Demineralisierung

Das passiert, wenn Sie sofort nach dem Essen Zähne putzen

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Richtiges Zähneputzen will gelernt sein.

Zähneputzen ist wichtig - das weiß jedes Kind. Doch wer es falsch macht, schadet seinen Beißern mehr als gedacht. Wann es gefährlich werden kann, lesen Sie hier.

Abends Zähneputzen nicht vergessen, aber die Bürste niemals vorher nass machen und lieber einen Zahnputzbecher aus Glas verwenden: Es ranken sich viele Mythen um die Zahnhygiene. Doch viele stehen davor – und wissen gar nicht mehr, was richtig oder falsch ist. So wurde uns zum Beispiel schon als kleines Kind beigebracht: "Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen."

Expertin klärt auf: Darum sollten Sie nach dem Essen mit dem Zähneputzen warten

Doch nun meint eine Expertin, dass unsere lieben Mütter damit total falsch lagen. Wer gleich nach dem Essen zur Zahnbürste greift, schädigt seine Beißerchen mehr als ihm lieb ist, verrät jetzt Dr. Thea Lingohr, Zahnärztin und Oralchirurgin, gegenüber Focus Online.

Besonders der Zahnschmelz sei davon betroffen – zwar ist dieser durch seine enthaltenen Mineralien sehr hart, aber dennoch kann er über die Zeit angegriffen sein und sich abtragen. Das heißt konkret: Der Zahnschmelz, der den Zähnen eigentlich als Schutzschild dient, wird immer dünner und poröser. Es kommt zur sogenannten Demineralisation. Dabei lösen sich Kalzium und Phosphat aus dem Schmelz heraus und er bröckelt ab.

Erfahren Sie hier, warum Sie niemals einen Zahnputzbecher aus Plastik verwenden sollten.

Ist der Zahnschmelz kaputt, drohen schmerzhafte Konsequenzen

Ist er bereits empfindlich geschädigt und man putzt mit der Zahnbürste noch darüber, verschlimmert sich der Zustand und man beschleunigt den Verfall. Dadurch wird der Zahn frei – und Bakterien & Co. können ungehindert in diesen eindringen. Das Pikante daran: Sobald sie das Zahnbein, auch Dentin genannt, sowie die darin befindlichen Kanäle mit Nervenfasern erreichen, können Schmerzen und Entzündungen drohen.

Daher rät die Expertin dringend dazu, nach dem Essen mindestens 30 bis 60 Minuten zu warten, bis man ins Bad schlürft. Der Grund dafür: So lange dauert es, bis im Speichel befindliche Enzyme den pH-Wert im Mundraum wiederhergestellt haben.

Auch interessant: Das passiert, wenn Sie abends nicht Ihre Zähne putzen.

Für den Zahnschmelz: säurehaltige Lebensmittel vermeiden

Zwar würde der Demineralisierungsprozess sehr lange dauern, bis der Zahnschmelz gänzlich abgetragen ist, dennoch sollte man versuchen, so oft es geht auf säurehaltige Lebensmittel zu verzichten. Dazu gehören:

  • Fruchtsäfte
  • Softdrinks
  • Zitrusfrüchte
  • Äpfel
  • Kiwis
  • Zucker
  • Fast Food
  • Fertigprodukte
  • Weißmehl

Diese sorgen dafür, dass der pH-Wert im Mundraum empfindlich gestört wird. Dieser liegt normalerweise bei 7, doch Orangensaft, Cola & Co. weisen lediglich einen pH-Wert von 3 auf. Das würde sich so äußern, erklärt Lingohr, dass man nach dem Verzehr ein stumpfes Gefühl auf den Zähnen verspüre.

Gegen fiesen Zahnbelag: Mehr Vollkorn essen und rohes Obst und Gemüse knabbern

Wer allerdings unterwegs ist und für frischen Atem sorgen möchte, der kann als Alternative auch eine fluoridhaltige Mundspüllösung oder zuckerfreien Kaugummi verwenden. Diese regen den Speichelfluss an und helfen somit auch bei der Remineralisierung des Zahnschmelzes.

Übrigens: Wer öfters bei Mahlzeiten auf Rohkost oder Vollkornprodukte zurückgreift, der tut seinen Zähnen viel Gutes. Schließlich kratzt deren raue Oberfläche überflüssigen Belag von den Beißern und durch das gründliche Kauen der Speisen wird der Speichelfluss ebenfalls angeregt.

Lesen Sie hier, warum Sie niemals vor dem Zähneputzen die Bürste nass machen sollten.

jp

Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt.
Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt. © Pixabay
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden.
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden. © Pixabay
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ...
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ... © Pixabay
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen.
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen. © Pixabay
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen.
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen. © Pixabay
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz.
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz. © Pixabay
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden.
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden. © picture alliance / dpa
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.  
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.    © picture alliance / dpa
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen.
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen. © Pixabay

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