Alltagsfrage

Dermatologe klärt auf: So gesund ist es wirklich, sich überall zu rasieren

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Glatt und haarlos - das wünschen sich viele Frauen und Männer.

Ob Frau oder Mann – vielen ist die (stark wachsende) Körperbehaarung ein Dorn im Auge. Glatt gilt schließlich als schön. Doch wie gefährlich ist der Trend?

Glatt wie ein Babypopo – so lautet derzeit das gängige Beauty-Credo. Und nicht nur Frauen träumen von einem schönen, haarlosen Körper, auch die Herren der Schöpfung streben immer mehr nach einer weichen Haut ohne störende Härchen. Der Pelz stört hier nur – und ist für Frau und Mann ein unnötiger Graus.

So bekennen sich immer mehr Deutsche zu einem haarlosen Äußeren. Sie rasieren sich nicht mehr nur an Beinen, Achseln oder Intimbereich, sondern nun den gesamten Körper. Doch ist das so gesund? Oder schaden sie sich am Ende mehr als gedacht?

Dermatologe klärt über Rasieren am ganzen Körper auf

Fest steht: Unsere Körperbehaarung hat heutzutage keinen wirklichen Zweck mehr, vor allem die verhasste Intimbehaarung. Früher dagegen brachte sie gleichwohl einen evolutionären Vorteil. "Es handelt sich dabei um Reste der rudimentären Behaarung, die in grauer Vorzeit als sexuelle Lockstoffe gedient haben", erklärt auch Dr. Timm Golüke, Hautarzt aus München gegenüber Fitbook Online. Daher rieche es auch im Genitalbereich sowie unter den Achseln anders als an anderen Körperregionen.

Auch interessant: Darum sollten Sie niemals Duschgel zum Rasieren nehmen.

Außerdem schützte der "Pelz" am Körper unsere Vorfahren vor Kälte und hielt sie warm. Doch das ist glücklicherweise heutzutage nicht mehr nötig – warme Winterkleidung kann hier Abhilfe schaffen. Daher ist es auch kein Problem, wenn Sie sich aus ästhetischen Gründen rasieren wollen. Aber auch aus gesundheitlicher Sicht spricht nichts dagegen.

Ästhetisch und hygienisch: Wie Sie Pickelchen und Verletzungen vermeiden

Schließlich ist es laut Hautarzt Golüke auch um einiges hygienischer, bieten doch Haarbüschel unter Achseln oder im Intimbereich einen optimalen Nährboden für Keime. Vor allem, da es an diesen Körperstellen oft feucht und warm ist. Wer sich rasiert, der bietet weniger Angriffsfläche für Bakterien und das wiederum bedeutet auch, dass möglicher Schweiß weniger riecht.

Erfahren Sie hier: Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie sich niemals untenrum rasieren.

Generell gilt aber: Gehen Sie stets vorsichtig vor, warnt der Dermatologe. "Beim Rasieren können Mikroverletzungen entstehen, die Eintrittspforten für Viren darstellen können", so Golüke. Aber auch kleinere Pickelchen können darauf hindeuten, dass sie zu oft über eine Stelle mit dem Rasierer gefahren sind oder eine kaputte Klinge benutzt haben. "Ist diese stumpf und gleitet nicht reibungslos, muss man noch mehr Druck ausüben. Dadurch kann das Risiko auf Entzündungen steigen", schließt er.

Lesen Sie auch: So sollten Sie untenrum riechen - und was ein gelber Ausfluss bedeutet.

jp

Hat sich Ihr Haar so verändert? Dann schnell ab zum Arzt!

