Vielerorts ausverkauft

Schützt eine Mundschutzmaske vor einer Coronavirus-Infektion? Wer sie tragen muss

Mundschutzmasken gelten als sinnvolle Maßnahme, sich vor Corona- und Influenzaviren zu schützen. Experten sind sich einig über deren Gebrauch. Virologe gibt neue Einschätzung ab. 

  • Mundschutzmasken sollen die Übertragung von Coronaviren verhindern.
  • Mediziner empfehlen Mundschutz nur in bestimmten Fällen.
  • Nur wer eine Maske richtig anwendet, kann andere vor einer Ansteckung mit Coronaviren* schützen.

Update vom 25.03.2020: Virologe Christian Drosten zum Thema "Mundschutzmaske für jeden?"

Steigende Covid-19-Fälle in Deutschland beunruhigen die Bürger, viele fragen sich: Sollte ich eine Mundschutzmaske tragen, wenn ich das Haus verlasse? Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité gab im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" eine fachliche Einschätzung ab: In seinen Augen ergibt eine Maske nur für diejenigen Sinn, die eine Atemwegserkrankung haben. "Je weiter man dann weg ist von dieser Quelle (Anmerkung der Redaktion: Mit Quelle ist in diesem Zusammenhang eine kranke Person gemeint, die hustet oder niest), desto mehr hat man es mit einem feineren Aerosol zu tun. Und das wird auch seitlich in eine Maske eingeatmet, egal, ob man von vorne in den Mund einatmet. Oder man hat eine Maske auf und saugt es sich an der Seite rein. Das ist dann einfach kein Unterschied mehr. Deswegen: Je näher dran an der Quelle, desto besser. Deswegen muss die Maske an der Quelle sein und nicht am Empfänger. Und das ist sicherlich eine vollkommen einleuchtende Überlegung. Was eben nicht so einleuchtend ist, dass ich mich in der Öffentlichkeit mit einer Maske nicht selber schützen kann. Das ist einfach vielleicht ein bisschen schwer zu vermitteln. Aber es gibt einfach in der Literatur entweder keine oder – je nachdem, wie man es interpretieren will – fast keine Evidenz dafür, dass das helfen könnte", so Drosten im Interview

Artikel vom 16.03.2020: Mundschutzmasken vielerorts ausverkauft

Vor allem im asiatischen Raum sind sie weit verbreitet: Mundschutzmasken, die Träger und auch deren Mitmenschen vor Keimen und Viren schützen sollen. Während der SARS-Pandemie im Jahr 2002/2003 wurde diese Schutzmaßnahme von Medizinern empfohlen, um sich selbst, aber auch andere vor den Viren zu schützen, die das Schwere Akute Atemwegssyndrom (SARS) auslösen.

Seitdem der erste Coronavirus-Fall in Deutschland bestätigt wurde, überlegen sich auch immer mehr Deutsche, sich mit Mundschutzmaske vor einer Ansteckung mit Coronaviren zu schützen. In vielen Apotheken sind die Masken bereits ausverkauft. Auch in Australien und in den USA soll es bereits Lieferengpässe geben, wie der Tagesspiegel meldete. Doch wie sinnvoll ist die Anschaffung? Experten haben dazu eine klare Meinung. 

Mundschutzmaske sollte eng anliegen - dünne Papiermasken bringen wenig

In Deutschland sind Mundschutzmasken* in unterschiedlicher Qualität erhältlich. Sehr dünne Papiermasken hätten eine eher geringe Schutzwirkung, wie der Tagesspiegel berichtete. Diejenigen Masken, die auch medizinisches Personal tragen, seien dagegen eine gute Möglichkeit, andere vor Viren und Bakterien zu schützen - sofern sie richtig aufgesetzt werden. Die qualitativ hochwertigeren Masken sind innen saugfähig, nach außen flüssigkeitsabweisend und in Apotheken, aber auch teilweise in Drogerien erhältlich.

