Einsam und allein?

Verblüffend: Dieser Faktor beeinflusst wirklich, ob Sie im Alter gesund bleiben

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Es muss nicht immer ein Partner sein: Was uns wirklich gesund und glücklich macht.

Nicht rauchen und nicht trinken: Bestimmt nicht das schlechteste Rezept, um auch als Senior noch fit zu sein. Doch es gibt einen Faktor, der wohl noch wichtiger ist.

Im Grunde weiß man ja, was gesund ist: viel Bewegung, ausgewogene Ernährung und wenig Alkohol. Wer von alledem kein Freund ist, lieber kräftig schlemmt und als Couchpotatoe dem Müßiggang frönt, der wird sich jetzt über das Ergebnis einer Langzeitstudie freuen.

Studie beleuchtet, wie wichtig Freunde und Familie sind

Forscher der Harvard Universität in den USA befassten sich mit der Frage, was Menschen im Alter gesund hält. Dafür zogen sie eine Langzeitstudie heran, die ganze 80 Jahre lang gelaufen ist. Vor allem die Informationen zum Lebensstil der Studienteilnehmer waren für die Wissenschaftler relevant, wie etwa das Essverhalten.

Aber auch ihr Sozial-Leben wurde unter die Lupe genommen: Wie oft trafen sich die Probanden mit Freunden? Hatten sie ein reges Familienleben? Oder waren sie oft alleine und hatten keine engen Angehörigen oder Freunde? Es kristallisierte sich heraus, dass soziale Kontakte viel wichtiger für den Gesundheitszustand sind, als lange angenommen wurde.

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Qualität vor Quantität: Das gilt auch für Beziehungen

So spricht Robert Waldinger, Professor für Psychologie und Leiter der Studie sogar davon, dass "Einsamkeit tötet - sie ist so mächtig wie Rauchen und Alkoholismus". So sei es der rege Austausch mit Freundeskreis und Familie, der ältere Menschen gesund hält, wie die Studie belegt. Dabei ist es allerdings nicht wichtig, wie viele Freunde man hat: Es ist die Qualität der Beziehung, die zählt.

Auch die Beziehung zum Partner ist ausschlaggebend dafür, wie gesund wir altern. Wer eine glückliche Ehe führte, war der Langzeitstudie zufolge zufriedener und psychisch gesünder als unglücklich Verheiratete. Das lässt sich natürlich nicht nur auf die Ehe, sondern auch auf eine Partnerschaft übertragen.

Ist ein intaktes soziales Netz also wichtiger für gesundes Altern als gesunde Ernährung, keine Zigaretten, kein Alkohol und viel Bewegung? Wie genau alles zusammenhängt, muss noch näher erforscht werden. Eines ist aber sicher: Einsamkeit ist gesundheitsschädlich.

Zur Studie

München platzt aus allen Nähten - Droht deshalb eine Krankheitslawine?

Lesen Sie auch: Studienteilnehmer werden immer jünger: Haben US-Forscher den Jungbrunnen entdeckt?

jg

Umarmen oder Händeschütteln: Berührungen tun gut

Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen
Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen © Monique Wüstenhagen
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta © Mascha Brichta
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP © Fredi Lang
Chrstine Sowinski arbeitet beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Foto: KDA/dpa-tmn
Chrstine Sowinski arbeitet beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Foto: KDA/dpa-tmn © -
Ute Repschläger ist Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Foto: Georg J. Lopata
Ute Repschläger ist Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Foto: Georg J. Lopata © Georg J. Lopata

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