Appell von Klinik

Intensivbetten-Abbau in Deutschland? Klinik spricht von Falschmeldung – und hat dringende Bitte

Ein Intensivbett ist weit mehr als nur ein Bett mit den notwendigen Gerätschaften: auch gut ausgebildetes Personal muss bereit stehen.
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Ein Intensivbett ist weit mehr als nur ein Bett mit den notwendigen Gerätschaften: auch gut ausgebildetes Personal muss bereit stehen.

Was ist dran am Gerücht, dass in Deutschland Intensivbetten abgebaut werden? Das Klinikum rechts der Isar in München bezieht Stellung – und appelliert an alle Bürger.

  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist so hoch wie nie. Je nach Schwere der Infektion* müssen Menschen stationär in Kliniken behandelt werden.
  • Das Klinikum rechts der Isar spricht zwar aktuell von einer „beherrschbaren Situation“. Doch aufgrund der aktuell hohen Anzahl an Klinik-Einlieferungen würden Mitarbeiter*innen in den Kliniken vielerorts schon am Limit oder sogar darüber hinaus arbeiten.
  • Zu allem Überfluss kämpfen Krankenhäuser jetzt auch noch mit dem Gerücht, dass Intensivbetten abgebaut werden würden.

Wer aktuell über soziale Medien wie Facebook auf den Hinweis stößt, dass Krankenhäuser Betten abbauen, sollte skeptisch werden. Im Netz kursieren aktuell einige Verschwörungstheorien und falsch recherchierte Informationen, die immer hinterfragt werden sollten. Darauf weist aktuell die Deutsche Krankenhausgesellschaft hin. Sie thematisiert auch die Spekulation, dass Krankenhäuser aktuell Intensivbetten abbauen würden – und haben eine eindeutige Botschaft: Bei solchen Behauptungen würde es sich um Falschmeldungen handeln.

Auch das Münchner Klinikum rechts der Isar veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite eine Stellungnahme zu den Vorwürfen, Intensivbetten würden abgebaut werden:

Intensivbetten-Abbau: „Bitte fallt nicht auf solche Lügen und Falschbehauptungen herein!“

Im Post stellt das Klinikum klar: Die Meldung über Intensivbetten-Abbau ist schlichtweg falsch. Die Krankenhäuser hätten die Zahl der für Covid-19 geeigneten Betten von rund 22.000 auf rund 28.000 aufgestockt. Hinzu komme eine Reserve von etwa 11.000 Betten. Wie das Gerücht über Bettenabbau zustande gekommen ist, erklären sich die Fachleute mit der im DIVI-Intensivregister einsehbaren Zahl an belegten und verfügbaren Intensivbetten. Diese Zahl würde stetig sinken.

Grund dafür ist, dass ein Intensivbett im Register nur dann als Intensivbett aufgelistet werden kann, wenn es über die nötigen Geräte und ausreichend Personal verfügt. Eine im Register sinkende Anzahl von Intensivbetten sei darauf zurückzuführen, dass ein Corona-Patient oftmals mehr Pflegeaufwand als ein durchschnittlicher Intensivpatient bedeutet und entsprechend mehr Personal nötig wird. Auch ein Wegfall von Personal, etwa durch Krankheit oder eine auferlegte Corona-Quarantäne, hat zur Folge, dass im Register Intensivbetten wegfallen.

Der eindringliche Appell des Klinikums rechts der Isar: „Bitte fallt nicht auf solche Lügen und Falschbehauptungen herein!“ Die Situation sei zwar aktuell noch beherrschbar, allerdings sei dies stark von der Zahl der Neuinfektionen abhängig. Damit sich die Zahl nicht noch weiter nach oben schraubt, würden als einzige Mittel derzeit folgende Maßnahmen helfen: Kontaktvermeidung, Maske, Handhygiene und die Corona-App. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Umfrage zum Thema „Corona-Lockdown“

Weiterlesen: Corona-Impfplan in sechs Stufen: Ü-80-Jährige werden zuerst geimpft, Polizisten erst am Schluss.

Alltagsmasken und die Materialfrage

Wer sich eine Maske nähen will, muss sich zwischen einer Vielzahl von Stoffen entscheiden. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Wer sich eine Maske nähen will, muss sich zwischen einer Vielzahl von Stoffen entscheiden. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn © Mascha Brichta
Die Maske des Bekleidungsherstellers Maloja ist auf der Außenseite mit einer Behandlung auf Basis von natürlichen Silbersalzen überzogen - diese soll das Wachstum von Viren reduzieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Die Maske des Bekleidungsherstellers Maloja ist auf der Außenseite mit einer Behandlung auf Basis von natürlichen Silbersalzen überzogen - diese soll das Wachstum von Viren reduzieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn © Zacharie Scheurer
Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn
Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn © Friso Gentsch
In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn © Zacharie Scheurer
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt an vielen Orten eine Maskenpflicht. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gilt an vielen Orten eine Maskenpflicht. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn © Christoph Soeder
Manche nutzen Alltagsmasken auch als modisches Accessoire - an entsprechenden Angeboten mangelt es nicht. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn
Manche nutzen Alltagsmasken auch als modisches Accessoire - an entsprechenden Angeboten mangelt es nicht. Foto: Kirsten Neumann/dpa-tmn © Kirsten Neumann

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