Durchbruch?

Studie entwickelt neues, hochwirksames Antibiotikum aus Wespengift

Antibiotikum aus Wespengift? Eine Studie könnte dies bald möglich machen.
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Antibiotikum aus Wespengift? Eine Studie könnte dies bald möglich machen.

Forscher haben herausgefunden, dass Bienen- und Wespengift Wirkstoffe enthält, die Bakterien abtöten können. Damit könnte nun ein neues Antibiotikum entwickelt werden.

Wespen- oder Bienengift ist für Menschen für gewöhnlich giftig. Dennoch können Wirkstoffe darin Bakterien bekämpfen. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat in einer Studie nun aus Wespengift ein für Menschen nicht toxisches Antibiotikum entwickelt.

Neues Antibiotikum bald für Menschen verfügbar?

In einer Studie an Mäusen fanden die Forscher heraus, dass das Mittel Atemwegs- und andere Infektionen eliminieren kann, gegen die die meisten Antibiotika resistent sind. Als Teil ihrer Immunabwehr produzieren viele Organismen, einschließlich der des Menschen, Peptide, die Bakterien abtöten können.

Um das Entstehen antibiotikaresistenter Bakterien zu bekämpfen, haben Wissenschaftler versucht, diese Peptide zu potentiell neuen Medikamenten umzuwandeln. Cesar de la Fuente-Nunez ist einer der führenden Autoren der Zeitschrift "Communications Biology", in der die Studienergebnisse erschienen sind.

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In der ersten Phase der Studie erstellten die Forscher einige Varianten des ursprünglichen Peptids. Anschließend wurde gemessen, wie diese Änderungen die Struktur der Peptide beeinflussten. Dann testeten die Forscher die Peptide gegen sieben Bakterienstämme und zwei Pilze.

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Um die Giftigkeit der Peptide zu messen, setzten die Forscher sie menschlichen embryonalen Nierenzellen aus, die in einer Laborschüssel gezüchtet wurden. Sie wählten die vielversprechendsten Verbindungen für den Test an Mäusen aus, die mit einer weitverbreiteten Infektion der Atemwege und des Harntrakts infiziert waren. Dabei fanden sie heraus, dass mehrere der Peptide die Infektion reduzieren konnten. Bei einer Maus wurde die Infektion sogar gänzlich beseitigt.

"Nach vier Tagen konnte diese Verbindung die Infektion vollständig beseitigen und das war ziemlich überraschend und aufregend, da das normalerweise nicht mit anderen experimentellen Antibiotika gelungen ist, die wir in der Vergangenheit getestet haben", so de la Fuente-Nunez.

Die Forscher haben zudem bereits damit begonnen, neue Varianten des Wirkstoffs zu entwickeln. Von ihnen erhoffen sie sich, dass sie Infektionen auch schon mit niedrigeren Dosierungen beseitigen können.

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sca

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
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Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
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Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
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Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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