Operation ist letzter Ausweg

Kein normaler Schnupfen: Wenn die Nebenhöhlen entzündet sind

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Wenn man doch bloß schnauben könnte - bei einer Sinusitis ist die Nase häufig komplett dicht. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Luft zum Atmen erscheint selbstverständlich - bis die Nase zu ist. Diagnose: Sinusitis. Steckt dahinter kein einfacher Infekt, sondern etwa Polypen, kommt manchmal auch eine Operation infrage.

Göttingen (dpa/tmn) - Wenn die Nase trieft, ist das vor allem nervig. Manchmal könnte man die laufende Nase aber fast vermissen - wenn der Schleim festsitzt und sich die Nebenhöhlen entzünden.

Jeder Atemzug wird dann zur Qual, der Geruchssinn ist dahin und das Gesicht schmerzt. Kopfweh und Fieber kommen manchmal hinzu. In vielen Fällen helfen gegen die Sinusitis Geduld und Medikamente. Aber was, wenn nicht? Ist eine Operation dann sinnvoll?

Mediziner unterscheiden zwischen einer akuten und einer chronischen Sinusitis. Mit der chronischen Form haben Betroffene länger als zwölf Wochen zu kämpfen. Laut Achim Beule, leitender Oberarzt in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Münster, sind etwa elf Prozent der Deutschen betroffen. Die akute Form ist häufiger und dauert höchstens zwölf Wochen.

Die medikamentöse Therapie umfasst zum Beispiel abschwellende Nasensprays, wie Stefan Fink, Vorstandsmitglied des Deutschen Apothekerverbandes, sagt. Aber: Diese sollte man nicht länger als sieben Tage verwenden, weil sie zu einem Gewöhnungseffekt führen können und langfristig die Nasenschleimhaut schädigen.

Ein einfaches Hausmittel ist, ausreichend zu trinken. Zwei bis drei Liter täglich helfen, den Schleim zu verflüssigen. Gleiches gilt für Wärme, etwa in Form einer Rotlichtlampe. Hilfreich kann außerdem eine Nasendusche sein. Wenn die Erkrankung länger anhält oder besonders schlimm ist, bekommen die Patienten in der Regel ein cortisonhaltiges Nasenspray.

Helfen all diese Maßnahmen nicht, kann es sein, dass ein anatomisches Problem hinter der Dauerentzündung steckt: Eine verschobene Nasenscheidewand oder gutartige Wucherungen in der Nase - sogenannte Polypen - hindern den Schleim manchmal am Abfließen. Dann kommt eine Operation infrage.

Bevor sie sich gleich unters Messer legen, sollten Patienten überlegen, die Meinung eines zweiten Arztes einzuholen, empfiehlt Prof. Leif Erik Walther, Experte des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Nicht in jedem Fall ist die OP wirklich notwendig. Polypen können manchmal auch wirksam mit Medikamenten behandelt werden.

Entscheiden sich Arzt und Patient für eine Operation, entfernt der Arzt die Polypen oder begradigt die Nasenscheidewand. Eine solche OP dauert zwischen 30 Minuten und vier Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Meistens bleiben die Patienten nach der OP vier bis fünf Tage im Krankenhaus. Eine Tamponade in der Nase soll währenddessen Nachblutungen verhindern. Hinterher wird man in der Regel für zwei bis drei Wochen krankgeschrieben und in der Zeit von seinem niedergelassenen Arzt weiter betreut. Der entfernt zum Beispiel die Kruste, damit sich keine Narben bilden, saugt das Sekret ab und kümmert sich um die Medikation.

Website des Berufsverbandes der HNO-Ärzte

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