Erinnerungen auffrischen

Wenn Ihr Partner diese Eigenschaft hat, riskieren Sie Demenz im Alter

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Der richtige Partner soll sogar vor Demenz schützen können.

Augen auf bei der Partnerwahl – denn der oder die Falsche kann sich sogar negativ auf das Demenz-Risiko auswirken, wie US-Forscher herausgefunden haben.

Schlechte Laune färbt ab. Wer ständig pessimistische Menschen um sich hat, der läuft Gefahr, die Ansichten zu verinnerlichen und ebenfalls schwarz zu sehen. Andersherum gilt: Wer sich mit optimistischen, entspannten Menschen umgibt, der ist in der Regel ausgeglichener und weniger pessimistisch. US-amerikanische Wissenschaftler der Michigan State University und der Harvard T. H. Chan School of Public Health in Boston, Massachusetts, haben sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen "schlechter" Gesellschaft beschäftigt - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Optimistischer Partner soll Demenz-Risiko reduzieren

Aus einer im Fachblatt "International Journal of Behavioral Development" veröffentlichten Studie leiten sie ab, dass ein optimistischer Partner eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und häufiger Aktivität fördert. Die positive Einstellung des Partners soll sogar Risikofaktoren, die eine Demenz* und somit auch Alzheimer fördern, reduzieren können.

Zu den Faktoren, die die Entwicklung von Demenz begünstigen, zählen:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • zu viel Alkohol
  • Einsamkeit
  • fehlende geistige Herausforderung
  • Depressionen
  • Schlafmangel

Diese Risikofaktoren können durch ärztliche Behandlung und eine Änderung des Lebensstils verhindert oder behoben werden. Selbst wer im mittleren Lebensalter erst mit einer gesunden Lebensweise beginnt*, kann vielen Krankheiten vorbeugen.

Lesen Sie auch: Diese zwei Diäten senken Demenz-Risiko enorm - besagt eine Studie.

Positive Menschen sollen Ihre Partner lange geistig fit halten

Lange Zeit wurde angenommen, dass Demenz vor allem durch genetische Veranlagung beeinflusst wird. Doch immer mehr Studien kommen zu dem Schluss, dass der Lebensstil einer Person enormen Einfluss auf die Entwicklung von Krankheiten hat - soziale Kontakte* spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Die Grundlage für die Studie der Forscher der Michigan State University und der Harvard TH Chan School of Public Health war die Health and Retirement Study, eine nationale Studie zur US-Demografie mit einer repräsentativen Stichprobe von Menschen über 50. Fast 4.500 heterosexuelle Paare wurden befragt, um herauszufinden, ob die Partner von optimistischen Probanden kognitiv gesünder sind als andere. Auffallend war in der Auswertung, dass die Menschen, deren Partner als positiv eingestuft wurde, ein besseres Erinnerungsvermögen hatten als diejenigen, die ihren Partner als pessimistisch eingestuft hatten.

Die Forscher leiteten aus ihrer Studie ab, dass ein positiver Partner geistig lange fit hält. "Wenn euer Partner optimistisch und gesund ist, kann sich das auch positiv auf eure Gesundheit auswirken", zitiert der Business Insider William Chopik, Professor für Psychologie an der Michigan State University und Koautor der Studie: "Eure Zukunft mit so einem Partner könnte tatsächlich rosiger aussehen, weil ihr vermutlich länger lebt* und von kognitiven Krankheiten verschont bleibt."

Quellen: www.businessinsider.de; onlinelibrary.wiley.com; www.alzheimer-forschung.de

Weiterlesen: Alzheimer-Forschung: Alterserkrankung breitet sich wie Infektion aus.

jg

Umarmen oder Händeschütteln: Berührungen tun gut

Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen
Schon flüchtige Berührungen schaffen Nähe und festigen die Bindung zwischen Menschen. Foto: Monique Wüstenhagen © Monique Wüstenhagen
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks
Für Kinder ist Berührung elementar. Sie könnten sich nicht normal entwickeln, wenn sie keine Nähe erfahren würden. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta
Ältere Menschen leiden häufig darunter, dass sie nur noch wenig berührt werden. Pflegende Angehörige sollten das berücksichtigen. Foto: Mascha Brichta © Mascha Brichta
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose
Verliebte halten nicht umsonst Händchen. Die Berührung schweißt sie zusammen. Sie festigt die Beziehung. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks
Berührungen durch Freunde und Familie empfinden viele als angenehm. Anders ist es bei Fremden. Da wahren die meisten Menschen eine gewisse Distanz. Foto: Bodo Marks © Bodo Marks
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP
Julia Scharnhorst ist Diplom-Psychologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Fredi Lang/BDP © Fredi Lang
Chrstine Sowinski arbeitet beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Foto: KDA/dpa-tmn
Chrstine Sowinski arbeitet beim Kuratorium Deutsche Altershilfe. Foto: KDA/dpa-tmn © -
Ute Repschläger ist Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Foto: Georg J. Lopata
Ute Repschläger ist Vorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten. Foto: Georg J. Lopata © Georg J. Lopata

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