Herzkrank?

Diese Stirnfalten sagen verblüffend viel über Ihre Gesundheit aus, besagt Studie

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An der Stirn kann man ablesen, ob es demjenigen heiß ist. Auch die Stirnfalten sagen wohl einiges über den Träger aus (Symbolbild).

Falten im Gesicht sind ganz normal, Lachfalten gar charmant. Doch es gibt auch Gesichtsfalten, die auf eine Krankheit hinweisen, wie französische Forscher herausfanden.

Manche Schauspieler machen es vor: Mit viel Botox und keinen Falten im Gesicht sieht man eher gruselig aus als schön. Falten sind normal, sie entstehen etwa durch unsere Mimik, wenn wir Lachen oder konzentriert in den Computer schauen. Es gibt aber auch eine gefährliche Form der Falten, wie ein Forscherteam aus Frankreich jetzt herausgefunden hat.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gemessen an der Faltentiefe

So stellte Dr. Yolande Esquirol auf dem ESC Congress 2018 in München ihre Studienergebnisse vor (ESC steht für European Society of Cardiology - zu deutsch: Europäische Gesellschaft für Herzgesundheit): Tiefe horizontale Falten auf der Stirn sind verbunden mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen!

Das französische Forscherteam um Esquirol untersuchte 3.200 Berufstätige über einen Zeitraum von 20 Jahren. Alle waren zu Beginn der Studie gesund. In regelmäßigen Abständen maßen die Studienleiter die Tiefe der Stirnfalten aller Probanden: "0" stand dabei für "keine Falten", "3" für "viele tiefe Falten".

Tiefe Falten könnten auf Arteriosklerose hinweisen

Im Laufe der Studienlaufzeit von 20 Jahren verstarben 233 Teilnehmer. Dabei hatten die Studienteilnehmer, deren Falten die Forscher mit 2 oder 3 bewerteten, ein fast zehnmal höheres Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben als die Menschen mit den faltenfreien Gesichtern. Bei den Probanden mit der Faltentiefe 0 war das Risiko am geringsten.

So beugen Sie Arteriosklerose und damit einem Herzinfarkt am besten vor

Darum hält Nordic Walking durch das Herbstlaub Ihr Herz gesund.
Darum hält Nordic Walking durch das Herbstlaub Ihr Herz gesund. © Armin Weigel/dpa
Eine Angioplastie kann helfen, verschlossene Gefäße wieder zu erweitern, damit das Blut normal fließen kann. Foto: Franziska Gabbert
Eine Angioplastie kann helfen, verschlossene Gefäße wieder zu erweitern, damit das Blut normal fließen kann. Foto: Franziska Gabbert © Andrea Warnecke
Menschen mit Gefäßverkalkung dürfen zwei Eier in verarbeiteter Form pro Woche essen. Foto: Franziska Gabbert
Menschen mit Gefäßverkalkung dürfen zwei Eier in verarbeiteter Form pro Woche essen. Foto: Franziska Gabbert © Franziska Gabbert
Komplett auf Eier verzichten müssen Menschen mit Arteriosklerose nicht: Drei pro Woche sind in Ordnung. Foto: Franziska gabbert
Komplett auf Eier verzichten müssen Menschen mit Arteriosklerose nicht: Drei pro Woche sind in Ordnung. Foto: Franziska gabbert © Franziska Gabbert
Prof. Ernst Weigang ist Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Therapie am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin. Foto: Martin Thomas/Paul Gerhardt Diakonie/dpa-tmn
Prof. Ernst Weigang ist Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Therapie am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin. Foto: Martin Thomas/Paul Gerhardt Diakonie/dpa-tmn © Martin Thomas
Rita Rausch ist Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Foto: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V./dpa-tmn
Rita Rausch ist Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Foto: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V./dpa-tmn © VZ Rheinland-Pfalz

Warum die Anzahl und Tiefe von Stirnfalten Rückschlüsse auf die Herzgesundheit zulässt, ist noch nicht abschließend geklärt. Esquirol erklärt, dass Blutgefäße in der Stirn so klein sind, dass sie für eine Plaque-Ansammlung besonders empfindlich seien. Somit seien Falten eines der ersten Anzeichen von Gefäßalterung. Ob die Falten damit auch ein sicheres Merkmal von einer fortgeschrittenen Arterienverkalkung (Arteriosklerose) sind, ist aber noch nicht ausreichend belegt.

