Mythen und Fakten

Grippewelle 2018: Das müssen Sie jetzt zu Influenza wissen

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Wer gerade in der Sonne sitzt, hat keine Lust an Fieber, Gliederschmerzen oder Husten zu denken. Doch jedes Jahr im Herbst raten Experten zur Grippe-Impfung.  

Die kalte Jahreszeit sorgt gerade für Grippechaos. Hier erfahren Sie alles zu Symptomen einer Grippe und ob sich eine Impfung noch lohnt.

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) beobachtet seit 1992 jede Saison den Verlauf von akuten Atemwegserkrankungen und Influenzaviren. Dafür wertet die AGI regelmäßig Daten von Haus- und Kinderärzte aus und stellt überdies eine Karte über die aktuelle Lage ins Netz. 

So wissen Sie immer frühzeitig über Influenza Bescheid

In der Wintersaison finden sich zudem auf der AGI-Webseite aktuelle Infos über die Grippe und grippeähnlichen Erkrankungen in Deutschland. Eine Influenza-Aktivität zeigt auch die Europa-Karte "Flu News Europe". Die Grippe startet in Deutschland erfahrungsgemäß erst um den Jahreswechsel. In den vergangenen Jahren dauerte die Grippewelle, laut RKI, dann drei bis vier Monate.

Außerhalb dieser Zeit werden nur einzelne Influenzafälle gemeldet. Die Grippewelle in Europa beginnt häufig zuerst in den südwestlichen Ländern, beispielsweise in Spanien oder Portugal. Die WHO überwacht weltweit die Influenza-Infektionen. Jeder Grippe-Impfstoff für die kommende Saison wird aufgrund dieser Beobachtungen der verantwortlichen Virusstämme hergestellt.

Lohnt sich eine Impfung gegen Grippe?

Es gibt unterschiedliche Impfstoffarten: einen Dreifach-Impfstoff und einen Vierfach-Impfstoff. Der Dreifach-Impfstoff enthält Antigene dreier weltweit zirkulierender Varianten des Virus, davon zwei vom Typ A sowie eines vom Typ B.

Der Vierfach-Impfstoff enthält einen weiteren B-Typen und ist teurer. Dieser Wirkstoff verspricht, nach Ansicht von einigen Medizinern, einen besseren Schutz vor einer Grippe-Infektion.

Die Frage, die sich hier viele Menschen stellen:Macht eine Grippeimpfung eigentlich krank?

Grippe: Was ist eine Grippewelle?

Die echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine akute Erkrankung der Atemwege. Eine Grippe­welle entsteht, wenn sich Grippeviren leicht von Mensch zu Mensch übertragen und rasch ausbreiten. Influenzaviren verändern sich ständig. Wer einmal eine Grippe hatte, ist deswegen nicht immun, sondern kann sich immer wieder mit Grippe anstecken.

Grippe: Warum beginnt eine Grippewelle im Winter?

Warum gerade im Winter nach dem Jahreswechsel die Zahl der Infektionen mit der Grippe steigt, ist unklar. Doch es gibt laut RKI Vermutungen über dieses Phänomen: Influenza­viren sind demnach bei niedrigen Tempe­ra­turen und in trockener Luft außer­halb ihrer Wirtsstrukturen (mensch­li­che Atemschleimhaut) stabiler.

  • Die Viren einer Influenza können sich, im Gegensatz zu Bakterien, nicht selbständig vermehren. Sie befallen daher eine fremde Zelle (Wirtszelle) und schleusen ihre Erbinformationen ein. Dann programmiert sie das Erbgut der Wirtszelle um, dass viele neue Viren produziert werden.
  • Die trockene Luft im Winter macht wohl auch die Schleimhaut der oberen Atem­wege anfälliger für eine Infektion mit der Influenza. Dazu ist das Immunsystem im Winter weniger stark als im Sommer.
  • Ein weiterer Faktor könnte nach Ansicht der Experten auch sein, dass wir uns im Winter längere Zeit zusammen mit anderen Menschen in weniger belüfteten Räumen aufhalten, dann haben die Influenza-Viren ein leichtes Spiel. 

Infizierte Patienten müssen gar nicht husten oder niesen, um ihre Viren zu verteilen. Schon in der ausgeatmeten Luft tummeln sich Erreger. Experten raten einen Abstand von bis zu 70 Zentimetern einzuhalten, um sich vor einer Ansteckung mit der Grippe zu schützen. Beim Niesen sind bis zu zwei Meter nötig.

Wer soll sich gegen Grippe impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Schutzimpfung in erster Linie

  • älteren Menschen über 60 Jahre
  • chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • medizinischem Personal und
  • Schwangeren.

Die beste Zeit für eine Grippe-Impfung ist von September bis November. Auch später ist eine Grippe-Impfung noch sinnvoll. Doch die Impfung wirkt nicht sofort, sondern erst nach zehn bis 14 Tagen.

So schützen Sie sich vor Grippe

Um sich vor einer Grippe zu schützen ist Hygiene besonders wichtig. Diese Punkte sollten Sie beachten:

  1. Waschen Sie sich gründlich die Hände mit Wasser und Seife! Trocknen Sie die Hände nach dem Waschen sorgfältig mit einem sauberen Tuch ab.
  2. Vermeiden Sie mit ihren Händen die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase zu berühren.
  3. Verzichten Sie während einer Grippewelle möglichst auf das Händeschütteln. Halten sie Abstand zu niesenden oder hustenden Personen.
  4. Vermeiden Sie engen Kontakt zu Erkrankten.
  5. Regelmäßig lüften.
  6. Bleiben Sie zuhause, wenn Sie krank sind.

Das sind die Symptome einer echten Grippe - Influenza

Typische Symptome der Grippe - Influenza - sind

  • Husten,
  • Fieber sowie
  • Kopf- und Gliederschmerzen

Die Patienten fühlen sich sehr schwach. Eine Influenza kann aber auch mit leichten oder auch ganz ohne Beschwerden verlaufen. Erkältungserkrankungen ohne Fieber werden als grippeähnlich bezeichnet.

Die Virusgrippe ist keine Bagatellerkrankung: Aufgrund des geschwächten Abwehrsystems wird der Körper auch für schwere Infektionen anfälliger. Herzmuskel- und Lungenentzündung können die Folge sein, wenn man an Grippe erkrankt.

Mit Grippe im Bett: Wie lange ist man ansteckend?

Nach einer Infektion mit Grippeviren treten die ersten Beschwerden relativ rasch nach ein bis zwei Tagen auf. Doch schon einen Tag vor Beginn der Beschwerden ist ein Grippekranker ansteckend. Ungefähr eine Woche lang nach Auftreten der ersten Symptome können Infizierte Viren verbreiten und andere anstecken.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. 
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.  © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. 
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren.  © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

ml

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