Bayern bereits befallen

Pflanzen-Plage: Ambrosia nimmt Allergiker den Atem

Ambrosia wird zur Plage: Die Pflanze breitet sich immer weiter aus. Bayern ist bererits stark betroffen, nun ist das Allergien auslösende Kraut auch in NRW auf dem Vormarsch.

  • Ambrosia breitet sich in Bayern rasend aus, in NRW soll das noch verhindert werden.
  • Die Pflanze ist aufgrund ihres starken Pollen-Flugs besonders für Allergiker eine Plage.
  • Das NRW-Ministerium gibt Tipps, wie Verbraucher reagieren sollten, wenn sie Ambrosia-Bestände finden.

Die Pollen der Ambrosia-Pflanze lösen Allergien aus, die vom Heuschnupfen bis zum schweren Asthma führen können. Die Beifuß-Ambrosie hat Bayern bereits im Griff. Die Gesundheitsministerin Melanie Huml warnte ausdrücklich vor der Pflanze. Aber auch in NRW könnte die Gefahr bald wachsen - wenn die Ausbreitung nicht verhindert werden kann. Darüber berichtet wa.de.*

PflanzeAmbrosia (Ambrosia artemisiifolia)
Auch bekannt als:Beifußblättriges Traubenkraut, Wilder Hanf
OrdnungAsternartige
GattungTraubenkräuter

Allergie-Pflanze Ambrosia: Nach Bayern-Befall warnt Gesundheitsministerium vor Ausbreitung in NRW

In Bayern sind laut Informationen des Bayerischen Staaatsministeriums für Gesundheit und Pflege 509 größere Ambrosia-Bestände bekannt. Die Gesundheitsminsterin Huml geht aber von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus. Das nordrhein-westfälische Landesministerium für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) möchte die Ausbreitung in NRW dringend verhindern - und warnt deswegen ausdrücklich vor der Allergie-Pflanze.

Die Pflanze hat sich laut Informationen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zunächst südlich der Alpen und in Ungarn ausbreitet. Die meisten Vorkommen seien auf Vogelfutter oder anderes Streufutter zurückzuführen.

Ambrosia ist einjährig. Die Pflanze wird etwa 30cm bis 1,8 Meter hoch und ist vom Gemeinen Beifuß dadurch zu unterscheiden, dass die Stängel leicht behaart sind und bei älteren Pflanzen auf der Oberseite häufig rötlich gefärbt. Die Blätter sind fiederspaltig, im unteren Bereich der Ambrosia doppelt fiederspaltig oder gezähnt.

Ambrosia in NRW: Bis jetzt nur einzelne Bestände der pollen-reichen Pflanze bekannt

Plage für Allergiker: Ambrosia ist eine wahre Pollen-Schleuder.

Gefährlich für Allergiker sind die Pollen: Die ersten Blüten der Ambrosia öffnen sich gegen Ende Juli oder zu Beginn des August, der Höhepunkt der Blüte ist im August und September. Die Allergie-auslösenden Pollen fliegen weit, die Belastungszeit für Pollenallergiker könne dadurch deutlich verlängert werden.

Die Pflanze stammt eigentlich aus Nordamerika, ist in Deutschland aber bereits seit 1860 bekannt. Nach Westeuropa wurde Ambrosia durch die Samen in den Getreibevorräten der US-amerikanischen Armee eingeschleppt. In Deutschland gibt es viele Einzelvorkommen neben Vogelfutterhäuschen, die größeren Bestände befinden sich bis jetzt vor allem in Süd- und Südwestdeutschland, Sachsen und Brandenburg. In NRW sind nur einzelne Flächen mit größeren Ambrosia-Beständen bekannt. Aber Achtung: Es besteht Verwechslungsgefahr! Wie Sie die Ambrosia erkennen, erklärt merkur.de*

Neben der Gesundheitsgefahr für Allergiker durch Ambrosia sei die Pflanze auch gefährlich für die Landwirtschaft. Als Unkraut brenreitet sich in Sonnenblumen- und Soja-Feldern. Die Landwirtschaftskammer von NRW gibt bekannt, dass Ambrosia mit Sonnenblumen verwandt ist und deswegen in den Kulturen nicht wirksam bekämpft werden könne. In Brandenburg kommt sie sogar auch in Futtererbsen-, Mais-, Lupinen- und Getreidefeldern vor.

