Kassenleistung oder nicht?

Wann Sie den Corona-Test selbst zahlen müssen – und wann die Kasse übernimmt

Bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion will man so schnell wie möglich Gewissheit: Habe ich Covid-19? Ein Corona-Test bringt Klarheit, doch wer zahlt?

  • Der Aufenthalt im Risiko-Gebiet, Kontakt mit einem Covid-19-Patienten oder das Ausschlagen der Corona-Warn-App: Drei Fälle, die den Weg in ein Corona-Testzentrum nötig machen.
  • Besteht der Verdacht, dass Sie sich mit Covid-19 angesteckt haben, klären Schnelltest (auch Antigentest genannt) oder PCR-Test*, ob Sie tatsächlich infiziert sind.
  • In welchen Fällen Sie den Corona-Test selbst zahlen müssen, erfahren Sie hier.

Schenkt man einer Information auf dem Internetauftritt der Bundesregierung Glauben, muss niemand den Corona-Test selbst zahlen. So heißt es: „Bezahlt werden die Tests zu Covid-19 von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Auch Tests, die der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) vornimmt, können über die GKV abgerechnet werden“. Doch das stimmt so nicht. In einigen Fällen werden die Kosten für den Corona-Test nicht von der Kasse übernommen, sondern müssen aus eigener Tasche gezahlt werden.

Die Corona-Testzentren in Deutschland füllen sich aktuell mit Menschen, die auf ein schnelles Testergebnis hoffen.

Corona-Test: In diesen Fällen müssen Sie nicht selbst zahlen

Es gibt bundesweit Abweichungen in Hinblick auf die Kostenübernahme eines Corona-Tests. So sieht etwa die bayerische Teststrategie vor, dass die Tests am Corona-Testzentrum München je nach Grund entweder vom Freistaat Bayern oder von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Patienten die nicht gesetzlich versichert sind, erhalten eine Rechnung. Ihre Krankenkasse kann Ihnen Auskunft geben, in welchen Fällen sie die Kosten für den Corona-Test übernimmt. Generell jedoch gilt: Wenn Ihr behandelnder Arzt einen Corona-Test für erforderlich hält – etwa bei Corona-ähnlichen Symptomen –, müssen Sie die Kosten nicht selbst tragen. Auch wenn Ihre Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ anzeigt, handelt es sich bei einem Corona-Test in der Regel um eine Kassenleistung. In dem Fall wird der Test vom örtlichen Gesundheitsamt oder vom niedergelassenen Arzt organisiert, wie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen informiert.

Kassenleistung ist ein Corona-Test immer, wenn ...

... Ihr behandelnder Arzt einen Corona-Test empfiehlt.

... Ihre Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ meldet.

... Sie in einem Altenheim oder einer Klinik arbeiten und getestet werden möchten, obwohl Sie keine Beschwerden haben.

... das Krankenhaus vor Ihrer geplanten Aufnahme einen negativen Test verlangt.

... Sie in einer Region mit hohen Risiko leben oder sich dort aufgehalten haben (Tests zu diesen inländischen Hotspots* müssen allerdings vom Gesundheitsamt veranlasst werden. Ansonsten sind sie für beschwerdefreie Menschen keine Kassenleistung).

Lesen Sie auch: Neue Corona-Studie: Warum manche Menschen schwerer an Covid-19 erkranken als andere.

Wann Sie den Corona-Test selbst zahlen müssen

Wenn es aber um Ihr Privatvergnügen geht oder der Arbeitgeber einen negativen Covid-19-Test verlangt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dafür nicht. In folgenden Fällen müssen Sie den Corona-Test selbst zahlen:

  • Das Urlaubshotel verlangt vor Anreise ein negatives Testergebnis.
  • Der Arbeitgeber möchte, dass Sie ein negatives Testergebnis vorlegen. (Ob der Arbeitgeber die Ihnen entstehenden Kosten erstattet, müssen Sie mit ihm besprechen. Ausnahmen sind Testungen nach § 3 und 4 der Corona-Testverordnung).
  • Wer keine Symptome zeigt und wenn auch sonst kein Hinweis darauf besteht, dass eine Coronavirus-Infektion vorliegen könnte (kein Kontakt mit einem positiv getesteten Menschen, die Corona-Warn-App zeigt kein erhöhtes Risiko an, Sie leben nicht in einem Hotspot), ist der Corona-Test keine Kassenleistung.

Reisende aus Risikogebieten sind seit dem 8. August zum Test verpflichtet. Das Bundesgesundheitsministerium weist darauf hin, dass Sie nach der Rückkehr aus einem internationalen Risikogebiet innerhalb von zehn Tagen nach Einreise Anspruch auf kostenlose Testung haben. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Quellen: www.bundesregierung.de; www.corona-testung.de

Weiterlesen: Virologe Drosten mit düsterer Masken-Prognose: „Auch wenn wir mit den Impfungen beginnen ...“

Alltagsmasken und die Materialfrage

Wer sich eine Maske nähen will, muss sich zwischen einer Vielzahl von Stoffen entscheiden. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Wer sich eine Maske nähen will, muss sich zwischen einer Vielzahl von Stoffen entscheiden. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn © Mascha Brichta
Die Maske des Bekleidungsherstellers Maloja ist auf der Außenseite mit einer Behandlung auf Basis von natürlichen Silbersalzen überzogen - diese soll das Wachstum von Viren reduzieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Die Maske des Bekleidungsherstellers Maloja ist auf der Außenseite mit einer Behandlung auf Basis von natürlichen Silbersalzen überzogen - diese soll das Wachstum von Viren reduzieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn © Zacharie Scheurer
Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn
Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn © Friso Gentsch
In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn © Zacharie Scheurer
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt an vielen Orten eine Maskenpflicht. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt an vielen Orten eine Maskenpflicht. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn © Christoph Soeder
Manche nutzen Alltagsmasken auch als modisches Accessoire - an entsprechenden Angeboten mangelt es nicht. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn
Manche nutzen Alltagsmasken auch als modisches Accessoire - an entsprechenden Angeboten mangelt es nicht. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn © Kirsten Neumann

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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