Diese Falte kann ein Zeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen seinDiese Falte am Ohr zeigt, wie gesund Ihr Herz ist.

Falten-Check bald beim Kardiologen?

Die Studienleiter der Falten-Studie schlagen aber vor, die Untersuchung von Stirn-Falten in die Diagnose von Herzkrankheiten einzubinden. Der Grund: Herzkrankheiten bleiben oft sehr lange unentdeckt, weil Betroffene keine Symptome verspüren. Der Falten-Check könnte auf den ersten Blick Risikopatienten ermitteln und eine Behandlung einleiten.

Bei nicht alterstypischen tiefen Stirnfalten lohnt sich also der Gang zum Arzt. Stellt dieser ein Herzleiden fest, kann nicht nur medikamentös gut behandelt werden. Auch ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und abwechslungsreicher Ernährung wirkt sich positiv auf unser Herz aus.

Haben Sie Bluthochdruck?

Mehr zum Thema Ernährung: Vitamintabletten schützen nicht vor Kreislauferkrankungen.

jg

Der Herzschlag ist durcheinander

Alles im Takt? Prof. Andreas Götte und eine Schwester kümmern sich um das EGK bei einem Patienten. Foto: Oliver Krato
Alles im Takt? Prof. Andreas Götte und eine Schwester kümmern sich um das EGK bei einem Patienten.  © Oliver Krato
Gerti Koch hat Vorhofflimmern. Sie weiß meistens, in welchen Situationen ihr Herz zu beben beginnt. Foto: Gerti Koch
Gerti Koch hat Vorhofflimmern. Sie weiß meistens, in welchen Situationen ihr Herz zu beben beginnt.  © Gerti Koch
Das Assistenzpersonal überwacht im Kontrollraum des Herzkatheter-Labors im St. Vincenz Krankenhaus in Paderborn die Herz-Kreislauf Funktion, während Prof. Dr. Götte im einen Patienten behandelt. Foto: Oliver Krato
Das Assistenzpersonal überwacht im Kontrollraum des Herzkatheter-Labors im St. Vincenz Krankenhaus in Paderborn die Herz-Kreislauf Funktion, während Prof. Dr. Götte im einen Patienten behandelt.  © Oliver Krato
Bei der Katheterablation wird ein Stimulations-Katheter in die Herzhöhlen eines Patienten geführt. Foto: Oliver Krato
Bei der Katheterablation wird ein Stimulations-Katheter in die Herzhöhlen eines Patienten geführt.  © Oliver Krato
Damit der Arzt erkennen kann, ob der Patient Vorhofflimmern hat, muss erst ein EKG angefertigt werden. Foto: Oliver Krato
Damit der Arzt erkennen kann, ob der Patient Vorhofflimmern hat, muss erst ein EKG angefertigt werden.  © Oliver Krato
Prof. Götte vergleicht ein unauffälliges EKG (oben) mit einem auffälligen. Foto: Oliver Krato
Prof. Götte vergleicht ein unauffälliges EKG (oben) mit einem auffälligen.  © Oliver Krato
Prof. Andreas Götte weiß, dass ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko eine Folge von Vorhofflimmern ist. Foto: Oliver Krato
Prof. Andreas Götte weiß, dass ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko eine Folge von Vorhofflimmern ist.  © Oliv er Krato
Während ein Patient im Labor behandelt wird, begutachtet ein Arzt im Kontrollraum die dreidimensionale Rekonstruktion der Herzbestandteile. Foto: Oliver Krato
Während ein Patient im Labor behandelt wird, begutachtet ein Arzt im Kontrollraum die dreidimensionale Rekonstruktion der Herzbestandteile. Foto: Oliver Krato © Oliver Krato

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