Experte rät

Achten Sie auf zwei Dinge - und Sie können Herzinfarkt vermeiden

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Wer auf Risikofaktoren achtet, kann einen Herzinfarkt vermeiden.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Dabei sind sie größtenteils vermeidbar. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Insbesondere ein ungesunder Lebensstil führt dazu, dass sich sogenannte Wohlstandserkrankungen in Deutschland immer stärker ausbreiten. So zeigte bereits die Interheart-Studie vor einigen Jahren eindrucksvoll, dass ein Großteil der Herzinfarkte auf die jeweilige Lebensform zurückzuführen ist. Doch wie lässt sich diese positiv beeinflussen und das Herz zugleich stärken? Das hat Experte Dr. Stefan Waller gegenüber dem Online-Portal herzklappenhilfe.de nun verraten.

Krankes Deutschland

"60 Prozent der Deutschen bewegen sich täglich weniger als 30 Minuten", erklärt der Berliner Kardiologe, Autor des Buchs "Der Dr. Heart Herzcoach". "Gleichzeitig wird immer mehr fett- und kalorienreiches, meist industriell gefertigtes Essen zu sich genommen." Auch chronischer Stress mit seinen Folgeerkrankungen ist zu einer der größten Belastungen der Volksgesundheit geworden.

Zahlreiche Studien belegen, dass diese Entwicklung die Ursache für den rasanten Vormarsch unserer heutigen Wohlstandserkrankungen darstellt. Dazu zählt neben Fettsucht und Diabetes vor allem auch die Arteriosklerose. Hierbei handelt es sich um eine im Laufe des Lebens zunehmende Verhärtung, Verkalkung und Verengung der Arterien. Sie ist die häufigste Ursache von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die unter anderem einen Infarkt sowie eine Herzinsuffizienz begünstigen.

Wunderwerk Körper

Auch wenn eine Arteriosklerose im Laufe jedes Lebens fortschreitet, kann die Geschwindigkeit, mit der unsere Blutgefäße altern beziehungsweise sich verengen, in ganz entscheidendem Ausmaß durch einen entsprechenden Lebensstil mitbestimmt werden.

"Unser Körper ist ein unglaubliches Wunderwerk, das leider nicht für unser heutiges Leben perfektioniert wurde, sondern für jenes unserer Vorfahren", erklärt Dr. Waller. "In den vielen Jahrtausenden der menschlichen Evolution, in denen das Überleben immer auch von Nahrungsmangel bedroht war, wurde unser Körper darauf trainiert, zugeführte Kalorien bestmöglich zu verwerten und sich stets Reserven für schlechte Zeiten anzulegen."

Dieses ausgeklügelte genetische Programm trifft auf eine nicht mehr wiederzuerkennende Umwelt, in der es beispielsweise zu jeder Tages- und Nachtzeit Kalorien im Überfluss gibt, die per Lieferservice ohne jegliche Anstrengung direkt nach Hause kommen. Auch anhaltende Stressfaktoren im Berufs- und Privatleben sowie ein übermäßiger Konsum von Genussmitteln sind dem Körper neu und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus.

Verantwortung für die Gesundheit übernehmen

Wer sein Leben wieder in die gesunde Spur bringen und Herzerkrankungen effektiv entgegenwirken möchte, muss ein Stück weit zurückkehren:zurück zu dem früheren Lebensstil als Jäger und Sammler mit mehr Bewegung und geringerer Kalorienaufnahme. Mit diesem Schritt lassen sich gleichzeitig Risikofaktoren wie Cholesterinwert und Blutdruck positiv beeinflussen.

Darüber hinaus hilft ein Überdenken der möglichen Stressfaktoren, um langfristig das innere Gleichgewicht wiederzufinden. "Aus meiner Sicht gibt es keine bessere Lebensversicherung, als sich um die eigenen Risikofaktoren zu kümmern", empfiehlt Dr. Waller. "Dadurch gewinnen wir nicht nur viele weitere Jahre dazu, sondern vor allem auch Lebensqualität."

Lesen Sie auch: Dieses Getränk soll vor Herzinfarkt schützen. Und dieses Lebensmittel soll dem Herzen ebenfalls sehr gut tun.

jp

Vorsicht: So erkennen Sie sofort einen Herzinfarkt

Wer einen Herzinfarkt erleidet, verspürt starke, langanhaltende Schmerzen im Brust- und Herzbereich. Doch auch andere Körperregionen wie Arme und Oberbauch können betroffen sein. Meist strahlt der Schmerz von der Brust in die Extremitäten, zwischen die Schulterblätter bis in den Rücken oder in den Hals und Kiefer.
Wer einen Herzinfarkt erleidet, verspürt starke, langanhaltende Schmerzen im Brust- und Herzbereich. Doch auch andere Körperregionen wie Arme und Oberbauch können betroffen sein. Meist strahlt der Schmerz von der Brust in die Extremitäten, zwischen die Schulterblätter bis in den Rücken oder in den Hals und Kiefer. © dpa
Zu den starken Schmerzen kommt häufig noch ein heftiger Druck oder ein sehr starkes Engegefühl im Brust- und Herzbereich hinzu. Viele Betroffenen haben dann das Gefühl, dass ihnen die Luft abgeschnürt wird und ihnen ein Elefant auf der Brust steht.
Zu den starken Schmerzen kommt häufig noch ein heftiger Druck oder ein sehr starkes Engegefühl im Brust- und Herzbereich hinzu. Viele Betroffenen haben dann das Gefühl, dass ihnen die Luft abgeschnürt wird und ihnen ein Elefant auf der Brust steht. © pixabay
Neben den stechenden Schmerzen und der Brustenge verspüren manche Betroffene ein stark brennendes Gefühl, das nicht aufhören will.
Neben den stechenden Schmerzen und der Brustenge verspüren manche Betroffene ein stark brennendes Gefühl, das nicht aufhören will. © pixabay
Auch wenn es erst auf etwas anderes hindeuten kann: Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls darauf hindeuten, dass Sie gerade einen Herzinfarkt erleiden. Die sogenannten "unspezifischen" Anzeichen treten bei Frauen sogar häufiger auf als bei Männern. Die Deutsche Herzstiftung rät, immer dann den Notarzt zu rufen, wenn die Beschwerden in zuvor noch nie erlebtem Ausmaß auftreten.
Auch wenn es erst auf etwas anderes hindeuten kann: Übelkeit und Erbrechen können ebenfalls darauf hindeuten, dass Sie gerade einen Herzinfarkt erleiden. Die sogenannten "unspezifischen" Anzeichen treten bei Frauen sogar häufiger auf als bei Männern. Die Deutsche Herzstiftung rät, immer dann den Notarzt zu rufen, wenn die Beschwerden in zuvor noch nie erlebtem Ausmaß auftreten. © Instagram/wiek
Einen Herzinfarkt kann man jemandem sogar im wahrsten Sinne des Wortes ansehen: Meist werden Betroffene vor Schmerz und Angst ganz fahl und totenblass im Gesicht und bekommen zudem Angstschweiß.
Einen Herzinfarkt kann man jemandem sogar im wahrsten Sinne des Wortes ansehen: Meist werden Betroffene vor Schmerz und Angst ganz fahl und totenblass im Gesicht und bekommen zudem Angstschweiß. © pixabay

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