Hyperhidrose

Krass: Junge Frau schwitzt plötzlich ständig - aus traurigem Grund

Lydia Carroll leidet an einer seltenen Krankheit, bei der sie unkontrolliert an Händen und Füßen schwitzt. Welche krassen Folgen das für sie hat, erfahren Sie hier.

Auch im Winter ist sie davor nicht gefeit – sogar, wenn es so kalt ist, dass man friert. Das tut Lydia Carroll am Körper auch, sie lebt im kanadischen Vancouver. Doch Handschuhe benötigt sie nicht – denn dort schwitzt sie so sehr, dass sich Pfützen bilden. Die 32-Jährige leidet nämlich an einer angeborenen seltenen Krankheit, der Hyperhidrose.

Was ist Hyperhidrose?

Bei der Hyperhidrose handelt es sich um eine unverhältnismäßig hohe Schweißbildung. Diese ist bei Betroffenen gestört. Schließlich ist Schwitzen eine lebenswichtige Funktion des Körpers.

Energie muss generell aus Nährstoffen umgesetzt werden, um Verdauung, Atmung oder Kreislauf aufrechtzuerhalten. Dabei entsteht Wärme. Diese wird teilweise durch Abstrahlung, aber auch durch Schwitzen abgegeben. Das Prinzip nennt sich Thermoregulation. Die Hyperhidrose wird nach Lokalisation oder Ursache unterschieden.

Nach Lokalisation:

  • Lokale bzw. fokale Hyperhidrose: Gesteigerte Schweißbildung nur in bestimmten Körperteilen
  • Generalisierte Hyperhidrose: Gesteigerte Schweißbildung am ganzen Körper
  • Hemihyperhidrose: Gesteigerte Schweißbildung nur auf einer Körper- oder Gesichtshälfte

Nach Ursachen:

  • Primäre Hyperhidrose: Gesteigerte Schweißbildung ohne genaue Ursache
  • Sekundäre Hyperhidrose: Gesteigerte Schweißbildung bei Vorliegen einer Grunderkrankung

Lydia Carroll leidet von Geburt an einer lokalen Hyperhidrose. So sind nicht nur ihre Hände betroffen, sondern auch die Füße. Deshalb kann sie nur bestimmte Gewebe wie Baumwolle oder Jeansstoff, vor allem bei Schuhen, tragen. Die Bäckereiverkäuferin hat sich zwar mit ihrer Erkrankung abgefunden, doch in ihrer Jugend sei es ihr schwergefallen, berichtet sie gegenüber der britischen Daily Mail.

Tragisch: Wie im Horrorfilm - dieses junge Mädchen schwitzt plötzlich Blut.

Als Teenager hatte sie wegen ihrer Hyperhidrose Schwierigkeiten

Die gebürtige Australierin habe erst mit 16 Jahren realisiert, dass sie anders sei als Gleichaltrige. Erst als Teenager habe sie gemerkt, dass etwas nicht stimmt und sei zum Arzt gegangen, verriet sie weiter. Der habe schließlich die Diagnose Hyperhidrose gestellt. Deshalb habe sie sich besonders vor Jungs oder auf Dates für ihre Krankheit geschämt.

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Und auch jetzt, 16 Jahre später, haben sich ihre Beschwerden, nicht gebessert. Heute hat sie sich zwar mit ihrer Krankheit arrangiert und stets ein Handtuch oder einen Fächer eingesteckt, um den Schweiß in Zaum zu halten. Doch früher habe sie alles Mögliche dagegen ausprobiert: Antitranspirant-Deos, spezielle Cremes oder sogar einen Apparat, der kleine elektrische Impulse aussendet – doch nichts hat bis jetzt gegen ihre Schweißausbrüche geholfen. Das einzig Gute daran, so Carroll, sei, dass sie glücklicherweise keine Probleme mit schlechten Körpergerüchen habe.

