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Gürtelrose: Wer noch keine Windpocken hatte, steckt sich schneller an

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Von: Jasmin Farah

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Die Windpocken und die Gürtelrose haben eines gemeinsam: Sie werden vom gleichen Erreger verursacht. Doch wie groß ist die Ansteckungsgefahr?

Köln – Schmerzhaft, lästig und langwierig: Eine Gürtelrose ist eine Viruserkrankung, die viele Betroffene im Alltag stark einschränkt. Schließlich bildet sich aufgrund der Erkrankung in der Regel ein roter, mit Bläschen gefüllter Hautausschlag, der sehr unangenehm ist. Zudem zieht der Schmerz teilweise bis in die Arme und Beine und es kommen weitere Symptome wie Erschöpfung, Rückenschmerzen oder sogar fiebrige Episoden hinzu. Darüber hinaus kann es mehrere Wochen dauern, bis die Gürtelrose (auch „Herpes Zoster“ genannt) ausgestanden ist.

Gürtelrose: Wer noch keine Windpocken hatte, steckt sich schneller an

Wer noch keine Windpocken hatte, hat ein höheres Risiko, sich anzustecken.
Wer noch keine Windpocken hatte, hat ein höheres Risiko, sich anzustecken. © YAY Images/Imago

Denn Gürtelrose ist eine schwerwiegende Erkrankung, die letztlich auch zu schweren Komplikationen wie einer Gehirninfektion führen kann. Betroffene erleben auf schmerzliche Weise, welche schweren Spätfolgen mit beispielsweise Schlaganfall und chronischen Schmerzen eine Gürtelrose mit sich bringt, wie diese zwei Patientinnen berichten.

Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst. Dieses Virus verursacht auch noch eine andere Krankheit: die Windpocken (Varizellen). In der Regel infiziert man sich zuerst mit dem Varizella-Zoster-Virus und bekommt die Windpocken. Das passiert meist im Kindesalter. Nach Abheilen der Erkrankung verbleiben die Viren im Körper und nisten sich in den sogenannten Spinal-Ganglien ein, den Ansammlungen von Nervenzell-Körpern entlang des Rückenmarks. Dort können sie anschließend über Jahre unbemerkt vor sich hinschlummern, ohne Symptome zu verursachen.

Werden Sie wieder aktiviert, breiten sich die Viren entlang der Nervenbahnen aus und sorgen dort für eine Entzündung des Nervengewebes. Mit der Folge, dass es im betreffenden Hautbereich zum typisch roten, schmerzhaften Hautausschlag („Zoster“) der Gürtelrose kommt. Für Menschen, die zuvor schon mal Windpocken hatten, ist also eine Ansteckungsgefahr sehr gering. Stattdessen wird die Viruserkrankung durch andere Einflüsse getriggert und bricht dann später im Leben aus. Die häufigsten Gründe sind:

Das ist anders bei Menschen, die noch keine Windpocken hatten.

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Gürtelrose: Schmierinfektion kann Varizella-Zoster-Viren übertragen

Während die Windpocken als extrem ansteckend gelten und mittels Tröpfcheninfektion übertragen werden, stellt bei der Gürtelrose der virushaltige Inhalt der Hautbläschen ein großes Infektionsrisiko dar. Bei der Tröpfcheninfektion reicht es schon aus, sich in der Nähe eines mit Windpocken Infizierten aufzuhalten, da sich die Erreger über die Luft, zum Beispiel durch Atmen, Sprechen oder Husten, verbreiten.

Um Gürtelrose zu bekommen, muss man mit einem Infizierten direkt in Kontakt kommen, genauer gesagt, mit dem Sekret aus den Bläschen. Hatte man noch keine Windpocken oder ist nicht dagegen geimpft, kann man sich mit dem Varizella-Zoster-Virus anstecken. Das passiert laut dem Infektionsschutz mittels der Schmierinfektion. Etwa, wenn zum Beispiel ein Gesunder den Ausschlag eines Patienten oder Gegenstände berührt, die der Patient vorher in der Hand hatte. Kommt es zu einer Infektion mit dem Erreger, durchlebt man zuerst eine Windpocken-Erkrankung. Ist sie durchgestanden, verbleiben die inaktiven Viren wiederum im Körper.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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