Fitnessmythen hinterfragt

Kann Joggen den Gelenken schaden?

Joggen stärkt die Gelenke. Jedoch sollten Distanz und Trainingsstand zusammenpassen. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
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Joggen stärkt die Gelenke. Jedoch sollten Distanz und Trainingsstand zusammenpassen. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Belastet Joggen die Gelenke? Kann Muskelmasse die Beweglichkeit beeinträchtigen? Oder bekommen Frauen durch Sport einen Hängebusen? Ein Sportexperte klärt auf, was an diesen Fitnessmythen dran ist.

Berlin (dpa-infocm) - Unter Freizeitsportlern kursieren immer wieder Mythen rund ums Thema Fitness. Dazu zählt etwa die These, beim Joggen leiden die Gelenke. Stimmt das?

Mythos 1: Regelmäßiges Joggen schadet den Gelenken

Das Gegenteil ist der Fall. Laufen schützt Menschen davor, dass sich die Gelenke abnutzen. Allerdings sollte man es nicht übertreiben und als Anfänger, ohne vorher zu trainieren, einen Marathon laufen. Der Grund: "Durch die Bewegung wird die Gelenkschmiere dünnflüssiger und versorgt den Knorpel auf den Gelenkflächen besser mit Nährstoffen", erklärt Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Und auch die Bein- und Gesäßmuskeln, die beim Laufen aufgebaut werden, entlasten die Gelenke im Alltag. Neulinge sollten allerdings langsam starten. 15 bis 20 Minuten Dauerlauf genügen im ersten Monat vollkommen, damit sie den Bändern und Sehnen Zeit geben, sich anzupassen.

Mythos 2: Muskeln machen den Körper langsam und unbeweglich

Stimmt nur sehr selten. Etwa bei Bodybuildern, die ausschließlich auf Muskelzuwachs aus sind, beim Training nicht den vollen Bewegungsumfang nutzt und auf Stretching verzichtet. Dann kann das Krafttraining durch die erhöhte Muskelspannung zu verkürzten Muskeln führen. Ansonsten gilt: Ein ausgewogenes Krafttraining kann die Beweglichkeit sogar verbessern. Durch unsere gebückte, sitzende Alltagshaltung neigen besonders die Brust, die Hüft- und die Beinbeugemuskulatur dazu, sich zu verkürzen. Deshalb kann man gerade hier durch ein gezieltes Krafttraining entgegenarbeiten und deren muskuläre Gegenspieler fordern.

Mythos 3: Sport verursacht Hängebusen

Definitiv ein Mythos. Sport wirkt dem Hängebusen sogar entgegen. Die Form und Größe der weiblichen Brust hängt vor allem von genetischen und biografischen Faktoren ab. Auch Muskeltraining hat keinen Einfluss auf das eigentliche Brustgewebe, da die Brust hauptsächlich aus Fett-, Drüsen und Bindegewebe besteht und der Brustmuskel klein ist. Es kann aber die Illusion einer volleren Brust entstehen, indem man den Brustkorb trainiert. Das stabilisiert den Busen zusätzlich, führt zu einer besseren Haltung und wirkt gegen Hängebusen. Durch Ausdauersport kann die Durchblutung des Gewebes angeregt werden. Wer dennoch besorgt ist: ein Sport-BH reduziert die Bewegung des Busens beim Sport und beugt Verspannungen der Muskulatur vor allem im Nackenbereich vor.

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