Krampfadern & Co.

Macht Sie diese Angewohnheit wirklich impotent?

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Schadet Beinekreuzen wirklich der Gesundheit - und der Potenz?

Manche Angewohnheiten sind nicht nur nervig, sondern können auch Ihrer Gesundheit schaden. Besonders Männer stellen sich diese Frage, wenn es um das beste Stück geht.

Für die einen ist es einfach bequem, für anderen wirkt es elegant: das Beineübereinanderschlagen. Doch werden wir es gewahr, entknoten wir unsere Beine schnell wieder. Schließlich hat bereits die liebe Großmutter gepredigt, dass davon Krampfadern oder sogar Schlimmeres kommt.

Für viele klingt das im ersten Moment einleuchtend: Schließlich wird so das Blut in den Venen daran gehindert, richtig durchzufließen. Böse Zungen behaupten sogar, dass Männer durch das häufige Kreuzen der Beine beim Sitzen impotent werden können.

Doch wissenschaftlich belegt sind derlei Aussagen bis dato nicht. Die Redaktion klärt Sie hier über die größten Mythen und deren Wahrheitsgehalt auf.

Thrombose, Krampfadern und Impotenz: Ist Beinekreuzen wirklich so ungesund?

Mythos Nummer 1: Lähmungen

So hält sich unter anderem seit langem die Sorge, dass die Beinnerven dadurch Schaden nehmen könnten. Schließlich sollen die Nerven abgeklemmt werden, was wiederum zu Lähmungserscheinungen führt. Fakt ist: Wer zu lange die Beine übereinander schlägt, der fordert es heraus, dass der Wadenbeinnerv (Nervus peroneus) irgendwann abgeklemmt wird. In seltenen Fällen kann daraus sogar eine sogenannte Peroneuslähmung entstehen. Allerdings wechselt unsereins meist die Sitzposition, bevor sie unangenehm wird. Daher ist die Wahrscheinlichkeit gering, durch das Beinekreuzen eine Lähmung davonzutragen.

Mythos Nummer 2: Krampfadern

Aber auch die so gefürchteten Krampfadern sind vielmehr eine Frage der Genetik als eine Folge Ihrer Sitzhaltung. Zwar stimmt es, dass Krampfadern entstehen, wenn das durchgepumpte Blut nicht mehr richtig fließen kann und es zu einer Blutstauung kommt. Dadurch erweitern sich die kleinen Venen, welche in der Folge nach außen treten. Allerdings hat das Beinekreuzen nichts damit zu tun – das bestätigt auch Dr. Mohammed Moursi, Gefäßchirurg der Universität Arkansas auf seiner Webseite. Der Grund dafür: Die meisten Venen liegen viel zu tief, als dass der Druck vom anderen Bein diese abdrücken könnte. Übrigens: Meist sind Krampfadern harmlos – erst wenn sie schmerzen, sollten Sie einen Venenarzt aufsuchen.

Mythos Nummer 3: Thrombose

Ein weiterer Mythos besagt, dass das Beineübereinanderschlagen für Bluthochdruck sorgt. Fakt ist, dass dies wirklich den Blutdruck kurzzeitig in die Höhe schnellen lässt. Doch sobald sie wieder "normal" dasitzen, sackt er auch schon wieder ab. Allerdings sollten Menschen, die zu Blutgerinnseln neigen, hier besser aufpassen. Sie haben ein größeres Risiko, an einer Venenthrombose zu erkranken. Daher sollten Sie als reine Vorsichtsmaßnahme die Beine nicht für Stunden kreuzen bzw. dies ganz vermeiden.

Mythos Nummer 4: Impotenz

Unter Männer hält sich dagegen das Gerücht, dass das Beinekreuzen auf Dauer das starke Geschlecht unfruchtbar machen soll. Der Grund dafür: Die Temperatur steigt in den Hoden und dadurch nimmt die Produktion der Spermien ab. Allerdings kann Götz-Christian Melloh, Facharzt für Urologie an der Charité in Berlin besorgte Männer beruhigen: "Kühlen die Hoden wieder ab, so kommt die Spermienproduktion auch wieder in Gang", versichert er gegenüber dem Online-Portal Bento.

Lesen Sie auch: Neue Studie will Schockierendes über Ibuprofen und die Männergesundheit gefunden haben.

jp

Hinter Beinschmerzen können ernsthafte Erkrankungen stecken

Wenn andere Behandlungsmethoden scheitern, können Mediziner, wie hier Prof. Hermann Josef Steinkamp in Berlin, mit einer Laser-Angioplastie das Blut in einer verschlossenen Arterie oftmals doch wieder in Fluss bringen. Foto: Andrea Warnecke
Wenn andere Behandlungsmethoden scheitern, können Mediziner, wie hier Prof. Hermann Josef Steinkamp in Berlin, mit einer Laser-Angioplastie das Blut in einer verschlossenen Arterie oftmals doch wieder in Fluss bringen. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Kleines Laser, große Wirkung: Bei einer Laser-Angioplastie werden bei einem Verschluss der Gefäße Ablagerungen an den Gefäßwänden mit einem energiereichen Laserlicht verdampft. Foto: Andrea Warnecke
Kleines Laser, große Wirkung: Bei einer Laser-Angioplastie werden bei einem Verschluss der Gefäße Ablagerungen an den Gefäßwänden mit einem energiereichen Laserlicht verdampft. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Prof. Hermann Josef Steinkamp führt in der Angioclinic in Berlin eine Laser-Angioplastie durch. Das Verfahren wird bei der arteriellen Verschlusskrankheit eingesetzt. Foto: Andrea Warnecke
Prof. Hermann Josef Steinkamp führt in der Angioclinic in Berlin eine Laser-Angioplastie durch. Das Verfahren wird bei der arteriellen Verschlusskrankheit eingesetzt. Foto: Andrea Warnecke © Andrea Warnecke
Wieder im Fluss: Nach einem Verschluss der Kniearterie (l) kann das Blut nach einer Laser-Angioplastie wieder fließen (r). Foto: Prof. Hermann Josef Steinkamp
Wieder im Fluss: Nach einem Verschluss der Kniearterie (l) kann das Blut nach einer Laser-Angioplastie wieder fließen (r). Foto: Prof. Hermann Josef Steinkamp © Prof. Hermann Josef Steinkamp
Thrombosestrümpfe üben Druck auf die Venen aus - dadurch verbessert sich der Blutfluss. Foto: Franziska Gabbert
Thrombosestrümpfe üben Druck auf die Venen aus - dadurch verbessert sich der Blutfluss. Foto: Franziska Gabbert © Franziska Gabbert
Prof. Hermann Josef Steinkamp ist Facharzt für Radiologie und tätig am Gefäßzentrum Angioclinic in Berlin. Foto: André Berger
Prof. Hermann Josef Steinkamp ist Facharzt für Radiologie und tätig am Gefäßzentrum Angioclinic in Berlin. Foto: André Berger © André Berger
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und tätig am Orthopaedicum Frankfurt am Main. Foto: Christian Loewe
Dr. Nicolas Gumpert ist Facharzt für Orthopädie und tätig am Orthopaedicum Frankfurt am Main. Foto: Christian Loewe © Christian Loewe

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