„Man schafft Kleinigkeiten im Alltag nicht“

Covid-19-Patientin berichtet über Spätfolgen - diese Komplikation beunruhigt Ärzte

Frau mit Tablet
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Auch junge und fitte Menschen können Langzeitfolgen ausgelöst durch Covid-19 davontragen (Symbolbild).

Covid-19 ist keine harmlose Infektionskrankheit – Patienten und Ärzte berichten über Spätfolgen, die auch junge Menschen stark beeinträchtigen können.

  • Husten und der Verlust des Geschmackssinns* kennzeichnen akutes Covid-19. Die Krankheit kann wie ein grippaler Infekt nach kurzer Zeit ausgestanden sein – doch es gibt auch Berichte über Menschen, die sich wochen- oder sogar monatelang nicht wieder vollständig gesund fühlen.
  • Grund dafür: Coronaviren greifen nicht nur die Atemwege an, sondern können auch Blutgefäße, Nervensystem und Organe schädigen. Dann kann es sogar zu lebensbedrohlichen Verläufen kommen.
  • Doch auch wenn die Coronavirus-Infektion überstanden ist, kann es lange dauern, bis man sich wieder völlig gesund fühlt. Ärzte und Patienten berichten.

Kontaktbeschränkungen, Lockdowns, Sorge um Angehörige und um die eigene Gesundheit: Die Coronavirus-Pandemie belastet. Was zudem beunruhigt: Niemand weiß, wie der eigene Körper auf eine Infektion reagieren würde. Milde Verläufe, die einer Erkältung ähneln bis schweres Covid-19, das stationär behandelt werde muss: Beides ist theoretisch möglich. Weltweit beschäftigen sich Forscher mit der Frage, warum manche Menschen schwerer an Covid-19 erkranken als andere. In einer neuen Studie wird etwa eine Autoimmunreaktion als mögliche Ursache diskutiert. Auch in Hinblick auf mögliche Spätfolgen werden regelmäßig neue Studien veröffentlicht – die in vielen Fällen allerdings auf nur geringen Datenmengen basieren. Groß angelegte und Langzeitstudien müssen dann folgen, um die Studienergebnisse zu untermauern.

Doch auch Berichte von Ärzten und Patienten zeichnen ein Bild davon, welche Covid-19-Ausprägungen und -Folgen möglich sind: „Die Patienten, die zu uns kommen, sind häufig noch schwer gekennzeichnet, haben Lähmungserscheinungen, haben maximale Leistungseinschränkung, haben psychosomatische Probleme und gelten in der Statistik vermeintlich als Genesene, sind sie aber in keinerlei Weise. Also diese Patienten sind sicherlich nicht gesund und arbeitsfähig“, so Dr. Jördis Frommhold, Fachärztin für Innere Medizin an der Median Klinik Heiligendamm im Fokus-Interview. Zwar gibt es keine konkreten Zahlen bezüglich der Covid-19-Spätfolgen, doch Mediziner schätzen, dass sie zehn Prozent der Menschen nach mildem Covid-19-Verlauf treffen. Bei mittleren bis schweren Fällen könnte es sogar jeder zweite Patient sein.

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Körperliche Schwäche lange nach Coronavirus-Infektion

Vor Langzeitfolgen sind auch junge Patienten nicht gefeit, so wie Jennifer Pingen. Die junge Frau erkrankte im Mai 2020 an Covid-19 und musste monatelang stationär behandelt werden. Doch auch Monate nach der Erkrankung kämpft sie mit Problemen. „Man schafft die ganz normalen Kleinigkeiten im Alltag nicht, zum Beispiel die Küche zu putzen, oder einfach staubwischen in der Wohnung, oder den Staubsauger benutzen, Boden putzen: Das schafft man halt alleine nicht mehr, da braucht man Unterstützung. Und wenn man bedenkt, dass man vorher den ganzen Tag unterwegs war, fit war, ins Fitnessstudio gegangen ist, ordentlich trainiert hat, ist das schon eine sehr starke Einschränkung“, so Pingen im Interview mit Fokus.de.

Posttraumatische Belastungsstörung als mögliche Corona-Spätfolge

Dr. Ralf Schipmann, Chefarzt der Klinik Martinusquelle in Bad Lippspringe, beobachtet vermehrt psychische Probleme bei Covid-19-Patienten, die sich auch auf die Zeit nach der Erkrankung erstrecken können: „Die psychische Belastung bei den Corona-Patienten ist sehr auffällig, das sind ganz elementare Erlebnisse: Todesängste, Verlustängste, Trauer, das Gefühl, alleine gelassen zu sein, sich nicht mit Angehörigen austauschen zu können. Und das führt manchmal zu sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen, wo dann auch professionelle Hilfe notwendig ist“. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/mediziner-sind-wegen-moeglicher-corona-spaetfolgen-alarmiert/

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Ob eher fitnessbetont oder auf Entspannung bedacht: Wer Lust auf Yoga hat, findet meist auch die Form, die ihm am meisten liegt. Foto: Christin Klose
Ob eher fitnessbetont oder auf Entspannung bedacht: Wer Lust auf Yoga hat, findet meist auch die Form, die ihm am meisten liegt. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Tief durchatmen: Wer sich entspannen will, muss dafür nicht unbedingt auf dem Sofa liegen. Sportarten wie Yoga nehmen neben dem Körper auch den Geist in den Blick. Foto: Christin Klose
Tief durchatmen: Wer sich entspannen will, muss dafür nicht unbedingt auf dem Sofa liegen. Sportarten wie Yoga nehmen neben dem Körper auch den Geist in den Blick. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Karin Sedlmeier beim Tai Chi. In ihrer Schule lehrt sie Tai Chi und Qigong. Foto: Andreas Eberl
Karin Sedlmeier beim Tai Chi. In ihrer Schule lehrt sie Tai Chi und Qigong. Foto: Andreas Eberl © Andreas Eberl
Entspannung durch vorherige Anspannung: Viele Sportarten, die sich dem Stressabbau verschrieben haben, wie die Progressive Muskelentspannung, funktionieren auf diese Weise. Foto: Andrea Warnecke
Entspannung durch vorherige Anspannung: Viele Sportarten, die sich dem Stressabbau verschrieben haben, wie die Progressive Muskelentspannung, funktionieren auf diese Weise. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Karin Sedlmeier ist Besitzerin einer Qigong- und Tai-Chi-Schule sowie Tai-Chi- und Qigong- Lehrerin. Foto: Andreas Eberl
Karin Sedlmeier ist Besitzerin einer Qigong- und Tai-Chi-Schule sowie Tai-Chi- und Qigong- Lehrerin. Foto: Andreas Eberl © Andreas Eberl
Ulrika Eiworth arbeitet als Nia-, Yoga-, Pilates- und Aerobic-Lehrerin in Mosbach. Foto: Kai Köhler
Ulrika Eiworth arbeitet als Nia-, Yoga-, Pilates- und Aerobic-Lehrerin in Mosbach. Foto: Kai Köhler © Kai Köhler

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