#normalisesweating: Nur im Fitnessstudio fühlt sich 32-Jährige wohl

Doch nun habe sie einen Ort gefunden, wo sie "normal" sein kann: das Fitnessstudio. "Das ist der einzige Ort auf der Welt, an dem es in Ordnung ist, verschwitzt zu sein. Hier falle ich nicht auf – ich sehe immer nur so aus, als ob ich ein richtig gutes Workout absolviert hätte", so die 32-Jährige.

Um auf ihre Erkrankung aufmerksam zu machen, zeigt sich Carroll selbstbewusst auf Instagram und postet Fotos unter dem Hashtag #normalisesweating. "Ich bin gespannt, ob es in der Zukunft eine Heilung geben wird. Aber jetzt wünsche ich mir einfach nur, dass Leute aufhören, von sich gegenseitig immer Perfektion zu verlangen. Dann würden Menschen wie ich nicht immer das Gefühl haben, sich verstecken zu müssen. Da gibt es dieses Missverständnis, dass wir eklig und unhygienisch sind, wenn es sich dabei eigentlich eine anerkannte medizinische Erkrankung handelt", schließt sie.

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jp

Die seltensten Krankheiten der Welt

Seltene Krankheiten werden von Ärzten oft erst zu spät erkannt. Die meisten Patienten haben eine regelrechte Odyssee hinter sich, bis irgendwann ein Arzt die Krankheit diagnostiziert. Als selten gilt eine Krankheit, die bei weniger als 5 von 10 000 Menschen auftritt. Über die Schwierigkeiten bei deren Diagnose haben sich am Freitag in Hannover mehr als 100 Ärzte, Selbsthilfegruppen, Forscher und Patienten ausgetauscht. Am 28. Februar ist der Europäische Tag der seltenen Krankheiten. Er wird von der der europäischen Organisation für seltene Krankheiten (EURORDIS) organisiert. © dpa
Syringomyelie: Ein schöner Rücken kann entzücken, ein Rücken mit einem Hohlraum in der Wirbelsäule aber ist eine seltene Krankheit - die Syringomyelie. Manchmal ist eine Entwicklungsstörung die Ursache, manchmal auch ein Tumor, eine Verletzung oder eine Entzündung. Der Holraum füllt sich mit Flüssigkeit, die nach und nach das Rückenmark verdrängt. © dpa
Dancing Eyes Syndrom: Die sehr seltene Krankheit wird meist bei Kindern zwischen 1 bis 3 Jahren diagnostiziert. Ihre Augen zucken hin und her, aber auch Arme und Beine bewegen sich ruckartig. Und über Wochen und Monate sind die Kinder oft sehr leicht irritierbar. Wenn die Kinder älter werden, werden die Symptome weniger. Es ist nicht genau klar, wie es dazu kommt. Einige Mediziner nehmen an, dass der Körper Tumorzellen bekämpfen will. Doch er greift gleichzeitig auch gesunde Gehirnzellen an - daher die Zuckungen. © dpa
Progeria adultorum: Der lateinische Begriff besagt, dass ein Mensch viel zu früh und viel zu schnell altert. Die Patienten sind oft erst dreißig, doch plötzlich ergrauen die Haare, die Haut wird faltig. Auch im Geiste werden sie schnell älter. Viele Erkrankte sterben, wenn sie kaum 50 Jahre alt sind. © dpa
Das Kabuki-Syndrom: Die Dame auf unserem Bild ist nur wie eine japanische Kabuki-Schauspielerin geschminkt. Kinder, die unter dem Kabuki-Syndrom leiden, haben aber sehr ähnliche Gesichtszüge. Dazu gehören zum Beispiel große Augen, lange und dicke Wimpern und die Augenbrauen sind sehr bogig. Die Nasenspitze ist bei ihnen zudem oft eingedrückt und die Ohren stehen hervor. Auch die Motorik der Kinder ist eingeschränkt. Geistig sind die Kinder oft mild bis mäßig behindert. © dpa
