Nicht gut für Haut und Umwelt

Chemiekeule Mückenspray: Warum Sie besser auf diese Inhaltsstoffe verzichten sollten

Mückenschwarm in der Dämmerung
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Sie kennen und fürchten diesen Anblick? Damit sind Sie nicht allein. Mückenspray verspricht Schutz – hat jedoch so einige Nebenwirkungen.

Viele wappnen sich mit Insektenspray gegen Stechmücken. Doch beim Kauf sollten Sie vorsichtig sein, denn viele Produkte entfalten extreme Nebenwirkungen.

  • Sie schwören auf Ihr altbekanntes Mückenspray? Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich: Einige Substanzen können nicht nur Tieren gefährlich werden.
  • Auch allergische Hautreaktionen sind möglich, wie etwa im Fall des Inhaltsstoffes DEET.
  • Wie Sie sich vor Mücken schützen*, ohne auf Chemie zurückzugreifen, erfahren Sie hier.

Antibrumm und Autan: Zwei der bekanntesten Produkte, die gegen Mücken und Zecken eingesetzt werden. Einfach auf die blanke Haut sprühen und schon bleiben ungeliebte Stechmücken fern. Fakt ist: Manche Stechmücken wie die asiatische Tigermücke und Zecken können Krankheiten übertragen, weshalb sich der Mensch gegen sie schützen sollte. Doch nicht nur Chemie hilft dabei, sich gegen die Plagegeister zu wehren.

So wirksam Produkte mit Inhaltsstoffen wie DEET und Icaridin auch sind, sie entfalten auch unerwünschte Nebenwirkungen.

Mehr über Krankheiten, die durch Zecken und Mücken übertragen werden: Gefährliches Zika-Virus jetzt auch in Europa und Zecken-Sommer naht: Wo Sie besonders vorsichtig sein müssen.

Icaridin und DEET schädlich für Wasserorganismen – auch allergische Reaktionen möglich

Das Hautspray von Nobite und Antibrumm Forte sind zwei Beispiele für Mückensprays, die DEET enthalten. Der Wirkstoff ist insektenabweisend, weil er einen schützenden Duftmantel auf die Haut legt. Ursprünglich wurde die Substanz von der US-Armee entwickelt, um Soldaten vor Stechmücken zu schützen, wie der Norddeutsche Rundfunk informiert. Es handelt sich um eine zulassungspflichtige Chemikalie, die Organismen schädigen kann. Viele Insektensprays fallen unter die Zulassungspflicht, was bedeutet, dass sie von staatlichen Behörden geprüft werden und der Kunde Warn- und Dosierungshinweise auf der Packung findet. Das Problematische an DEET: Es ist wasserlöslich und schadet Wasserorganismen – nicht nur wenn es durch Schwimmen in den See gelangt. Auch durch Duschen kann es in den Wasserkreislauf gelangen und somit in Kläranlagen, wo es nicht komplett herausgefiltert werden kann. Außerdem sind allergische Hautreaktionen durch den Kontakt mit DEET möglich.

Wieder ruhig schlafen – mit dem richtigen Moskitonetz

Sie haben es satt, nachts auf Mückenjagd zu gehen? Dann probieren Sie es mit dem Aerb Moskitonetz, das jedes Bett insektensicher macht (werblicher Link).

Ein weiterer problematischer Inhaltsstoff von Insektensprays ist Icaridin. Enthalten ist er unter anderem in Autan Protection Plus oder Mosquito protect Zecken Schutzspray. Icaridin steht in Verdacht, Wasserorganismen zu schaden und sogar natürliche Feinde von Mücken wie Lurche zu dezimieren. Der Naturschutzbund prangert an, dass Zulassungstests für Produkte mit Icaridin lückenhaft wären.

Ein weiteres Manko vieler zulassungspflichtiger Insektensprays: Dosierungsanweisung und Warnhinweise finden sich oft nur versteckt – oder gar nicht auf der Verpackung. So müssen Verbraucher bei einigen Präparaten die Folie auf der Rückseite des Produkts umständlich abziehen, um an die gewünschten Infos zu kommen, wie das Verbrauchermagazin Markt berichtete. Fatal, vor allem weil die Produkte nur dann sicher angewendet werden können, wenn die Dosierungsempfehlung befolgt wird.

