Mediziner warnen

Eine Tasse Reis, eine Tasse Bohnen am Tag: Das macht die Dschungeldiät mit dem Körper

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Das war Tag 8 im Dschungelcamp 2016: Nach der Dschungelprüfung mit acht erkämpften Sternen gab es endlich Essen. Trotzdem motzten Rolf Zacher (links) und Thorsten Legat. Alle Infos im RTL-Special „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“

Dschungelcamp 2019: Jeder Dschungelcamp-Bewohner isst am Tag nur eine Tasse Reis, eine Tasse Bohnen. So gefährlich ist die Dschungeldiät.

Wir kennen die Szenen: Ein mehr oder weniger prominenter Dschungelcamp-Bewohner tritt zur Dschungelprüfung an, schafft sie aber nicht. Zu groß ist der Ekel, sich mit Taucherbrille in eine Wanne mit Mehlwürmern zu legen oder einen Insekten-Smoothie herunterzuschlucken, ohne sich die Nase zuzuhalten oder sich danach zu übergeben. Wenn der Gescheiterte niedergeschlagen zurück ins Camp trottet, ist das Theater groß. Die anderen mehr oder weniger prominenten Bewohner motzen rum. Denn keine Sterne bedeutet: keine Beilagen zu den 70 Gramm Bohnen und 70 Gramm Reis, die jeder am Tag nur essen darf.

Und das wiederum bedeutet: Der Magen knurrt, die gereizte Stimmung wird noch gereizter. Diese Szenen werden wir beim Dschungelcamp 2019 wieder erleben. Und wieder werden sich viele RTL-Zuschauer fragen, wie gesund die sogenannte Dschungeldiät mit nur wenig Reis und Bohnen eigentlich ist. Vielleicht ist dieses radikale Fasten etwas, das Sie nachahmen sollten, um schnell ein bisschen Gewicht zu verlieren? 

(Lesen Sie auch über das Dschungelcamp 2019: Das sind die Kandidaten bei „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“)

Die Dschungeldiät lässt Kilos purzeln, sie ist aber wirklich gefährlich

Richtig ist, dass die Dschungelcamp-Bewohner ihren Körpern mit der extrem einseitigen, fettarmen Kost aus wenig Reis, wenig Bohnen und noch geringeren Mengen an Insekten und Innereien nur eine niedrige Kalorienmenge zuführen. Schätzungsweise 400 Kalorien.

Eigentlich sollte ein Mensch während einer Diät nie weniger als 800 Kalorien am Tag zu sich nehmen, sagt der Münchner Ernährungsmediziner Hans Hauner. Sofern die RTL-Kandidaten als gesund und fit eingestuft werden, dürften sie die zwei Wochen auf Dschungeldiät überstehen. Klar sei aber auch, dass die Kombination aus Hungergefühl, Hitze und schwüler Luft im Dschungelcamp den Körper stresse. Die Leistungsfähigkeit könnte leiden, die RTL-Kandidaten schwächeln. Ob sich die Diät auch psychisch negativ auswirkt, hänge von jedem Einzelnen ab, sagt Hauner. Manche, so prognostiziert er, werden sich mit dem Hunger abfinden, andere empfindlich, aggressiv reagieren.  

Diese Grafik zeigt die Kalorienzufuhr mit der Dschungeldiät

Allein dieser Zahl verdeutlicht schon, was von der Dschungeldiät zu halten ist.

(Quelle der Grafik: https://www.meinbauch.net/dschungeldiaet/)

Ernährungswissenschaftler Berthold Koletzko, der die Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung am Haunerschen Klinikum in München leitet, bestätigt, dass die Dschungeldiät zum Gewichtsverlust führen kann. Zuschauer erinnern sich zum Beispiel an Iris Klein, Daniela Katzenbergers Mutter, die damals zehn Kilogramm abgenommen haben soll. Der Abnehmeffekt sei jedoch „nicht nachhaltig“, sagt Koletzko. „Denn bei der Rückkehr zur gewohnten Ernährung wird der Gewichtsverlust meist rasch wieder aufgeholt.“ Die meisten Menschen, die ihren Körper auf eine strenge Diät gesetzt haben, kennen den gehassten Jojo-Effekt. 

(Lesen Sie auch über das Dschungelcamp 2019: Reporter enthüllen geheime Tricks von RTL)

Dschungelcamp 2019: Das passiert, wenn „Promis“ nach der Dschungeldiät wieder richtig reinhauen

„Promis“, die von den Zuschauern nicht genügend Stimmen bekommen und daher rausfliegen, kehren verbittert ins Hotel zurück. Sie belohnen sich für die Strapazen mit kalorienreichem Essen. Zum Beispiel Fleisch mit fettigen Beilagen wie Pommes und hinterher verschlingen sie einen fetten Nachtisch. So etwas kann doch nicht gesund sein?

Ernährungswissenschaftler Koletzko bestätigt das: „Das auftretende ‚Refeeding-Syndrom‘ kann innerhalb des Körpers starke Verschiebungen von Flüssigkeit und Salzen und bei schwerer Ausprägung Muskelschwäche, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen auslösen, in selten Fällen kann es sogar zum Tode führen.“ Er rät deshalb, dass „nach einer Phase strenger Unterernährung der Nahrungsaufbau nur allmählich und schrittweise erfolgen“.

sah

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