Eine gute Schutzwirkung sei einer Studie zufolge allerdings nur gegeben, wenn die Mundschutzmasken richtig angewendet werden. Dazu sollte man folgende Regeln befolgen:

  • Die Maske sollte eng anliegen und Nase und Mund vollständig bedecken.
  • Eine effektive Mundschutzmaske sollte einen Metalldraht als Nasenbügel enthalten, damit man die Partie um die Nase genau anpassen kann.
  • Ist die Maske durch die Atemluft durchfeuchtet, muss sie gewechselt werden.

Mehr zum Thema: Coronavirus-Warnung für Deutschland: „Müssen uns im gesamten Gesundheitssystem darauf vorbereiten".

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Schutz vor Coronaviren: Mundschutzmasken für Operateure, Grippekranke und andere ansteckende Patienten

Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es keinen Beleg dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert. Für Menschen mit Atemwegserkrankungen werden Mundschutzmasken allerdings empfohlen, weil dies das Risiko verringert, dass sie andere anstecken. Auch medizinisches Fachpersonal wie Ärzte zählen zu denjenigen, bei welchen eine Mundschutzmaske Sinn ergibt.

Es gibt dem Tagesspiegel zufolge Hinweise darauf, dass Mundschutzmasken im öffentlichen Raum nicht annähernd so gut vor Keimübertragung schützen als in Kliniken und Arztpraxen. Eine Erklärung könnte sein, dass medizinisches Personal geschult ist im Umgang mit Mundschutzmasken und sie entsprechend richtig anwenden. Eine andere Erklärung wäre, dass Menschen mit Mundschutz andere Vorsichtsmaßnahmen unterlassen, die vor Viren und Bakterien schützen. Dazu zählt regelmäßiges Händewaschen* und Abstand halten zu infizierten Personen.

Generell raten Mediziner nicht dazu, Schutzmasken in der Öffentlichkeit zu tragen. Sogenannte chirurgische Gesichtsmasken seien laut Bernd Salzberger, dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie vom Universitätsklinikum Regensburg, nicht zum Schutz vor Ansteckungen gemacht, sondern sollen verhindern, dass potentiell infektiöse Tröpfchen aus dem Atemtrakt von Chirurgen in das Operationsgebiet gelangen, wie der Bayerische Rundfunk meldete.

Lesen Sie auch: "Als würden wir auf Selbstmordmission gehen" - Crew-Mitglied über Coronavirus auf Kreuzfahrt.

Coronavirus-Infektion verhindern mit folgenden Schutzmaßnahmen

Allerdings stuft Salzberger Mundschutzmasken als sehr sinnvoll für Menschen ein, die erkrankt sind. So sollten etwa Grippekranke* eine Maske zum Schutz anderer Menschen tragen: "Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit", zitiert der BR den Experten Salzberger.

Auch Dr. Martin Hoch von der Taskforce Infektiologie des bayerischen Gesundheitsministeriums sieht keinen Sinn darin, derzeit als gesunder Mensch einen Mundschutz zu tragen. Einen wesentlich effektiveren Schutz verspricht in seinen Augen regelmäßiges Händewäschen und Niesen und Husten in die Armbeuge - und nicht in die Handinnenfläche.

Weiterlesen: Coronavirus: Was sind die Symptome? Lungenkrankheit breitet sich aus.

So ansteckend ist das Coronavirus wirklich

"Das Virus wird wie andere Infektionskrankheiten auch - zum Beispiel die Grippe - von Mensch zu Mensch übertragen", sagte Tropenmediziner Dr. Markus Frühwein im Interview: "Wir gehen im Moment davon aus, dass Menschen ansteckend sein können, bevor sie Symptome haben". Es sei allerdings naher Kontakt notwendig, um sich anzustecken*. Wer mit einem Coronavirus-Infizierten* im selben Konferenzraum war oder ein paar Reihen im Flieger von einer kranken Person entfernt gesessen ist, brauche sich in der Regel keine Sorgen machen, so Frühwein.

Weiterlesen: "Hirn einschalten": Chirurg macht Wut über die Coronavirus-Panik Luft – und offenbart schlimme Prognose.

Video: Coronavirus - Wie ansteckend ist das Virus?

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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