Ambrosia in NRW: So sollten Sie die Allergie-Pflanze entsorgen

  • Die Pflanze sollte durch das LANUV, eine Naturschutzbehörde oder Biostation identifiziert werden.
  • Ambrosia muss mit der Wurzel ausgerissen werden, dabei sollen immer Handschuhe und ab August (Pollen) eine Feinstaubmaske getragen werden.
  • Blühende Pflanzen müssen in einem zugebundenen Plastiksack entsorgt werden. Die Samen können nachreifen.

Sobald mehr als zehn Exemplare der Ambrosia auftauchen oder die Pflanze in der freien Landschaft - etwa auf einem Feld, am Waldrand oder auf den Grünflächen an Straßen oder Wegen gefunden wurde, sollte das Vorkommen gemeldet werden. Dazu gibt es vom NRW-Ministerium ein Meldeformular, das an carla.michels@lanuv.nrw.de geschickt werden soll.

Die Informationen über die Bestände von Ambrosia in Nordrhein-Westfalen sind noch spärlich. Dadurch ist die Meldung besonders wichtig, auch um die Ausbreitung der Pflanze möglichst früh zu unterbinden. Der Meldung an das LANUV sollte ein Foto hinzugefügt werden. Bestände von unter 100 Pflanzen sollten ausgerissen werden*, wie fnp.de* berichtet. Außerdem muss der Fundort in den kommenden Jahren wieder besucht werden und die nach keimenden Exemplare ausgerissen werden. Über die Ausbreitung der Giftpflanze berichtet auch ruhr24.de*.

Allergie-Träger Ambrosia: Pollen können Heuschnupfen und Asthma auslösen

Einen Aktionstag gegen Ambrosia gibt es deutschlandweit am 27. Juni. Laut Informationen des Umweltbundesamts gibt es Prognosen, dass die Pollen bis 2050 in Deutschland viermal so hoch konzentriert seien sollen als heute. Schon in geringen Mengen kann Ambrosia heftige allergische Reaktionen auslösen, dazu zählen Heuschnupfen, allergisches Asthma und Bindehautreizungen. Die Pollen haben ein fünfmal höheres Allergiepotenzial als Gräserpollen.

Nicht nur Ambrosia zählt zu den wachsenden Plagen; wie wa.de* berichtet, gibt es auch Zierpflanzen, die bei mildem Wetter wie verrückt aus dem Boden schießen*. Aber unser Gartenexperte Klaus Fischer* weiß Rat - und zwar nicht nur in diesem Fall. Für Ärger nicht nur bei Allergikern sorgt auch der Eichenprozessionsspinner - Hamm in NRW will nun mit einer erotischen Waffe gegen den Schädling vorgehen. -*wa.de, fnp.de, ruhr24.de, merkur.de und soester-anzeiger.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Patrick Pleul

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Coronavirus-Test: Gurgeltest verspricht angenehmere Alternative zum Rachen-Abstrich

Um sich auf das Coronavirus testen zu lassen, wird in der Regel ein Rachen-Abstrich genommen. Eine angenehmere Variante ist der Gurgeltest, der auch ohne Fachpersonal …
Coronavirus-Test: Gurgeltest verspricht angenehmere Alternative zum Rachen-Abstrich

Virologe Drosten mit düsterer Maskenpflicht-Prognose: „Auch wenn wir mit den Impfungen beginnen ...“

Die Mundschutzmaske ist unser täglicher Begleiter geworden. Doch wann werden wir zu alter Normalität zurück finden – ohne Maske? Christian Drosten gibt eine Einschätzung …
Virologe Drosten mit düsterer Maskenpflicht-Prognose: „Auch wenn wir mit den Impfungen beginnen ...“

Barmer: Operationen lieber in erfahrenen Kliniken machen

Wenn es um einen geplanten größeren Eingriff geht, machen sich viele Sorgen - geht dabei alles gut? Bei der Auswahl des Krankenhauses sollte es weniger auf Nähe zum …
Barmer: Operationen lieber in erfahrenen Kliniken machen

Bei Honig fehlt oft klare Herkunftsangabe

Aus welchem Land der goldgelbe Honig auf dem Frühstücksbrötchen stammt, ist oft schwer zu sagen - es steht schlicht nicht auf dem Glas. Das wollen nicht nur …
Bei Honig fehlt oft klare Herkunftsangabe

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.