Anlässlich zum Welt-Aids-Tag

Hautausschlag & Co.: Wann und wie treten HIV-Symptome auf?

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Viele schämen sich für ihre HIV-Infektion - und gehen nicht zum Arzt. Ein fataler Fehler.

Die HIV-Infektion gilt zwar als gut behandelbar, dennoch bemerken sie viele Betroffene oft gar nicht. Doch woran erkenne ich, ob ich mich angesteckt habe?

Wenn Betroffene über ihren Kampf mit HIV sprechen, sagen sie oft, dass sie oftmals nicht gemerkt hätten, dass sie sich infiziert haben. Tatsächlich haben Betroffene den "human immunodeficiency virus" (dt.: "menschliches Immunschwäche-Virus") schon viel länger im Blut, bis die Diagnose gestellt wird. Jeder Sechste hat zu diesem Zeitpunkt bereits das 50. Lebensjahr überschritten. Zwar stagnieren laut Ärzten die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland – dennoch ist ein frühzeitiger Befund essentiell für eine effektive Therapie.

Flecken, Exanthem & Co.: Unter welchen Symptomen leide ich, wenn ich mich mit HIV infiziert habe?

Seit Ende der 1990er-Jahre gibt es einen hocheffizienten Behandlungsansatz, die kombinierte antiretrovirale Therapie (cART). Das HI-Virus wird so daran gehindert, sich weiter zu vermehren und ist folglich auch nicht mehr übertragbar. Eine Tablette pro Tag reicht meist aus sowie eine dreimonatige Blutabnahme, um etwaige Unstimmigkeiten rechtzeitig zu erkennen. Dadurch bleibt das gefürchtete "erworbene Immunschwäche-Syndrom" Aids schließlich aus. Diese Krankheit läuft in den meisten Fällen tödlich ab.

Ein Betroffener schildert hier, wie er sein Leben mit HIV meistert.

Aber was sind eigentlich die Symptome einer frischen HIV-Infektion (Primoinfektion)? Woran erkenne ich eigentlich, dass ich mich angesteckt habe? Grundsätzlich gilt: Sobald die HI-Viren in das Innere des Körpers dringen, vermehren sie sich unbehandelt enorm schnell. Oft (aber nicht immer) führt eine Infektion in der primären Phase wenige Tage bis Wochen zu grippeähnlichen Symptomen. Diese können sein:

  • Hautausschlag am Rücken, Bauch oder Brustkorb (Exanthem)
  • Anschwellen der Lymphknoten
  • Hohes Fieber über mehrere Tage
  • Mattigkeit
  • Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Starker Nachtschweiß
  • Schmerzende Mandeln
  • Wunde Stellen im Mund durch Pilzinfektionen
  • Gewichtsverlust
  • Durchfall
  • Hauterkrankungen wie Gürtelrose

Wie lange dauern die HIV-Anzeichen an - und wann kann ich mich testen lassen?

Allerdings treten diese Krankheitsanzeichen nicht immer, beziehungsweise nicht gleichzeitig auf oder werden nicht sofort bemerkt und richtig gedeutet. Dadurch, dass sich die Viren in den Schleimhäuten und Körperflüssigkeiten der Infizierten befinden, ist das Risiko sehr hoch, in Folge von ungeschütztem Geschlechtsverkehr HIV zu übertragen.

Zudem dauert es oft bis zu zwölf Wochen nach einem Ansteckungskontakt, bis mit einem HIV-Antikörpertest eine akute Infektion nachgewiesen werden kann. Der Grund dafür: Erst dann hat der Körper genügend Antikörper gebildet, um einen Infekt überhaupt sichtbar zu machen. Wer solange aber nicht warten kann oder möchte, der kann bei Verdacht beim Arzt seines Vertrauens auch nach anderen Testformen fragen, die das Virus direkt nachweisen können. Wird schließlich eine Infektion festgestellt, kann bei frühzeitigem Therapiebeginn sowie einer konsequenten Durchführung eine fast normale Lebenserwartung bei sehr guter Lebensqualität erreicht werden.

