Psychologin erklärt 

Darum kann die US-Wahl Bauchschmerzen verursachen  

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Der Wahlsieg von Donald Trump in den USA kann aus Expertensicht bei enttäuschten Menschen gesundheitliche Nebenwirkungen haben.

Das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den USA geht vielen Menschen nah. Die Unzufriedenheit kann auch zu körperlichen Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit führen.

Nach dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA sind hierzulande viele Menschen über das Ergebnis sehr enttäuscht. Das Unbehagen könne auch zu körperlichen Beschwerden führen, sagt die Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Alexandra Martin, von der Universität Wuppertal im Interview.

Ist es möglich, dass sich die Unzufriedenheit mit dem Wahlergebnis bei einigen Menschen auch auf die Psyche niederschlägt und eventuell auch zu körperlichen Beschwerden führt?

Ja, das ist durchaus möglich. Gerade wenn aktuelle Ereignisse starke Emotionen wie beispielsweise Angst oder Ärger auslösen, gehen diese auch mit körperlichen Begleitreaktionen einher.

Welche Symptome können sich bei den Betroffenen zeigen?

Im Zusammenhang mit Angst oder Sorgen kommt es zum Beispiel zu einer Aktivierung des autonomen Nervensystems. Beobachtbare Symptome reichen von Herzklopfen, muskulärer Verspannung über Schwindelgefühle, Übelkeit, Appetitlosigkeit bis zu Bauchschmerzen.

Warum geht das Wahlergebnis vielen Menschen so nah?

Bereits die lange Phase des Wahlkampfes war in unseren Medien sehr präsent, so dass die Aufmerksamkeit vieler Bürger geweckt war. Es wurde ja auch bereits im Vorfeld die Bedeutung des einen oder anderen Wahlausgangs - auch für uns in Europa - viel diskutiert. Bei manchen Menschen mögen sich nun bestehende Sorgen verstärken oder eine Verunsicherung entstehen. Nun ist zwar die Wahl entschieden, der Ausgang ist aber für viele Menschen zunächst einmal mit der Unsicherheit verbunden, welche Auswirkungen dies auf das Weltgeschehen, die Entwicklungen im eigenen Land und damit für die eigene Zukunft potenziell haben kann.

Welche anderen Ereignisse können zu ähnlichen Reaktionen führen?

Das können ganz individuelle Erfahrungen im eigenen Alltag sein wie die Angst vor einer Aufgabe oder Prüfung - oder eine zwischenmenschliche Enttäuschung. Es können aber auch andere kollektiv bewegende Ereignisse sein, wie das Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Im Übrigen lösen auch positiv erlebte Ereignisse, die mit intensiver Freude oder Euphorie einhergehen, körperliche Reaktionen aus.

Was können Betroffene tun, damit es ihnen wieder besser geht?

Im Regelfall ist zu erwarten, dass die spontan erlebten Beschwerden innerhalb von kurzer Zeit von ganz allein abklingen. Mit der Gewöhnung an die neue Situation, mit abklingenden Sorgen, Rückkehr zur Alltagsroutine nehmen auch die körperlichen Stressreaktionen wieder ab. Nur bei länger anhaltenden Anspannungsreaktionen sollte man sich überlegen, was persönlich im Umgang mit den Beschwerden helfen könnte. Dies kann körperliche Betätigung genauso wie eine angenehme oder entspannende Aktivität sein. Bei länger anhaltenden Beschwerden, kann es sinnvoll sein, den Ursachen dafür genauer auf den Grund zu gehen, etwa über medizinische Abklärung.

Die Expertin

Professorin Alexandra Martin.

Alexandra Martin ist Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Bergischen Universität Wuppertal und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. In ihrer Forschung beschäftigt Sie sich unter anderem mit psychosomatischen Beschwerdebildern, dem Umgang mit Stress und der Psychotherapie bei chronischen körperlichen Beschwerden.

dpa

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