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Krankschreibung: Gelben AU-Schein gibt es bald nicht mehr

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Von: Judith Braun

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Ab August 2022 sollen Arbeitgeber eine Krankschreibung nicht mehr an den Arbeitgeber schicken müssen. Die Übermittlung läuft dann elektronisch.

Inzwischen hat die Digitalisierung auch in Arztpraxen Einzug gehalten. Die gelbe Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) in Papierform gehört somit der Vergangenheit an. Denn bereits seit dem 1. Oktober 2021 wird die AU digital von der Arztpraxis direkt an die Krankenkasse geschickt, seit Januar 2022 ist dies sogar verpflichtend. Der lästige Papierkram und der Weg zur Post fällt damit für Arbeitnehmer endlich weg. Ab August 2022 soll nun der nächste Schritt folgen: Dann soll der gelbe AU-Schein auch digital an den Arbeitgeber weitergeleitet werden.

Krankschreibung: AU-Schein bald abgeschafft - wichtig für Arbeitnehmer

Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung liegt neben einem Stethoskop
Ab August 2022 übermitteln Krankenkassen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Versicherten elektronisch an den Arbeitgeber. (Symbolbild) © McPHOTO/B. Leitner/IMAGO

Wenn ein Arbeitnehmer vom Arzt krankgeschrieben wurde, stellten Ärzte bislang vier Versionen der AU in Papierform aus: ein Original für die Krankenkasse, eine Kopie für den Erkrankten, eine Version für die Praxis und eine leicht veränderte Version für den Arbeitgeber. Damit soll nun ab August jedoch Schluss sein. Nach der digitalen Übermittlung des Originals an die Krankenkassen wird ab August 2022 auch der Arbeitgeber elektronisch mit der AU seines Mitarbeiters versorgt.

Für die Weiterleitung der AU-Daten an den Arbeitgeber sind dann nicht die Arztpraxen, sondern die Krankenkassen zuständig. Sie stellen sie in Form der sogenannten eAU laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dem Arbeitgeber elektronisch zur Verfügung. Dieser kann sie somit direkt bei der Krankenkasse abrufen. Da der Start der digitalen Weiterleitung der AU-Daten durch die Krankenkassen an die Arbeitgeber gesetzlich auf den 1. Januar 2023 gelegt wurde, sollen Versicherte jedoch zunächst weiterhin ein persönliches Exemplar vom Arzt bekommen.

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Arbeiten trotz Krankschreibung: Was erlaubt ist und was nicht

Wer krankgeschrieben ist und sich schon vor Ablauf der vom Arzt ausgestellten AU bereits wieder fit fürs Arbeiten fühlt, kann dem auch nachgehen. Probleme mit der Versicherung sollte es dann nicht geben. Wie jeder andere Angestellte sei ein Arbeitgeber laut der Allianz dann auch unfall- und krankenversichert. Arbeitnehmer sollten allerdings darauf achten, dass der Mitarbeiter tatsächlich wieder arbeitsfähig ist, ansonsten könnte der Chef gegen seine Fürsorgepflicht verstoßen. Es kommt allerdings immer wieder vor, dass Angestellte sich ohne gesundheitliche Gründe krankschreiben lassen wollen, wie ein Hausarzt berichtet.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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