Das Kleeblattschädel-Syndrom ist eine sehr seltene Fehlbildung des Kopfes. Der Schädel hat, von vorne betrachtet, die Form eines Dreiblättrigen Kleeblatts. Nur 120 Fälle wurden bis 2005 beschrieben. Die meisten Patienten leben nicht lange. Die Fehlbildungen lassen sich jedoch chirurgisch beheben. © dpa
Myiasis: Manche Fliegen, wie die Tumbu- oder Dasselfliege legen ihre Eier gerne in offene Wunden. Deswegen heißt die Myiasis auch Fliegenmaden-Krankheit. Sie tritt vor allem in tropischen oder subtropischen Gegenden auf. Die Larven verteilen sich dann unter der Haut und wandern durch den Körper. Die wichtigste Vorbeugung: Hygiene und wunden gut abdecken. © dpa
Sklerodermie: Bei dieser "entzündlichen rheumatischen Erkrankung" erhärtet sich das Kollagen, ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes. In manchen Fällen nur in der Haut, in manchen Fällen dringt die Sklerodermie aber auch ins Gefäßsystem und die inneren Organe vor. Die Folge können gravierende Funktionsstörungen sein. Das Gesicht wird starr, und die Haut bekommt ein sehr ledriges Aussehen. Auf unserem Foto hat sich eine junge Frau aus Bayern, die an Sklerodermie leidet, ihr Gesicht von Kosmetik-Spezialisten zumindest äußerlich in den Zustand vor der Krankheit zurückversetzen lassen. © dpa
Das Mittelmeerfleckfieber wird durch die braune Hundezecke übetragen, die auch in der Schweiz vorkommt. Nach etwa einer Woche Inkubationszeit bricht das Fieber aus. An der Stelle des Bisses bildet sich in etwa zwei Dritteln der Fälle ein schwarz-rotes Geschwür, die Patienten bekommen Fieber, leiden unter Kopf- und Gliederschmerzen und teilweise auch unter Übelkeit und Erbrechen. Ein rötlicher Ausschlag kann sich bis auf das Gesicht, die Hände und die Füße ausbreiten. Wird der Patient nicht behandelt, zieht sich das Fieber meist innerhalb von zwei Wochen wieder zurück. © dpa
Alien Hand Syndrom: Per Definition ist dies keine seltene Krankheit, auch wenn sie bisher nur sehr selten von Ärzten beschrieben wurde. Einfach erklärt bedeutet diese Krankheit, dass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Sie tritt zum Beispiel nach Schlaganfällen auf, aber die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Eine Hand hat keinen Kontakt mehr zur anderen - und zur entsprechenden Hirnhälfte. Die Patienten denken, die fremde Hand ist nicht ihre eigene. Sie entwickelt ein Eigenleben und kann im schlimmsten Fall sogar versuchen, den Patienten zu erwürgen. Und beidhändig Klavierspielen wird mit dieser Krankheit fast unmöglich. © dpa
Nicht ganz selten, aber übel: Der Candirú-Fisch lebt in tropischen Flüssen wie dem Amazonas oder dem Orinoco - und schimmt auch gerne mal in schwimmende Menschen hinein. Das fast durchsichtige Tierchen passt durch den Harnleiter, aber auch durch den Anus und sucht sich den Weg in die Blase. Dort beißt es sich fest, und vor allem die kleinen Wiederhaken am Kopf sorgen für Schmerzen. Er verursacht Blutungen und kann nur durch eine Operation wieder herausbefördert werden. © dpa
Café-au-Lait-Flecken: Teils über den ganzen Körper sind hell- bis dunkelbraune Flecken verteilt. Von einer wirklichen Krankheit sprechen Mediziner nicht, da die Hautveränderung gutartig ist. © dpa

Rubriklistenbild: © Instagram/Lydia Carroll

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