Lesen Sie auch: Wespen greifen wieder an: Mit diesem genialen Trick halten Sie die Aasfresser fern.

Im Video: Mücken erfolgreich loswerden

Sie möchten auf Chemie im Kampf gegen Mücken verzichten? Dann sollten Sie folgende Hilfsmittel und Tipps kennen

So können Sie sich Stechmücken auch ohne Autan und Co. vom Leib halten:

  • Nutzen Sie einen Ventilator: Dieser sorgt dafür, dass Mücken den Geruch des Menschen nicht mehr so intensiv wahrnehmen und werden so erst gar nicht angelockt.
  • Duschen Sie häufiger: Menschlicher Schweiß zieht Mücken an, deshalb sollten Sie vor dem Schlafen oder vor der Party nochmal kurz duschen, wie der NDR berichtet.
  • Die richtige Kleidung wählen: Helle Farben und dicke Stoffe sind für Mücken wenig anziehend.
  • Meiden Sie Seen und Flüsse in der Dämmerung: Wenn es kühler wird, schwärmen Mücken vor allem an diesen Orten aus.

(jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Weiterlesen: Hausmittel gegen Mückenstiche und wie Sie nicht gestochen werden.

Blutrünstige Plagegeister: Kleine Mückenkunde

Je feuchter und wärmer der Sommer, desto besser vermehren sich Mücken. Eine Pfütze reicht ihnen schon. Doch nur die Weibchen stechen zu. Eine kleine Mückenkunde: © dpa
Warum stechen Mücken? Stechmücken ernähren sich von zuckerhaltigen Pflanzensäften. Für die Reifung der Eier bei der Vermehrung braucht das Weibchen allerdings eiweißreiche Nahrung. Nur darum saugt es Blut - bei Tier und Mensch. © dpa
Ein Mückenweibchen kann nach einer Blutmahlzeit bis zu 300 Eier legen. Die Vermehrung von Mücken ist temperaturabhängig und dauert im Sommer nur wenige Tage. © dpa
Mückenweibchen besitzen für das Blutsaugen einen hochspezialisierten Rüssel. Beim Blutsaugen wird Speichelflüssigkeit abgegeben, die unter anderem die Stichstelle betäubt. Das Speichelsekret wird in der Regel erst nach dem Stich vom Immunsystem des Gestochenen erkannt. Es löst den Juckreiz und kleine Schwellungen aus. © dpa
Können Mücken Krankheiten übertragen? Für unsere Breiten ist das nicht bekannt. Vor allem in den Tropen gelten Mücken aber als Überträger zahlreicher Krankheitserreger wie Viren, Einzeller und Fadenwürmer. © dpa
Gefährliche Krankheiten, die mit Stechmücken in Zusammenhang stehen, sind die Malaria oder das Gelbfieber. Doch nicht jede Mückenart kann jeden Erreger übertragen. © dpa
Wie schützt man sich am besten vor Mücken?Wer keine Plagegeister mag, sollte auf dünne Kleidung und nackte Haut verzichten. Da viele Mückenarten die Schwüle und die Dämmerung lieben, empfiehlt es sich, im Haus zu bleiben. Dort können Fenstergitter Mücken fernhalten. Haut mit natürlichen und synthetischen Abwehrstoffe einschmieren oder auch damit die Kleidung imprägnieren. © dpa
Oberstes Gebot ist beim Mückenstich: nicht kratzen! Durch das Kratzen verlängert sich nicht nur der Heilungsprozess, sondern es kann auch zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen, die sich zu bösen Entzündungen entwickeln können. Durch Einreiben mit alkoholischen Lösungen kann man die Stichwunde desinfizieren. Kühlung hilft, den Juckreiz zu unterdrücken. Nach einigen Tagen sollten Juckreiz und Quaddel verschwunden sein. © dpa

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