Impfreaktionen weitergeben

Nach Corona-Impfung: Was Sie unbedingt tun müssen, wenn Sie Nebenwirkungen an sich bemerken

Nach einer Corona-Impfung klagen der Ständigen Impfkommission zufolge 47 Prozent der Geimpften über Abgeschlagenheit – eine normale Reaktion des Körpers auf eine Immunisierung.
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Nach einer Corona-Impfung klagen der Ständigen Impfkommission zufolge 47 Prozent der Geimpften über Abgeschlagenheit – eine normale Reaktion des Körpers auf eine Immunisierung.

Jede Impfung kann Nebenwirkungen entfalten. Die in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe gelten als sicher, stehen allerdings unter strenger Beobachtung.

  • In der Europäischen Union wurden bislang zwei Corona-Impfstoffe zugelassen: ein Präparat von Biontech und Pfizer sowie ein Vakzin des US-Unternehmens Moderna. Ersterer wird bereits seit Ende Dezember 2020 in Deutschland verimpft, letzterer bekam die Zulassung Anfang Januar 2021 von der EU-Kommission.
  • Beide Impfstoffe wurden in umfangreichen klinischen Studien als wirksam und sicher eingestuft. Allerdings kann es auch zu – meist harmlosen – Nebenwirkungen* kommen.
  • Wie das Bundesgesundheitsministerium informiert, finden auch nach der Zulassung von Impfstoffen weiterhin Untersuchungen statt, um mehr Informationen zur Sicherheit des Impfstoffs nach Anwendung in größeren Bevölkerungsgruppen zu erhalten. Hier ist auch der geimpfte Bürger gefragt.

Die Corona-Impfung ist freiwillig. Nach Abwägen der Vor- und Nachteile muss jeder selbst entscheiden, ob die Immunisierung gegen Covid-19 infrage kommt. Eine Reihe Argumente spricht dafür, doch viele haben Angst vor Nebenwirkungen. Diese können – wie bei anderen Impfungen oder Therapien – nicht vollständig ausgeschlossen werden, wie das Robert Koch-Institut als Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten informiert. Doch Erfahrungsberichte zeigen bislang: Die erfassten Nebenwirkungen einer Corona-Impfung sind meist harmloser Natur.

Das Problem: Corona-Impfstoffe sind erst seit kurzem für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Zwar wurden sie im klinischen Test (vor der EU-Zulassung eines Impfstoffes muss dieser drei klinische Phasen mit Erfolg durchlaufen) in Phase III an mehreren tausend Freiwilligen auf Nebenwirkungen und Wirksamkeit hin geprüft, jedoch fehlen Langzeit-Beobachtungen. Um Langzeit-Daten zu erfassen, sind bereits geimpfte Bürger aufgerufen, ihre Erfahrungen zu melden.

Corona-Impfung: Nebenwirkungen melden via Meldeformular oder App

Seltene oder sehr seltene unerwünschte Wirkungen, Wechselwirkungen oder andere Risiken im Zusammenhang mit der Arzneimittelanwendung können in klinischen Prüfungen üblicherweise nicht erkannt werden“, zitiert das Wochenblatt Fachleute vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). So wird Wirksamkeit, Sicherheit und auch die Schutzdauer der Covid-Impfstoffe fortlaufend vom Hersteller selbst sowie durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und die zuständigen Gremien bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) überprüft und bewertet, wie das Bundesgesundheitsministerium informiert. Doch die zuständigen Stellen sind auf die Mithilfe der Bürger angewiesen.

So setzt das PEI nicht nur auf Meldungen von Herstellern, Ärzten und Apotheken, sondern auch auf Direkt-Meldungen von Patienten und ihren Angehörigen. Mithilfe der Smartphone-App „SafeVac App 2.0“ erfasst das PEI unerwünschte Impfreaktionen und ermittelt auch, wie viele Menschen die Impfung gut vertragen.

Wer an der Befragung zur Verträglichkeit von Covid-19-Impfstoffen teilnehmen will, kann die SafeVac 2.0-App über folgende QR-Codes herunterladen

Es besteht auch die Möglichkeit, Nebenwirkungen einer Corona-Impfung auf folgender Website zu melden: www.nebenwirkungen.bund.de. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html

Umfrage zum Thema Corona-Impfung

Weiterlesen: Corona-Impfplan steht fest: Die meisten Bürger zählen zur Impfgruppe vier – Sie auch?

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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