Beste Zeit für eine Impfung

Ist die Grippe schon da?

Der Herbst ist nach Ansicht von Experten die beste Zeit für eine Grippe-Impfung. Doch nur jeder Vierte ist gegen Grippe geimpft.

Vor Beginn der Grippe-Saison sollten sich Risikogruppen wie Menschen ab 60, chronisch Kranke und Schwangere gegen die Infektionserkrankung impfen lassen. 14 Millionen Impfdosen seien bereits freigegeben, teilte das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Mittwoch mit. 

Empfohlen wird die Influenza-Schutzimpfung auch Menschen, die in Medizin und Pflege arbeiten. Als optimaler Impfzeitpunkt gelten Oktober und November. Bis ein ausreichender Schutz aufgebaut ist, dauert es bis zu 14 Tage.

Grippewelle 2015/16: 4,1 Millionen Arztbesuche

In der vergangenen Saison 2015/16 gab es laut Robert Koch-Institut (RKI) geschätzt 4,1 Millionen Arztbesuche und 16.000 Klinik-Einweisungen wegen Grippe.

 „Das Risiko einer Influenzaerkrankung sollte vor jeder Saison ernst genommen werden“, erklärte RKI-Präsident Lothar H. Wieler. Allerdings lassen sich in Deutschland nur relativ wenige Menschen gegen Grippe impfen: Bei Senioren lag die Quote im Winter 2014/15 bei etwas über einem Drittel, für die zurückliegende Saison gab es keine Angaben.

Wirkt der Grippe-Impfstoff?

Allerdings gab es zuletzt immer wieder Diskussionen um die Zusammensetzung der Impfstoffe und deren Effektivität. Nach RKI-Angaben wird die Wirksamkeit in der zurückliegenden Saison nun als „niedrig bis moderat“ gewertet. In anderen Saisons hätten die Werte höher gelegen, bei 40 bis 60 Prozent. Unabhängig davon ist die Impfung laut RKI die „wichtigste Maßnahme“ zum Schutz vor Grippe.

Für Diabetiker und chronisch Kranke ist die Grippe-Schutzimpfung im Herbst besonders wichtig.

Da die ersten Influenza-Fälle meist im Dezember auftreten, ist der beste Zeit für eine Grippe-Impfung von September bis November. Auch später ist eine Grippe-Impfung noch sinnvoll. Doch die Impfung wirkt nicht sofort, sondern erst nach 10 bis 14 Tagen.

Grippe oder Erkältung? Symptome erkennen

Die Nase läuft, der Hals kratz und der Kopf brummt - eine echte Grippe (Influenza)  ist eine ernst zunehmende Erkrankung. Selbst in unkomplizierten Fällen dauert sie fünf bis sieben Tage. Symptome einer Grippe sind plötzlich hohes Fieber über 38,5 Grad, trockener Reizhusten, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei den ersten Anzeichen einer Grippe , ist ein Arztbesuch ratsam. 

Die hochansteckenden Influenza-Viren verbreiten sich durch kleinste Tröpfchen beim Reden, Husten oder Niesen. Grippe-Patienten sind ein bis zwei Tage vor Beginn der ersten Krankheitsanzeichen und danach noch für etwa eine Woche ansteckend.

Wann beginnt in Deutschland die Grippewelle?

In Deutschland kommt es in den Wintermonaten - meist nach dem Jahreswechsel - zu Grippewellen. 

Grippewelle 2017: Ende zeichnet sich langsam ab

So läuft die Grippewelle 2016/2017.
49. Woche 2016. Bislang bestätigte sind 275 labordiagnostisch Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand: 13.12.2016) worden. © Robert Koch-Institut.
Grippe Aktivität in der 50. Woche.
50. Woche 2016: Im Vergleich zur Vorwoche ist die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) gestiegen. © Robert Koch-Institut.
Die Grippewelle der Saison 2016/17 hat nach Definition der AGI in der 51. KW 2016 begonnen.
51. Woche 2016: Die Grippewelle der Saison 2016/17 hat nach Definition der AGI in der 51. KW 2016 begonnen. © RKI
52. Woche 2016. Grippeaktivität Influenza 2016/2017
52. Woche 2016.: Für die 51. und 52. Meldewoche 2016 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 2.601 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt (Datenstand 03.01.2017), teilt die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) mit. © RKI

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

dpa/ml

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Entspannt von Sommer- zu Winterzeit wechseln
Gesundheit

Entspannt von Sommer- zu Winterzeit wechseln

Schon wieder Zeitumstellung: Vor allem Eltern von kleinen Kindern dürfte das beunruhigen. Muss es aber nicht. Ein Schlafmediziner erklärt, was Eltern und Kinder jetzt …
Entspannt von Sommer- zu Winterzeit wechseln
Sie wollen nicht mehr ins Büro oder unter Leute? Das Cave-Syndrom könnte dahinter stecken
Gesundheit

Sie wollen nicht mehr ins Büro oder unter Leute? Das Cave-Syndrom könnte dahinter stecken

Die Corona-Ausgangssperren sind zu Ende, Bars, Restaurants und Vereine öffnen wieder. Wer nicht mehr zurückfindet ins normale Leben, könnte am Cave-Syndrom leiden.
Sie wollen nicht mehr ins Büro oder unter Leute? Das Cave-Syndrom könnte dahinter stecken

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.