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„Wir müssen Kindern das Thema Krieg nicht aufdrängen“: UNICEF-Sprecherin erklärt, worauf Eltern achten sollten

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Von: Christine Novotny

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Wie rede ich mit meinem Kind über den Ukraine-Krieg? Diese Frage stellen sich momentan viele Eltern. Ninja Charbonneau von UNICEF Deutschland gibt Antworten im Merkur-Exklusivinterview.

Wie können Eltern bei Kindern das Thema Krieg ansprechen? „Also es ist natürlich schwieriger, je jünger die Kinder sind“, meint Ninja Charbonneau von UNICEF Deutschland. „Aber wir dürfen nicht vergessen, dass auch schon sehr junge Kinder ein sehr feines Gespür haben und unheimlich viel mitkriegen“, so die Pressesprecherin weiter. Das Allerwichtigste, rät Charbonneau, ist es, dass Eltern die Gesprächsbereitschaft signalisieren. Vor allem sollen bei sehr kleinen Kindern Worte gewählt werden, die die Angst* nicht noch verstärken.

Ninja Charbonneau von UNICEF Deutschland
Ninja Charbonneau von UNICEF Deutschland erklärt, wie man Kindern die aktuelle Situation behutsam nahebringen kann. © UNICEF/UNI282013/Chiolo

Man kann den Krieg zum Beispiel mit einer bekannten Situation aus dem Kindergarten vergleichen: „Du weißt doch auch, im Kindergarten gibt es öfter mal Streit oder es gibt da den so und so in deiner Gruppe, der doch manchmal auch Streit anfängt und dann versuchen andere den Streit zu schlichten oder Lösungen zu finden und so ist das jetzt im Moment eben auch, nur dass sich da nicht zwei Kinder streiten, sondern es einen Streit zwischen zwei Ländern gibt“, beschreibt Charbonneau eine anschauliche Erklärung der Zustände.

Krieg erklären oder nicht? „Kinder müssen sich nicht mit allen schlimmen Themen auseinandersetzen“

Bei den etwas größeren Kindern können Eltern den Ukraine-Krieg anders thematisieren: „Gemeinsam kindgerechte Nachrichten anschauen und besprechen, ob es noch offene Fragen gibt“, rät die UNICEF-Mitarbeiterin in dem Fall. Vor allem ist es aber auch wichtig, herauszufinden, ob das Kind Ängste oder Sorgen hat. Manche Kinder ziehen sich zurück, andere werden eher aggressiv. Dann sollten Eltern besonders hingucken und ruhig auf die Kinder zugehen und einfach fragen: Was ist denn los, was beschäftigt dich?

Aber was soll man machen, wenn Kinder nicht von alleine auf die Eltern zukommen? Das Thema Krieg gar nicht ansprechen? „Wenn ein Kind nicht von sich aus kommt, dann müssen wir ihm das Thema Krieg* nicht aufdrängen“, so Ninja Charbonneau. Zum Ende des Interviews macht sie deutlich: „Kinder müssen sich nicht mit allen schlimmen Themen auseinandersetzen“. Vor allem sollen sie aber eines: Ihre Kindheit genießen und unbeschwert spielen dürfen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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