Wer in jungen Jahren so wie Hollywoodstar Matt Damon schon ergraut, der ist entweder genetisch vorbelastet oder aber es fehlen ihm wichtige Nährstoffe. Außerdem können graue Haare in einem zu frühen Stadium auch auf eine Schilddrüsenüberfunktion, genannt Morbus Basedow, hinweisen. Auch wenn die Schilddrüsenfunktion mithilfe von Hormontabletten wieder hergestellt wird, bildet sich die Ursprungsfarbe der Haare nicht zurück.
Wer in jungen Jahren so wie Hollywoodstar Matt Damon schon ergraut, der ist entweder genetisch vorbelastet oder aber es fehlen ihm wichtige Nährstoffe. Außerdem können graue Haare in einem zu frühen Stadium auch auf eine Schilddrüsenüberfunktion, genannt Morbus Basedow, hinweisen. Auch wenn die Schilddrüsenfunktion mithilfe von Hormontabletten wieder hergestellt wird, bildet sich die Ursprungsfarbe der Haare nicht zurück. © picture alliance / dpa / Robert Schlesinger
Stumpfes, glanzloses Haar deutet oftmals auf zu viel Stress, Überlastung oder aber auch Vitaminmangel hin. Manchmal kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente daran schuld sein. Allerdings ist ein trockener, matter Schopf auch ein Warnzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion. Tipp: Am besten konsultieren Sie Ihren Hausarzt. Eine Blutbild wird Aufschluss darüber geben, was Ihnen fehlt.
Stumpfes, glanzloses Haar deutet oftmals auf zu viel Stress, Überlastung oder aber auch Vitaminmangel hin. Manchmal kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente daran schuld sein. Allerdings ist ein trockener, matter Schopf auch ein Warnzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion. Tipp: Am besten konsultieren Sie Ihren Hausarzt. Eine Blutbild wird Aufschluss darüber geben, was Ihnen fehlt. © pixabay/Katerina_Knizakova
Schuppen - egal, ob fettig oder trocken - sind oftmals erblich und/oder hormonell bedingt. Betroffene leiden unter Juckreiz, "Schneerieseln" und teilweise sogar unter Ekzemen. So wird vermutet, dass fettige, gelbliche Schuppen durch einen Hefepilz ausgelöst werden, der die Kopfhaut befällt. Oftmals helfen Cortisonsalben, die Ihnen der Hautarzt verschreibt oder aber auch Antischuppen-Shampoos, um das Problem in den Griff zu kriegen. Bei trockenen, weißlichen Schuppen haben sich dagegen milde Shampoos für Allergiker bewährt.
Schuppen - egal, ob fettig oder trocken - sind oftmals erblich und/oder hormonell bedingt. Betroffene leiden unter Juckreiz, "Schneerieseln" und teilweise sogar unter Ekzemen. So wird vermutet, dass fettige, gelbliche Schuppen durch einen Hefepilz ausgelöst werden, der die Kopfhaut befällt. Oftmals helfen Cortisonsalben, die Ihnen der Hautarzt verschreibt oder aber auch Antischuppen-Shampoos, um das Problem in den Griff zu kriegen. Bei trockenen, weißlichen Schuppen haben sich dagegen milde Shampoos für Allergiker bewährt. © picture-alliance / dpa / MSD_Sharp_&_Dohme
Haarausfall betrifft häufiger Männer als Frauen und ist oftmals genetisch bedingt. Falls allerdings Frauen davon betroffen sind, kann eine hormonelle Störung zugrunde liegen, zum Beispiel in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren. Das bedeutet konkret: Das Testosteron im Körper ist zu hoch. Weitere Ursache können Eisenmangel, Fehlfunktion der Schilddrüse, Medikamente wie Statine oder Psychopharmaka sowie starker Stress sein.
Haarausfall betrifft häufiger Männer als Frauen und ist oftmals genetisch bedingt. Falls allerdings Frauen davon betroffen sind, kann eine hormonelle Störung zugrunde liegen, zum Beispiel in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren. Das bedeutet konkret: Das Testosteron im Körper ist zu hoch. Weitere Ursache können Eisenmangel, Fehlfunktion der Schilddrüse, Medikamente wie Statine oder Psychopharmaka sowie starker Stress sein. © pixabay/kalhh
Haarspliss ist nicht nur unschön, sondern kann ein ernsthaftes, gesundheitliches Problem darstellen. So sorgt unter anderem ein Biotinmangel dafür, dass die Haare an den Spitzen oder gar direkt an der Kopfhaut abbrechen. Aber auch eine Mangelernährung bzw. eine dauerhafte, zu geringe Kalorienzufuhr kann dahinter stecken. Doch auch ganz banale Gewohnheiten wie zu heißes Föhnen, zu häufiges Haarefärben oder zu straff gebundene Zöpfe sind bedenkliche Gründe, die Spliss fördern.
Haarspliss ist nicht nur unschön, sondern kann ein ernsthaftes, gesundheitliches Problem darstellen. So sorgt unter anderem ein Biotinmangel dafür, dass die Haare an den Spitzen oder gar direkt an der Kopfhaut abbrechen. Aber auch eine Mangelernährung bzw. eine dauerhafte, zu geringe Kalorienzufuhr kann dahinter stecken. Doch auch ganz banale Gewohnheiten wie zu heißes Föhnen, zu häufiges Haarefärben oder zu straff gebundene Zöpfe sind bedenkliche Gründe, die Spliss fördern. © picture alliance / dpa / Susann Prauts

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