Familie mit Appell

21-jährige Britin stirbt offenbar ohne Vorerkrankungen am Coronavirus

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In Großbritannien soll eine 21-Jährige ohne bekannte Vorerkrankungen am Coronavirus gestorben sein.

In Großbritannien soll offenbar eine 21-Jährige ohne bekannte Vorerkrankungen am Coronavirus gestorben sein. Auf Facebook startet die Familie einen Appell.

  • Über 500.000 Menschen weltweit sind bereits am neuartigen Coronavirus erkrankt.
  • Als Risikogruppe gelten ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankung.
  • Nun ist aber eine 21-Jährige gestorben, die kerngesund gewesen sein soll.

Buckingham - Eine Familie im britischen Buckinghamshire betrauert derzeit den Tod ihrer 21-jährigen Tochter Chloe. Nach Angaben der Angehörigen ist die junge Frau am Coronavirus* verstorben. In einem Facebook-Post macht die Mutter nun auf die Gefahren des Virus aufmerksam.

Tochter offenbar an Coronavirus verstorben: Mutter appelliert an Mitmenschen

"An alle Menschen da draußen, die glauben, es sei nur ein Virus - bitte denkt noch einmal darüber nach. Ich spreche aus persönlicher Erfahrung. Dieses Virus hat meine 21-jährige Tochter das Leben gekostet", schrieb die Mutter am 24. März. Drei Tage zuvor soll Chloe an Covid-19 gestorben sein - damit wäre sie das bisher jüngste Opfer in Großbritannien.

Das Signifikante daran: Die 21-Jährige soll an keinen Vorerkrankungen gelitten haben. Bisher gelten vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen als gefährdet. Weder der Tod noch die tatsächliche Ursache wurden aber bisher von den örtlichen Behörden bestätigt, wie das britische Portal Guardian schreibt.

Die Tante der Verstorbenen schrieb auf Facebook: "Meine Liebsten müssen gerade unglaublichen Schmerz durchleben, wir sind am Boden zerstört. Die greifbare Realität dieses Virus entfaltet sich gerade vor unser aller Augen. Bitte, bitte haltet euch an die Richtlinien der Regierung". Seit Montag bestehen nun auch in Großbritannien Beschränkungen des öffentlichen Lebens.

Auch interessant: Covid-19-Symptome: Ansteckungsgefahr wohl vor Krankheitsausbruch am größten.

Coronavirus: Wer gehört zur Risikogruppe?

Wie das Robert Koch-Institut erklärt, ist der Krankheitsverlauf von Covid-19-Erkrankten oft unspezifisch, vielfältig und stark variierend. Daher seien Angaben zu einem "typischen" Krankheitsverlauf schwierig. Allerdings würden rund 80 Prozent der Erkrankungen milde bis moderat verlaufen, während 14 Prozent schwer und sechs Prozent kritisch seien. Außerhalb von China gebe es aber mittlerweile Beobachtungen, dass der Anteil milder Verläufe mehr als 80 Prozent betragen könnte.

Während im Prinzip alle Altersgruppen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert werden können, ist die Wahrscheinlichkeit bei jüngeren Menschen jedoch eher gering. Der Altersmedian der Erkrankten liegt bei 47 Jahren(Stand: 18.03.2020).

Als Risikogruppen definiert das RKI ältere Personen mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab 50 bis 60 Jahren, Raucher* u nd Personen mit bestimmten Vorerkrankungen. Zu ihnen zählen Menschen mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge sowie Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, mit Zuckerkrankheit, mit einer Krebserkrankung oder mit einem geschwächten Immunsystem. Hier nennt das RKI auch die Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen können, zum Beispiel Cortison.

Lesen Sie auch: Covid-19 und Grippe im Vergleich: RKI mit neuer Einschätzung - "Jeder muss die Augen öffnen".

Wann ist Hypochondrie eine gefährliche Störung?

Nur Kopfschmerz - oder etwas ernsteres? Menschen mit Hypochondrie vermuten hinter Allerwelts-Symptomen schwere, manchmal tödliche Krankheiten. Foto: Christin Klose
Nur Kopfschmerz - oder etwas ernsteres? Menschen mit Hypochondrie vermuten hinter Allerwelts-Symptomen schwere, manchmal tödliche Krankheiten. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP/dpa-tmn
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP/dpa-tmn © Fredi Lang
Dr. Christa Roth-Sackenheim ist Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie und Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychiater (BVDP). Foto: BVDP/dpa-tmn
Dr. Christa Roth-Sackenheim ist Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie und Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychiater (BVDP). Foto: BVDP/dpa-tmn © BVDP
Sven Steffes-Holländer ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Chefarzt an der Heiligenfeld Klinik Berlin. Foto: Petra Balling/Heiligenfeld Klinik Berlin/dpa-tmn
Sven Steffes-Holländer ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Chefarzt an der Heiligenfeld Klinik Berlin. Foto: Petra Balling/Heiligenfeld Klinik Berlin/dpa-tmn © Petra Balling
Tief durchatmen: Zumindest bei leichten Krankheitsängsten können Entspannungstechniken wie Meditation eine Hilfe sein. Foto: Christin Klose
Tief durchatmen: Zumindest bei leichten Krankheitsängsten können Entspannungstechniken wie Meditation eine Hilfe sein. Foto: Christin Klose © Christin Klose

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