ASS

Täglich eine Aspirin? Diese fatalen Folgen drohen

Aspirin ist der Verkaufsschlager der Bayer AG - das Schmerzmittel ist günstig und ohne Rezept käuflich. Doch die Einnahme birgt Gefahren.
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Aspirin ist der Verkaufsschlager der Bayer AG - das Schmerzmittel ist günstig und ohne Rezept käuflich. Doch die Einnahme birgt Gefahren.

Immer wieder nehmen sich Forscher altbewährte Medikamente vor und finden überraschende Wirkungen - oder Nebenwirkungen. Aspirin könnte nicht nur gegen Kopfschmerzen helfen.

Aspirin und den darin enthaltenen Wirkstoff Acetylsalicylsäure, kurz ASS, hat wahrscheinlich jeder Erwachsene schon einmal genommen. Kopfschmerzen oder Kater: Das Schmerzmittel wirkt fiebersenkend, schmerzstillend, entzündungshemmend und antirheumatisch. Auch zur Vorbeugung von Blutgerinnseln wird Aspirin angewendet. Und es könnte auch in einem anderen Feld eine vielversprechende Wirkung entfalten.

Aspirin gegen Schmerzen: So könnte ASS noch wirken

So legen Studien nahe, dass eine tägliche Einnahme des Wirkstoffs ASS die Entstehung vieler Tumoren verhindern könnte. "Die Hinweise häufen sich, dass die Einnahme von Aspirin dazu beitragen kann, verschiedene Krebserkrankungen zu reduzieren", zitiert der Business Insider Peter Elwood von der Universität Cardiff. Seine Studie zur Wirkung von ASS wurde im Fachmagazin "Plos One" veröffentlicht.  

Zwei Enzyme seien verantwortlich für die krebsvorbeugende Wirkung: Cyclooxygenase-1 und -2, kurz Cox-1 und Cox-2. Diese begünstigen die Produktion von Prostaglandinen, hormonähnliche Substanzen, welchen eine krebshemmende Wirkung nachgesagt wird.

Mehr zum Thema: Kirschen gegen Kopfweh: Diese Anzahl an Früchten wirkt wie eine Tablette Aspirin.

Aspirin: Krebshemmende Wirkung muss noch weiter erforscht werden

Doch Mediziner warnen: Solange keine aussagekräftigen und groß angelegten Studien gefahren werden, sollte niemand regelmäßig zu Aspirin greifen. Ein Grund liegt dem Business Insider zufolge im Studienaufbau: In vielen Studien zum Thema ist schwer festzustellen, ob tatsächlich das Aspirin oder ein anderer unbekannter Faktor das Krebsrisiko gesenkt hat. Das liegt daran, dass die Daten der Studienteilnehmer nicht ganzheitlich erfasst wurden, sondern diese nur Fragebögen ausgefüllt haben.

Mehr zum Thema im Video

Es bleibt abzuwarten, ob die etwaige krebsvorbeugende Wirkung die Nebenwirkungen von Aspirin aufwiegt, dazu zählen zum Beispiel:

  • erhöhte Neigung zu allergischen Reaktionen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Magenschmerzen
  • Hirn- und Magen-Darm-Blutungen
  • Nesselsucht 
  • Leberfunktionsstörung

Aspirin und andere Schmerzmittel sollten entsprechend immer erst nach Absprache mit Arzt oder Apotheker eingenommen werden.  

Zur Studie

Ihre Meinung ist gefragt

Lesen Sie auch: Alternative zu Schmerzmitteln: Diese Lebensmittel entfalten verblüffende Wirkung.

jg

So sieht eine gut sortierte Hausapotheke aus

In vielen Gemeinden dürfen Medikamente im Hausmüll entsorgt werden. In die Toilette gehören sie dagegen nicht. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
In vielen Gemeinden dürfen Medikamente im Hausmüll entsorgt werden. In die Toilette gehören sie dagegen nicht. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn © Franziska Gabbert
Um Platz zu sparen, bewahrt manch einer seine Medikamente ohne die Umverpackung auf. Davon raten Experten allerdings ab. Häufig erinnert man sich später nämlich nicht mehr so genau, wogegen dieses oder jenes Mittel hilft. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Um Platz zu sparen, bewahrt manch einer seine Medikamente ohne die Umverpackung auf. Davon raten Experten allerdings ab. Häufig erinnert man sich später nämlich nicht mehr so genau, wogegen dieses oder jenes Mittel hilft. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn © Andrea Warnecke
Nach dem Haltbarkeitsdatum auf Medikamenten sollten sich Patienten richten. Bei Flüssigkeiten wie Tropfen ist auch das Anbruchsdatum entscheidend. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Nach dem Haltbarkeitsdatum auf Medikamenten sollten sich Patienten richten. Bei Flüssigkeiten wie Tropfen ist auch das Anbruchsdatum entscheidend. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn © Andrea Warnecke
Neben Medikamenten gehört in die Hausapotheke auch eine Schere, Pflaster und Verbandmaterial. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
Neben Medikamenten gehört in die Hausapotheke auch eine Schere, Pflaster und Verbandmaterial. Foto: Robert Günther/dpa-tmn © Robert Günther
Matthias Philipp hat eine Apotheke in Berlin. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
Matthias Philipp hat eine Apotheke in Berlin. Foto: Robert Günther/dpa-tmn © Robert Günther

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