kcl-sfl010818.php

Lesen Sie auch: Darum kann es gefährlich sein, wenn Sie mehr als acht Stunden schlafen.

Was tun bei Heißhunger auf Chips und Schokolade?

Heißhunger hat meist fett- und kohlenhydratreiche Nahrung im Blick - das kommt aus Zeiten, als der Körper für Hungerzeiten vorbeugen musste. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Heißhunger hat meist fett- und kohlenhydratreiche Nahrung im Blick - das kommt aus Zeiten, als der Körper für Hungerzeiten vorbeugen musste. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose
Adrian Meule ist Ernährungspsychologe an der LMU München und der Schön Klinik Roseneck Prien. Foto: Adrian Meule/dpa-tmn
Adrian Meule ist Ernährungspsychologe an der LMU München und der Schön Klinik Roseneck Prien. Foto: Adrian Meule/dpa-tmn © Adrian Meule
Maike Ehrlichmann ist Ernährungswissenschaftlerin und zertifizierte Ernährungsberaterin in Hamburg. Foto: Magdalena Rodziewicz/dpa-tmn
Maike Ehrlichmann ist Ernährungswissenschaftlerin und zertifizierte Ernährungsberaterin in Hamburg. Foto: Magdalena Rodziewicz/dpa-tmn © Magdalena Rodziewicz
Antje Gahl ist Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Foto: DGE Bonn/dpa-tmn
Antje Gahl ist Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Foto: DGE Bonn/dpa-tmn © DGE Bonn
Bei Heißhunger-Attacken kann man bewusst auf gesunde Snacks umschwenken. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Bei Heißhunger-Attacken kann man bewusst auf gesunde Snacks umschwenken. Foto: Christin Klose/dpa-tmn © Christin Klose

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Jens Kalaene

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