Impfungen im Kleinkindalter

Masern-Schutz bei Schulanfängern stagniert

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Im Bundesschnitt waren 2017 knapp 93 Prozent der untersuchten Kinder zweifach gegen Masern geimpft, das ist ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zu 2016. Foto: Patrick Seeger

Das Masern-Virus ist hoch ansteckend: Mehr als 300 Menschen erkrankten in diesem Jahr in Deutschland. Neue Daten zeigen nun, wie sich der Impfschutz von Kindern entwickelt hat.

Berlin (dpa) - Rund sieben Prozent der Schulanfänger in Deutschland sind nicht ausreichend gegen Masern geschützt. Bei der entscheidenden zweiten Impfung gegen das hoch ansteckende Virus erreichen bisher nur Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die angestrebte Quote von mindestens 95 Prozent geimpften Kindern.

Das geht aus bei Schuleingangsuntersuchungen 2017 erhobenen Daten hervor, die das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin veröffentlichte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte, die Masern-Impfung in Kindergärten und Schule müsse verpflichtend werden. Zuvor hatten Zeitungen der Funke Mediengruppe darüber berichtet.

Im Bundesschnitt waren laut RKI-Bericht knapp 93 Prozent der untersuchten Kinder zweifach gegen Masern geimpft, ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zu 2016. In den Jahren zuvor war diese Quote gestiegen: 2008 hatte der Wert noch bei 89 Prozent gelegen. Bei Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung gingen die Quoten im dritten Jahr in Folge zurück.

Zumindest bei der ersten Masern-Impfung erreicht Deutschland bereits seit einigen Jahren das 95-Prozent-Ziel: 2017 lag der Wert nun bei 97,1 Prozent, wie im Jahr zuvor. "Die Impfquoten bei Schulanfängern sind gut, aber nicht gut genug", sagte Spahn den Funke-Medien. "Denn erst wenn mehr als 95 Prozent gegen Masern geimpft sind, können wir diese gefährliche Infektionskrankheit ausrotten."

Das RKI verweist auf "große regionale Unterschiede", was den bundesweiten Schnitt bei der zweiten Masern-Impfung beeinflusse. Schlusslicht dabei ist Baden-Württemberg mit einer Quote von 89,1 Prozent. Bei allen von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Impfungen haben Kinder in östlichen Bundesländern laut Bericht weiterhin durchschnittlich einen besseren Impfschutz als Kinder in westlichen Bundesländern.

Grundsätzlich klafft bei jungen Erwachsenen eine große Impflücke, wie das RKI außerdem bekräftigte. Diese Gruppe stelle fast die Hälfte der mehr als 300 bisher gemeldeten Masern-Fälle in diesem Jahr. Nach 1970 Geborenen werde empfohlen, die Impfung nachzuholen, wenn im Impfpass keine, nur eine Masernimpfung aus der Kindheit vermerkt oder der Impfstatus unklar ist.

Kinderärzte sprachen sich unterdessen dafür aus, gleich die Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln zur Pflicht zu machen - anstatt im Zuge einer Masern-Impfpflicht zu Einfachimpfstoffen zurückzukehren. "In Deutschland ist derzeit kein Einzelimpfstoff gegen Masern mehr verfügbar", sagte Thomas Fischbach, Präsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), den Funke-Zeitungen. Gegen Masern werde in Kombination mit Mumps und Röteln beziehungsweise auch gegen Windpocken geimpft, mit sogenanntem Drei- oder Vierfachimpfstoff.

Bei Masern empfiehlt die Stiko die erste Impfung im Alter von elf bis 14 Monaten und die zweite im zweiten Lebensjahr. Die zweite Impfung soll Impflücken schließen - dann kann laut RKI bei 93 bis 99 Prozent der Geimpften der Ausbruch der Erkrankung verhindert werden.

Mit Masern-Viren kann man sich über Speicheltröpfchen in der Luft anstecken. Einige Tage danach breitet sich ein charakteristischer Ausschlag am Körper aus. Die Krankheit kann mit schweren Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen einhergehen. Selten kommt es auch zu Gehirnentzündungen, die tödlich enden können.

FAQ zu Masern - Robert Koch-Institut

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