Laborwerte per App

Weitere Krankenkassen starten digitale Gesundheitsakte

+
Die App "Vivy" soll für Versicherte mehrerer gesetzlicher und privater Krankenkassen angeboten werden, darunter Allianz PKV, Bahn-BKK, DAK und IKK classic. Foto: Michael Kappeler

Bei Ärzten und Kliniken gibt es jede Menge Daten - von Röntgenbildern bis zu Impfangaben. Seit langem laufen Bemühungen, Infos zum Nutzen von Patienten zu verknüpfen. Die Palette der Anwendungen wird größer.

Berlin (dpa) - Mehr und mehr Krankenkassen starten digitale Angebote mit Gesundheitsdaten - noch vor genauen Plänen der Bundesregierung für eine elektronische Patientenakte.

Mehrere gesetzliche und private Kassen stellten nun eine gemeinsame App vor, über die etwa Befunde, Laborwerte und Notfalldaten gespeichert und abgerufen werden können. Hinter dem Angebot stehen Allianz, DAK-Gesundheit, Bahn BKK, IKK Classic, Barmenia, Gothaer und Süddeutsche Krankenversicherung, die insgesamt 25 Millionen Versicherte damit ansprechen könnten.

Anbieten wollen die ersten beteiligten Kassen die digitale Akte namens "Vivy" ab Juli. Patienten können sie kostenlos und freiwillig nutzen und selbst festlegen, welche Daten sie mit welchem Arzt teilen wollen. Ziel ist unter anderem, Mehrfachbehandlungen zu reduzieren und Medikamenten-Unverträglichkeiten leichter zu erkennen. Technisch soll dies über Anbindungen an die Software von Praxen und Kliniken laufen. Genutzt werden sollen nur Server in Deutschland.

Nach jahrelangem Gezerre um zusätzliche Funktionen der elektronischen Gesundheitskarte will die Bundesregierung bei der Digitalisierung vorankommen. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, bis 2021 eine elektronische Patientenakte einzuführen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Bürgern auch Angebote per Smartphone ermöglichen. Zugleich soll aber der Aufbau eines sicheren Datennetzes für das Gesundheitswesen mit der Gesundheitskarte fortgesetzt werden.

Die AOK und die Techniker Krankenkasse haben bereits eigene Angebote für elektronische Gesundheitsakten vorgestellt, die anschlussfähig an das einheitliche Datensystem sein sollen. Für das Projekt "Vivy" hob die Chefin der Allianz Private Krankenversicherungs-AG, Birgit König, das Ziel von mehr Vernetzung hervor: "Weg von Insellösungen, hin zu offenen Schnittstellen." Je mehr Patienten eine Plattform nutzten, desto interessanter werde sie auch für Ärzte. DAK-Chef Andreas Storm sagte, Patienten bekämen so erstmals ein Instrument, über ihre Daten zu verfügen. Dies stärke ihre Selbstbestimmung im Versorgungsprozess.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Dieser junge Mann sieht aus wie zwölf - nun enthüllt er ein trauriges Geheimnis

Er sieht aus wie ein kleiner Junge - doch Tomasz Nadolski sieht sich selbst nicht so. Im Gegensatz zu anderen, jungen Erwachsenen führt er ein schweres Leben.
Dieser junge Mann sieht aus wie zwölf - nun enthüllt er ein trauriges Geheimnis

Gefährliche Krankheiten: Deuten Sie diese Anzeichen auf Ihren Nägeln richtig

Brüchige Nägel, Querrillen oder blauschwarze Flecken: Auch Fingernägel können Aufschluss über unser Befinden geben. Auf welche Warnzeichen Sie achten sollten, hier.
Gefährliche Krankheiten: Deuten Sie diese Anzeichen auf Ihren Nägeln richtig

West-Nil-Virus fordert bereits 17 Tote: So breitet es sich jetzt in Europa aus

Ein seltenes Virus soll sich jetzt auch in Europa ausbreiten - angeblich hat es sogar bereits Tote gefordert. Welche Gefahr davon jetzt ausgeht, erfahren Sie hier.
West-Nil-Virus fordert bereits 17 Tote: So breitet es sich jetzt in Europa aus

So bleiben Brombeeren länger frisch

Brombeeren sind schmackhaft und gesund. Allerdings bleiben sie nicht lange knackig-frisch. Experten erklären, wie man die Früchte am besten aufbewahrt.
So bleiben Brombeeren länger frisch

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.