Gefährliche Krankheit

Syphilis bleibt ein Problem in Deutschland

+
Treponema pallidum, der Erreger der Syphilis. In Deutschland stecken sich weiterhin mehr als 7000 Menschen pro Jahr mit Syphilis an. Das geht aus den jüngsten Daten des Robert Koch-Instituts für das Jahr 2018 vor. Foto: PD Dr. Annette Moter/Charite-Universitätsmedizin Berlin/dpa

Lange sah der Kampf gegen die gefürchtete Geschlechtskrankheit aussichtsreich aus, doch die Fälle von Neuansteckungen in Deutschland bleiben weiterhin stabil.

Berlin (dpa) - In Deutschland stecken sich weiterhin mehr als 7000 Menschen pro Jahr mit Syphilis an. Das geht aus den jüngsten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) für das Jahr 2018 vor.

Mit 7223 Erkrankungsfällen lag die Zahl auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr (7140), heißt es im neuen Epidemiologischen Bulletin des Instituts. Zum ersten Mal seit 2010 habe sich der Anstieg damit nicht weiter fortgesetzt.

Syphilis ist eine bakteriell verursachte Erkrankung, die nur beim Menschen vorkommt. Sie ist beim Sex, durch Blut und bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragbar. Syphilis lässt sich mit Antibiotika heilen. Unbehandelt kann es jedoch langfristig zu Schädigungen des Gehirns und der Blutgefäße kommen. Am häufigsten stecken sich in Deutschland homo- und bisexuelle Männer an.

Die meisten Infektionen pro 100.000 Einwohner in einem Bundesland gab es mit 36 Fällen weiterhin in Berlin, die wenigsten in Thüringen (4,3). Der Bundesschnitt lag bei 8,8 registrierten Betroffenen pro 100.000 Einwohner.

Syphilis ist meldepflichtig.

Auffällig war jedoch, dass die Infektionszahlen in Berlin trotz des Spitzenwerts zurückgingen - um rund zwölf Prozent im Vergleich zu 2017. Ein vermuteter Grund sind vermehrte Tests und Behandlungen von Syphilis im Rahmen der Prä-Expositionsprophylaxe gegen HIV (PrEP), heißt es im RKI-Bulletin. Bei PrEP nehmen HIV-negative Menschen ein Medikament ein, um sich vor HIV zu schützen.

PrEP senkt somit zwar das Risiko einer HIV-Infektion bei ungeschütztem Sex, beugt aber nicht einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten vor. Leitlinien zur Verschreibung von PrEP sehen jedoch regelmäßige Tests auf Syphilis vor. Dadurch steige die Zahl der erkannten Syphilis-Fälle zunächst meist an, heißt es in der Analyse. Später könne sie aber sinken, da die Verbreitung der Erreger in der Bevölkerung durch mehr Behandlungen zurückgehe.

Bulletin

Aidshilfe zu PrEP und Begleittests

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Das müssen Sie jetzt über Organspende wissen

Der Bundestag hat über Gesetzesentwürfe zur Organspende abgestimmt. Was das für Sie bedeutet und was Sie allgemein zur Organspende wissen sollten, erfahren Sie hier.
Das müssen Sie jetzt über Organspende wissen

Medikamente gehören nicht ins Badezimmer

Hand aufs Herz: Wo haben Sie Ihre Medikamente? Irgendwo in der Schublade, im Schrank unter dem Waschbecken? Beides ist nicht so gut. Denn eventuell wirken Tabletten dann …
Medikamente gehören nicht ins Badezimmer

Neue Lungenkrankheit breitet sich aus: So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

In China sorgt ein neuartiges Virus aktuell für Besorgnis: Mehr als 200 Fälle der gefährlichen Lungenkrankheit wurden bereits gemeldet. Mehr über das Coronavirus …
Neue Lungenkrankheit breitet sich aus: So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

Schauspieler Ferdinand Schmidt-Modrow stirbt an Speiseröhrenriss: Das steckt hinter der grausamen Diagnose

Schauspieler Ferdinand Schmidt-Modrow verstarb mit nur 34 Jahren an einem Speiseröhrendurchbruch. Erfahren Sie hier, wie es zum Riss in der Speiseröhre kommen kann.
Schauspieler Ferdinand Schmidt-Modrow stirbt an Speiseröhrenriss: Das steckt hinter der grausamen Diagnose

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.