Wahlmöglichkeit

Drei zugelassene Corona-Impfstoffe in Deutschland – darf ich entscheiden, welcher mir gespritzt wird?

Seit Dezember wird der Biontech/Pfizer-Impfstoff verimpft, im Januar folgten die Zulassung des Moderna- und Astrazeneca-Präparats. So steht es um die Entscheidungsfreiheit der Bürger.

  • Die Corona-Impfung ist freiwillig, wer sich nicht impfen lassen möchte, muss das nicht. Doch die meisten Mediziner raten eindringlich dazu, sich immunisieren zu lassen.
  • Nur wenn sich eine breite Masse der Bevölkerung impfen lässt, kann der Effekt der Herdenimmunität erzielt werden. Eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent ist nach Ansicht von Experten der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) für eine wirkungsvolle Bekäm­pfung der Corona-Pandemie nötig, wie das Ärzteblatt informiert.
  • Erfahren Sie hier, ob Sie sich zwischen der aktuell in Deutschland möglichen Moderna-, Biontech/Pfizer- und Astrazeneca-Impfung entscheiden können.

Die mRNA-Impfungen von Moderna und Biontech/Pfizer entfalten den Herstellern zufolge einen Impfschutz von bis zu 96 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, sei bei geimpften Menschen entsprechend um bis zu 96 Prozent geringer als bei nicht geimpften Menschen. Allerdings unterscheidet sich der Impfschutz je nach Alter*, wie die Tagesschau informierte. So soll der Biontech-Impfstoff in der Gruppe der Ü-65-Jährigen bessere Impf-Erfolge erzielen als der Moderna-Wirkstoff. Ersterer soll eine Wirksamkeit von mehr als 94 Prozent entfalten, wohingegen dieser Wert der US-Arzneimittelbehörde FDA zufolge beim Moderna-Impfstoff bei 86,4 Prozent liegt. Bei Menschen zwischen 18 bis 64 Jahren dagegen biete der Moderna-Impfstoff einen leicht besseren Schutz vor Covid-19 (96 Prozent Impfschutz) als das Biontech-Präparat (95 Prozent). Das Astrazeneca-Mittel gilt dem Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, zufolge zwar als sicher, allerdings wird das Präparat nur für Personen von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Die Daten von Astrazeneca seien nicht ausreichend, um die Wirksamkeit der Impfung in der Altersgruppe ab 65 Jahren beurteilen zu können, wird Mertens von der Tagessschau zitiert.

Doch kann man überhaupt entscheiden, welches Vakzin einem verabreicht wird? Politiker sind sich hier uneins.

Moderna, Biontech oder Astrazeneca? Ab wann Bürger entscheiden können, welche Impfung sie bekommen wollen

„Bürgerinnen und Bürger sollen die Freiheit haben, sich entscheiden zu können, mit welchem Impfstoff sie geimpft werden“, kündigte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci Anfang Januar 2021 an. Man hätte zurzeit eine Sortierung der Impfzentren nach Impfstoff, zitiert rbb die Politikerin. Bei der Terminanmeldung könnten Berliner deshalb bestimmen, in welches Zentrum sie gehen – und damit auch auswählen, welches der zugelassenen Mittel sie bekommen. Widerspruch kommt vonseiten des Gesundheitsministers Jens Spahn. Er hatte erklärt, dass es keine Wahlmöglichkeit für Bürger gebe: Zumindest aktuell sei man nicht in der Lage, „das Angebot zu machen, dass man sagen kann: Ich will aber Moderna oder Biontech“. Das liege an der Knappheit der Impfstoffe, die absehbar auch bestehen bleiben werde.

Auch die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest bestätigt dies: Zunächst werde es nach Einschät­zung von Gesund­heits­experten wohl nicht möglich sein, sich einen Wunsch-Impf­stoff auszusuchen. Welches Medikament verimpft wird, richtet sich in der Anfangs­phase nach der Verfügbarkeit, heißt es auf deren Internetauftritt. Solange der Impfstoff weiter knapp ist, „wird man nicht wählen können“, zitiert rbb Gesundheitsminister Spahn. Wenn einmal genug von allen Impfstoffen vorhanden sei, „wird das irgendwann mal gehen“, so seine Prognose. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/118837/

Weiterlesen: Wirkt Corona-Impfung gegen britische Virus-Mutation? Studie stimmt optimistisch – auch in puncto Afrika-Virus.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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