Alltagsfrage

Nervig oder lebenswichtig - warum bekommen wir Schluckauf?

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Vielen ist das laute Hicksen beim Schluckauf in der Öffentlichkeit peinlich.

Hicks, hicks: Schon wieder ist es passiert – und man wird immer wieder durchgeschüttelt. Doch wofür ist Schluckauf überhaupt gut?

Meistens geschieht es in den unpassenden Momenten, etwa in einem wichtigen Meeting oder während man im Kino sitzt und einen Film ansieht. Dann geht es plötzlich los mit dem Hicksen – und man wartet und wartet, aber auch Minuten später stellt sich der Schluckauf wieder von neuem ein. Während die einen raten, einfach mal für ein paar Sekunden die Luft anzuhalten oder viel Wasser zu trinken, meinen andere, einen erschrecken zu müssen.

Doch wieso haben wir eigentlich Schluckauf?

Medizinisch gesehen handelt es sich bei einem Schluckauf (auch Singultus genannt) um einen harmlosen Reflex des Körpers. Oftmals vergeht er auch genauso schnell wieder, wie er gekommen ist.

Genauer gesagt ist es eine plötzlich auftretende Muskelanspannung des Zwerchfells sowie anderer Atemmuskeln. Dieser flache Muskel ist das Bindeglied zwischen Brust- und Bauchhöhle. Bei einem Schluckauf verkrampft sich das Zwerchfell und es kommt zu einem reflexartigen Verschluss der Stimmritze im Kehlkopf.

Doch die Luft in der Lunge kann so nicht wieder ausströmen und die eingeatmete Luft prallt gegen die geschlossenen Stimmbänder. Dadurch entsteht ein Druck und es entsteht das für Schluckauf so typische und unangenehme Hicksen.

Typische Auslöser für eine Zwerchfellreizung sind: 

  • zu schnelles Essen
  • zu hastiges Schlucken
  • Trinken von kohlensäurehaltigen Getränken
  • scharfes, heißes oder sehr kaltes Essen
  • Alkohol
  • Nikotin

Diese können bewirken, dass sich der Magen oder die untere Speiseröhre ausdehnt. Nervenimpulse im Gehirn sorgen dafür, dass der Zwerchfell- und Kehlkopfnerv automatisch eingeschaltet wird - und da es ein Reflex ist, ohne unser Zutun. In seltenen Fällen kann auch ein Fremdkörper im Gehörgang dafür verantwortlich sein. Der Grund hierfür: Dort befindet sich ein kleines Areal, das ebenfalls zum Kehlkopfnerv zieht.

Wer ist am häufigsten von Schluckauf betroffen - und warum?

Am häufigsten haben Babys Schluckauf, wenn sie zum Beispiel zu hastig trinken oder essen – mit der Zeit und je älter man wird, desto seltener wird der Schluckauf. Dennoch verschwindet er nie ganz. Mediziner vermuten, dass hinter dem Schluckauf-Reflex eine Art Atemhilfe für den Fötus im Mutterleib steckt. Genauer gesagt, trainiere der Reflex dort bereits für das Atmen nach der Geburt.

Andere glauben, dass er verhindert, dass Flüssigkeit in die Luftröhre gelangt. Daher würden auch Säuglinge häufiger hicksen – ein kanadischer Forscher behauptet nämlich, dass letzteres Luft aus dem Magen pumpen soll, ähnlich wie beim Rülpsen. Dadurch würden Babys mehr Platz schaffen, um noch mehr Milch aufnehmen zu können.

Eine weitere Theorie lautet, dass der Schluckauf ganz früher die Funktion hatte, giftige oder nicht verträgliche Nahrung durch das Zusammenziehen im Brustkorb aus der unteren Speiseröhre wieder nach oben zu drücken und schnell aus dem Körper zu bugsieren. Doch heutzutage übernimmt der Schluckauf, besonders für Erwachsene, kaum noch eine wichtige Aufgabe – und stört viele meist nur.

Lesen Sie auch: Warum wird einem beim Lesen im fahrenden Auto immer so schlecht?

Auch interessant: Das bedeutet es, wenn Fürze besonders stinken.

jp

Raus mit der Sprache: Logopäden helfen beim Reden

Laut für Laut: Logopäden wie Luisa Kaminski helfen nicht nur Kindern, sondern bringen etwa auch erkrankten Erwachsenen wieder das Sprechen bei. Foto: Henning Kaiser
Laut für Laut: Logopäden wie Luisa Kaminski helfen nicht nur Kindern, sondern bringen etwa auch erkrankten Erwachsenen wieder das Sprechen bei. Foto: Henning Kaiser © Henning Kaiser
Kaminski kümmert sich unter anderem auch um die Benandlung von Gesichtslähmungen, hier zum Beispiel mit einer sogenannten Vorstimulation der Bewegung. Foto: Henning Kaiser
Kaminski kümmert sich unter anderem auch um die Benandlung von Gesichtslähmungen, hier zum Beispiel mit einer sogenannten Vorstimulation der Bewegung. Foto: Henning Kaiser © Henning Kaiser
Kaminski arbeitet in einer Rehaklinik im nordrhein-westfälischen Reichshof, ihre Ausbildung absolvierte sie in Bochum. Foto: Henning Kaiser
Kaminski arbeitet in einer Rehaklinik im nordrhein-westfälischen Reichshof, ihre Ausbildung absolvierte sie in Bochum. Foto: Henning Kaiser © Henning Kaiser
Kälte hilft: Bei einer Gesichtslähmung stimuliert Kaminski die betroffenen Stellen unter anderem mit Eis. Foto: Henning Kaiser
Kälte hilft: Bei einer Gesichtslähmung stimuliert Kaminski die betroffenen Stellen unter anderem mit Eis. Foto: Henning Kaiser © Henning Kaiser
Wenn es auf der Zunge liegt: Mit einer sogenannten Benennübung behandelt Kaminski Wortfindungsstörungen. Foto: Henning Kaiser
Wenn es auf der Zunge liegt: Mit einer sogenannten Benennübung behandelt Kaminski Wortfindungsstörungen. Foto: Henning Kaiser © Henning Kaiser
Welche Bewegung formt welchen Buchstaben? Bei dieser Übung werden einfache Worte in kleinste Bestandteile zerlegt und so wiederentdeckt. Foto: Henning Kaiser
Welche Bewegung formt welchen Buchstaben? Bei dieser Übung werden einfache Worte in kleinste Bestandteile zerlegt und so wiederentdeckt. Foto: Henning Kaiser © Henning Kaiser
Viel Abwechslung: An ihrem Beruf mag Kaminski vor allem die große Vielfalt. Foto: Henning Kaiser
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