Medikamente online bestellen

Guter Preis, kaum Beratung: Versandapotheken im Test

+
Die Stärke der Online-Apotheken sind die oft preiswerteren, rezeptfreien Medikamente. Ihr Schwäche: die fachliche Qualität. Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Sowohl rezeptfreie als auch Medikamente auf Rezept können Patienten heute bequem im Internet oder per Telefon bestellen. Dabei werden sie allerdings nicht immer so beraten wie vorgesehen, hat die Stiftung Warentest herausgefunden.

Berlin (dpa/tmn) - Medikamente können ganz schön ins Geld gehen. Billiger geht es häufig, wenn man sie im Internet bestellt. Einem aktuellen Test der Stiftung Warentest zufolge bekommen Patienten rezeptfreie Arzneimittel bei Versandapotheken bis zu 70 Prozent günstiger als ihr Listenpreis.

Aber: Bei der Beratung hapert es. Keine der 18 getesteten Versandapotheken kam deshalb insgesamt über ein "befriedigend" hinaus.

Grundsätzlich sollten Verbraucher Medikamente nur bei in Deutschland zugelassenen Apotheken bestellen, rät das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Das EU-Sicherheitslogo - ein weißes Kreuz vor grün gestreiftem Hintergrund - kennzeichnet die Seiten seriöser Anbieter. Klicken Nutzer das Logo an, gelangen sie auf den Registriereintrag des Händlers auf der DIMDI-Webseite.

Sinnvoll ist das Bestellen per Klick oder Telefon nur, wenn Patienten ein Medikament nicht ganz dringend benötigen. Denn ein paar Tage dauert es schon, bis das Päckchen ankommt.

Genauso wie Vor-Ort-Apotheken sind auch Versandapotheken verpflichtet, den Patienten zu beraten und zum Beispiel über Neben- oder Wechselwirkungen aufzuklären. Im aktuellen Test war das nicht immer der Fall. Im Test der Vor-Ort-Apotheken im Jahr 2014 berieten die Apotheker in der Filiale allerdings häufig auch nicht viel besser.

Die Stiftung rät Patienten, bei der Bestellung eines neuen Medikaments im Netz genau anzugeben, welche Medikamente sie bereits einnehmen und ob sie Vorerkrankungen haben. Zudem sollten sie ihre Telefonnummer mit angeben, damit die Mitarbeiter Rückfragen stellen können. Ist das Päckchen eingetroffen, sollten Kunden genau auf etwaige schriftliche Hinweise zu Neben- und Wechselwirkungen achten. Wer noch Fragen hat, kann auch bei einer Versandapotheke anrufen.

Die Apotheken Europa-apotheek.com, Shop-apotheke.com und Versandapo.de schnitten im Test am besten ab. Sie erhielten neben sechs anderen Anbietern jeweils das Testurteil "befriedigend". Alle anderen schnitten "ausreichend" oder gar "mangelhaft" ab.

Link zum Test

DIMDI-Tipps zum Erkennen seriöser Onlineapotheken

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Video

5 Tipps im Video: So schnell werden Sie Ihre Erkältung los

Mit der kalten Jahreszeit kommt auch die Erkältungswelle. Husten, Schnupfen und Heiserkeit - mit diesen Tipps werden Sie garantiert wieder fit.
5 Tipps im Video: So schnell werden Sie Ihre Erkältung los

Die digitale Patientenakte soll Tempo aufnehmen

Seit Jahren stecken Bemühungen fest, für Gesundheitsdaten gesetzlich Versicherter digitale Zeiten beginnen zu lassen. Jetzt ist die Branche einen Schritt vorangekommen - …
Die digitale Patientenakte soll Tempo aufnehmen

Können uns Marienkäfer mit Geschlechtskrankheiten anstecken?

Es gibt Krankheiten, die von Tier auf Mensch übertragen werden können: Toxoplasmose oder Tollwut etwa. Forscher untersuchen Marienkäfer jetzt auf Geschlechtskrankheiten.
Können uns Marienkäfer mit Geschlechtskrankheiten anstecken?

Blasenschmerzsyndrom bleibt häufig unerkannt

Schmerzen im Unterleib, das Gefühl, dauernd auf Toilette zu müssen, und kein Antibiotika wirkt? Dann sollten Betroffene ein Beckenbodenzentrum aufsuchen. Dort kennt man …
Blasenschmerzsyndrom bleibt häufig unerkannt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.