Auch interessant: Kommen nun bald die ersten HIV-Schnelltests für zuhause?

HIV-Infektion: So reagiert der Körper - Ansteckungsrisiko jahrelang sehr hoch

Zwar erkennt der Körper nach einiger Zeit, dass es sich bei den Erregern um fremde Eindringlinge handelt und setzt körpereigene Abwehrzellen und Antikörper entgegen. Diese sogenannte Latenzphase kann bis zu mehrere Jahren andauern, da es dem Immunsystem gelingt, die Virusmenge unter Kontrolle zu halten. Dadurch wird es allerdings zunehmend geschwächt. Parallel steigt aber die Anzahl der Erreger wieder an. Zudem ist das Übertragungsrisiko in dieser Zeit noch immer sehr groß. Wenn noch immer keine Behandlung erfolgt, treten am Ende erste Aids-definierende Erkrankungen auf, wie

  • Lungenentzündung,
  • Pilzinfektion,
  • Krebserkrankung  oder
  • Krankheiten des Gehirns und des Nervensystems.

Wenn eine Infektion allerdings noch in der Latenzphase erkannt wird, kann der Internist ebenfalls mit einer Therapie diese verlängern und schließlich den Ausbruch von Aids hinauszögern.

Lesen Sie auch: Ein infiziertes Kind ist nach einer neuartigen Therapie nach neun Jahren komplett symptomfrei - bedeutet das endlich die Heilung von HIV?

jp

Mit einer Stammzellspende Leben retten

Um sich als Spender zu registrieren, muss man zunächst eine Gewebeprobe ins Labor schicken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Um sich als Spender zu registrieren, muss man zunächst eine Gewebeprobe ins Labor schicken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn © Franziska Gabbert
Im Labor werden die Gewebeproben der potenziellen Spender analysiert. Die Merkmale werden in einer Datenbank gespeichert. Foto: DKMS/dpa-tmn
Im Labor werden die Gewebeproben der potenziellen Spender analysiert. Die Merkmale werden in einer Datenbank gespeichert. Foto: DKMS/dpa-tmn © DKMS
Passen die eigenen Stammzellen zu denen eines Patienten, der eine Spende benötigt, werden die Stammzellen meist wie bei dieser Spenderin über das Blut entnommen. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Passen die eigenen Stammzellen zu denen eines Patienten, der eine Spende benötigt, werden die Stammzellen meist wie bei dieser Spenderin über das Blut entnommen. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser
Bevor ein Spender für die eigentliche Spende in die Praxis kommt, muss er sich fünf Tage lang zwei Mal täglich selbst ein Medikament spritzen. Es regt die Bildung von Blutstammzellen an. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Bevor ein Spender für die eigentliche Spende in die Praxis kommt, muss er sich fünf Tage lang zwei Mal täglich selbst ein Medikament spritzen. Es regt die Bildung von Blutstammzellen an. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser
Wird jemand zur Spende gebeten, werden wie hier in einer Praxis der Cellex Medical Service GmbH in Köln mit einer speziellen Maschine Stammzellen aus seinem Blut gefiltert. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Wird jemand zur Spende gebeten, werden wie hier in einer Praxis der Cellex Medical Service GmbH in Köln mit einer speziellen Maschine Stammzellen aus seinem Blut gefiltert. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser
Über 7,2 Millionen potenzielle Stammzellspender - hier beim DKMS in Köln - sind in Deutschland registriert. Die Spende erfolgt in 80 Prozent der Fälle ambulant. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn
Über 7,2 Millionen potenzielle Stammzellspender - hier beim DKMS in Köln - sind in Deutschland registriert. Die Spende erfolgt in 80 Prozent der Fälle ambulant. Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn © Henning Kaiser

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