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„Brain Freeze“ bei Kindern: Schnelles Eis-Essen macht Kopfschmerzen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Lecker, Eis! Jetzt kann es manchen gar nicht schnell genug gehen, da wird hastig geschleckt und – weg ist es. Warum sticht und schmerzt es jetzt im Kopf?

Viele kennen dieses stechende und schmerzende Gefühl, wenn sie sehr kaltes Eis oder kalte Getränke zu sich nehmen – besonders, wenn es schnell passiert. Gerade Kinder beschreiben nach Eisessen heftiges Kopfschmerzen, das in der Regel wenige Sekunden anhält.

Bekannt ist das Phänomen unter dem Namen „Hirnfrost“ oder im Englischen „Brain Freeze“. Was hat es damit auf sich, kann Hirnfrost gefährlich werden und ist es vermeidbar? Kanadische Wissenschaftlicher beschäftigten sich im Rahmen einer Studie intensiv mit „Brain Freeze“ und machten dabei eine interessante Entdeckung.

„Brain Freeze“ bei Kindern: Schnelles Eis-Essen macht Kopfschmerzen

Junge mit viel Eis in der Hand schleckt an Eisbecher.
Wer schnell und viel kaltes Eis isst, kann auch leichter Hirnfrost bzw. Brain Freeze bekommen. (Symbolbild) © Ega Birk/Imago

Kopfschmerzen bei Kindern oder Jugendlichen kann verschiedene Ursachen haben. Umso wichtiger ist es, zunächst die Umstände zu kennen und in Augenschein zu nehmen. Kommt es relativ zeitgleich zu heftigen Kopfschmerzen beim Genuss von kalten Getränken oder Eis, liegt der Verdacht nahe: Hirnfrost.

Was sich zunächst heftig und gefährlich liest, ist im Grunde nur eine Schutzfunktion unseres Gehirns. Selbst Tiere wie Katzen oder Hunde können Hirnfrost erfahren.

Im Rahmen einer Studie, die im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde, beschäftigten sich die kanadischen Forscher Maya Kaczorowski und Dr. Janusz Kaczorowski mit den Ursachen von Hirnfrost, dem sogenannten Brain Freeze. Die 145 Schüler-Probanden der Studie sollten in weniger als fünf Sekunden sechs Eis zu je 100 Milliliter essen. Die Kontrollgruppe aß dieselbe Menge an Eis in der mindestens zwei- bis dreifachen Zeit.

Das Ergebnis verblüfft: Ca. 30 Prozent der Schüler, die das Eis unter sechs Sekunden zu sich nahmen, klagten unmittelbar über starke, stechende Kopfschmerzen. Mehr als die Hälfte der Probanden zeigte das Brain Freeze weniger als zehn Sekunden, bis es von alleine zurückging. Bei den Schülern der Kontrollgruppe, die sich für ihr Eis viel länger Zeit ließen, machte sich der Hirnfrost nur in 17 Prozent der Fälle bemerkbar, sowie war das Brain Freeze zum Teil auch weniger ausgeprägt.

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Hirnfrost: Gehirn verteidigt und schützt sich vor Kälte durch Brain Freeze

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass die Zeit, in der Menschen kalte Lebensmittel zu sich nehmen, relevant für die Entstehung von Hirnfrost ist. Das heißt, je schneller kaltes Eis oder kalte Getränke dem Körper zugeführt werden, umso wahrscheinlicher kann es zu dem sogenannten Brain Freeze kommen.

Die Forscher gehen zudem davon aus, dass das Gehirn durch die Schmerzattacke in eine Art Verteidigungsmodus umschaltet. „Das Gehirn ist ziemlich sensibel gegenüber Temperaturveränderungen. Durch die Gefäßerweiterung fließt warmes Blut in das Gewebe und sorgt so dafür, dass das Gehirn nicht zu kalt wird“, zitiert die Stuttgarter Zeitung den Leiter der Studie und Neurologen Professor Jorge Serrador der Harvard Medical School. Letztlich ist es in dem Zusammenhang ein Anstieg des Blutdrucks, der die Kopfschmerzen verursacht.

Gefährlich ist Hirnfrost beziehungsweise Brain Freeze nicht. Bei den Kopfschmerzen verursacht durch Kälte handelt es sich vielmehr um einen natürlichen und unbedenklichen Schutzreflex unseres Körpers.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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