Blutvergiftung möglich

Erster Vibrionen-Fall 2020 an der Ostsee: Badenden Urlaubern drohen schwere Infektionen

Zwei Mädchen tragen einen aufblasbaren pinken Flamingo
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Bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein zieht es Urlauber und Einheimische an die Strände entlang der Ostsee.

Die warmen Temperaturen im Norden heizen die Ostsee auf. Ein Eldorado für Vibrionen ensteht: Bakterien, die Fieber und auch Blutvergiftung auslösen können.

  • Jährlich kommt es zu Vibrionen-Infektionen an Ostsee und Nordsee*, die sogar tödlich enden können.
  • Im August 2020 wurde in diesem Jahr zum ersten Mal eine Infektion mit den gefährlichen Bakterien gemeldet. Eine Frau wurde nach einem Bad in der Ostsee in einer Klinik behandelt.
  • Über kleinste Wunden der Haut können die Bakterien in den Körper eindringen und dort schwere Infektionen zur Folge haben. Wer besonders vorsichtig sein sollte, erfahren Sie hier.

Jedes Jahr aufs Neue lockt der Strandurlaub. In Zeiten von Corona führt der Sommerurlaub 2020 viele an die Nord- oder Ostsee: ausgedehnte Strandspaziergänge, Picknick im Strandkorb und Plantschen in den Wellen inklusive. Doch warme Temperaturen haben auch zur Folge, dass sich eine Reihe von Algen und Keimen im Wasser wohl fühlen – und gedeihen. So kommt es jährlich zu vermehrtem Blaualgen-Wachstum, wenn die Wassertemperatur steigt. Und auch Vibrionen-Infektionen häufen sich, wenn das Wasser eine Temperatur von mehr als 20 Grad Celsius erreicht. Ist es zudem nicht zu salzig wie das Wasser der Ostsee, herrschen ideale Bedingungen für Vibrionen.

Der erste Vibrionen-Fall 2020 wurden jetzt im Raum Ribnitz-Damgarten im Landkreis Vorpommern-Rügen gemeldet: Hier hatte sich eine Frau beim Schwimmen mit den Bakterien infiziert, wie das örtliche Gesundheitsamt meldete. Zwei weitere Verdachtsfälle gibt es zudem im Uni-Klinikum Greifswald, wie der NDR berichtete.

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Symptome einer Vibrionen-Infektion: jetzt schnell zum Arzt

Vor allem für bestimmte Risikogruppen kann eine Vibrionen-Infektion Lebensgefahr bedeuten. Die stabförmigen Kleinstlebewesen finden durch kleinste Wunden ihren Weg in den Körper und infizieren dort das Gewebe. Die Folge können schmerzhafte Entzündungen sein – aber auch eine lebensbedrohliche Blutvergiftung oder das Absterben von Gewebe (sogenannte Nekrosen) sind möglich. „Ein frühes Symptom ist ein lokaler Schmerz, der angesichts der sichtbaren Wunde überproportional stark erscheint. Zudem können Fieber, Schüttelfrost und Sepsis auftreten. Chirurgische Behandlungen bis hin zur Amputation von Gliedmaßen können die Folge sein. Schwere Erkrankungen können tödlich verlaufen", informiert das Robert Koch-Institut (RKI) als Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten. Auch das Schlucken von infiziertem Wasser kann eine Vibrionen-Infektion zur Folge haben. In dem Fall kommt es häufig zu Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen und Durchfall.

Wer oben genannte Symptome nach einem Bad in der Ostsee an sich beobachtet, sollte sofort einen Arzt aufsuchen. Nur mit einer passenden Behandlung können schwere und sogar tödliche Verläufe verhindert werden.

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Im Video: Wegen Klimawandel und steigender Temperaturen: Infektionsgefahr mit Vibrionen in der Ostsee steigt

Diabetiker, Herz- und Krebskranke sollten warmes Meerwasser meiden

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet, durch eine Vibrionen-Infektion schwer zu erkranken. Dazu zählen Krebspatienten, Menschen mit Herzerkrankungen oder schlecht heilenden Wunden. Zudem sollten Personen mit Diabetes, Lebererkrankungen und ältere Personen den Kontakt mit warmem Meerwasser vermeiden, wie das RKI berichtet. „Dagegen sind unter den in Europa bekannten Fällen nur selten junge gesunde Erwachsene, die in der Regel auch nicht schwer erkranken. Bei immungesunden Kindern werden allenfalls Ohrinfektionen mit Nicht-Cholera-Vibrionen festgestellt, die mit Ohrinfektionen durch andere Erreger vergleichbar sind“, so die Bundesbehörde. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

Mehr Quellen: www.ndr.de

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
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Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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