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Stiftung Warentest prüft Nahrungs­ergän­zungs­mittel für Schwangere: Eines ist gefährlich

Schwangere brauchen viele Nährstoffe, damit das Baby gut versorgt wird.
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Schwangere brauchen viele Nährstoffe, damit das Baby gut versorgt wird.

In der Schwangerschaft greifen Frauen häufig zu Nahrungsergänzungsmitteln. Stiftung Warentest hat geprüft, welche Mittel Schwangere wirklich gut versorgen.

  • In der Schwangerschaft muss der weibliche Körper gut mit Nährstoffen versorgt sein.
  • Um keinen Mangel zu riskieren, nutzen viele Schwangere Nahrungsergänzungsmittel.
  • Welche Präparate wirklich sinnvoll sind, hat Stiftung Warentest* geprüft.

Vitamine und andere Nährstoffe sind immer wichtig für den Körper. In der Schwangerschaft vertrauen viele Frauen allerdings nicht mehr auf die Versorgung durch eine ausgewogene Ernährung und schlucken Vitamintabletten. Einige Nährstoffe sind dabei sehr wichtig, wie zum Beispiel Folsäure, für die in der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf besteht. Aber nicht alle Stoffe müssen Schwangere künstlich zuführen. 

Stiftung Warentest ist nun der Frage nachgegangen, welche Nährstoffe Schwangere wirklich brauchen und hat 17 Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch* untersucht. Der Preisunterschied zwischen den Produkten von Marken wie Fembion und Drogerie-Eigenmarken sind sehr groß, aber ergeben sich daraus auch Rückschlüsse auf die Wirksamkeit?

Auch mit güns­tigen Mitteln gut versorgt?

Will sich eine schwangere Frau zusätzlich mit Nährstoffen versorgen, kann sie dafür 1,92 Euro pro Tag ausgeben oder gerade einmal 5 Cent - so enorm sind die Preis­unterschiede bei Nahrungs­ergän­zungs­mitteln für Schwangere. Auf die gesamte Schwangerschaft gesehen kommen da beeindruckende Summen zustande, sodass die Frage berechtigt ist, ob es denn unbedingt das teuerste Produkt sein muss. Wichtig bei der Auswahl sind vor allem zwei Nährstoffe: Folsäure und Jod.

Folsäure schon bei Kinderwunsch einnehmen 

Den erhöhten Bedarf an Vitaminen und Nährstoffen, den Frauen während einer Schwangerschaft haben, können sie in der Regel durch eine nährstoffreiche ausgewogene Ernährung decken. Eine Ausnahme bilden hierbei allerdings Folsäure und Jod. Ersteres spielt bei einem Mangel eine Rolle bei Neuralrohrdefekten (offener Rücken) des Kindes und sollte immer ausreichend zur Verfügung stehen, möglichst schon beim aufkommenden Kinderwunsch und nicht erst, wenn die Schwangerschaft festgestellt wurde. Jod ist wichtig für die geistige und körperliche Entwick­lung des Kindes im Mutterleib und sollte ebenfalls immer ausreichend zur Verfügung stehen. Nur Frauen mit einer bekannten Schild­drüsen­erkrankung dürfen kein zusätzliches Jod einnehmen und sollten sich diesbezüglich mit ihrem Arzt beraten.

Stiftung Warentest: 8 von 17 Nahrungs­ergän­zungs­mittel sind geeignet

Unter den Präparaten, die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen habt, befinden sich viele Marken wie Doppelherz, Femibion, Folio, Elevit, Materna und Orthomol, aber auch Drogerie-Eigenmarken von DM und Rossmann. Viele der untersuchten Präparate enthalten neben Folsäure und Jod noch weitere Vitamine, Mineralstoffe und Spuren­elemente. Insgesamt acht Produkte erhielten die Bewertung geeignet, acht sehen die Tester als eingeschränkt geeignet und eines als wenig geeignet, da es in einem entscheidenden Bereich falsch dosiert ist.

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Babys brauchen viele Nährstoffe für eine gesunde Entwicklung.

Diese Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere hat Stiftung Warentest geprüft

Mittel mit Folsäure und Jod

  • Avitale1 - Folsäure 800 Plus
  • Denk - Prenatal
  • Femibion - 1
  • Femix - Alpha
  • Folio Forte (Phase 1)

Folsäure-Präparate ohne zusätzliches Jod

  • GSE1 - Folsäure Compact
  • Medicom - Folsäure Basis#
  • Salus - Floradix Folsäure

Kombipräparate mit Eisen

  • Babyforte - Folsäure Plus
  • dm Das gesunde Plus - A-Z Mama
  • Doppelherz aktiv - Nährstoffe für Schwangere + Mütter
  • Elevit - 1 Kinderwunsch & Schwangerschaft
  • Materna DHA
  • Orthomol Natal
  • Tetesept FemiBaby
  • Rossmann Altapharma Schwangerschafts-Vitamine + DHA
  • Pukka (Bio)67 Mutterzauber Schwangerschaft

Ein Präparat enthält zu wenig Folsäure

400 bis 600 Mikrogramm Folsäure pro Tag sollten Schwangere mindestens aufnehmen, für die Kinderwunschphase und die Frühschwangerschaft werden mittlerweile sogar 800 Mikrogramm pro Tag empfohlen. Bei einem Kombipräparat im Test lag die Tages­dosis für Folsäure unter den wissenschaftlichen Empfehlungen für Schwangere und Frauen mit Kinder­wunsch, weshalb die Tester das Produkt als wenig geeignet bewertet haben. Laut Anbieter ist es aber inzwischen nicht mehr erhältlich.

Acht weitere Kombiprä­parate kann die Stiftung Warentest nur mit Einschränkung als geeignet bewerten. Diese Präparate enthalten neben der empfohlenen Menge Folsäue und Jod auch noch weitere Nährstoffe. Darunter befindet sich auch ein Spurenelement, das Schwangere nur ergänzend zu sich nehmen sollten, wenn hier ärztlich eine Unterversorgung festgestellt wurde.

Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere: Die individuelle Ernährung ist entscheidend

Liest man sich die Nährstoffangaben der Kombipräparate durch, so ist die Liste häufig lang. Die meisten dieser Inhaltsstoffe können Frauen durch eine ausgewogene Ernährung ausreichend zu sich nehmen. Es kann aber dennoch sinnvoll sein, durch Nahrungsergänzungsmittel zu unterstützen, wenn die Schwangere ihre Ernährung als unzureichend empfindet. Hier hilft es, ein Ernährungstagebuch zu führen, um zu erkennen, wo ein Mangel herrschen könnte.

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