Arbeitsrecht

Arbeitszeugnis verschwunden: Habe ich Anspruch auf ein neues?

Arbeitszeugnisse gehören in jede Bewerbung. Doch was tun, wenn sie verloren gehen oder vernichtet werden? Kann ich sie beim Arbeitgeber neu anfordern?

Arbeitszeugnisse gehören zu jenen Dokumenten, auf die Beschäftigte gut achtgeben sollten. Schließlich werden sie bei jeder Bewerbung benötigt, um vergangene Jobs, Aufgaben und Kenntnisse nachweisen zu können. Doch was tun, wenn Arbeitszeugnisse* etwa bei einem Umzug verloren gehen oder etwa einem Hochwasser oder Brand zum Opfer fallen?

Auch interessant: Wie lange muss ich meine Arbeitszeugnisse aufbewahren?

Arbeitszeugnis: Arbeitnehmer haben Anspruch auf Neuausstellung

Tatsächlich haben Arbeitnehmer in der Regel einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass ehemalige Arbeitgeber bei Verlust oder Beschädigung ein neues Arbeitszeugnis ausstellen. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Ersatzausstellung nur mit einem geringem Aufwand verbunden ist und auch der Inhalt bzw. Wortlaut unstrittig ist. Dieser Anspruch ergibt sich aus einer nachvertraglichen Nebenpflicht des Arbeitsvertrages, wie die Rechtsanwaltskanzlei Wißmann aus Lingen auf ihrer Internetseite informiert.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Arbeitnehmer Schuld am Verlust oder der Beschädigung des Originalzeugnisses hat. Entscheidend ist lediglich die Frage, ob dem bisherigen Arbeitgeber eine Ersatzausstellung zugemutet werden kann. Muss der Ex-Chef das Arbeitszeugnis etwa lediglich ausdrucken und neu unterschreiben, dürfte einer Neuausstellung nichts im Wege stehen. Liegt die Personalakte dem Unternehmen jedoch nicht mehr vor, sieht es dagegen schlecht aus.

Lesen Sie auch: Schlechtes Arbeitszeugnis erhalten? Dann sollten Sie unbedingt handeln.

Soll ich ein fehlendes Arbeitszeugnis bei der Bewerbung verschweigen?

Wenn das ehemalige Unternehmen nicht mehr existiert oder Ihnen ein Arbeitszeugnis aus anderen Gründen (noch) nicht vorliegt, sollten Sie dies bei einer Bewerbung keinesfalls unter den Tisch fallen lassen. Das könnte den Anschein erwecken, als ob Sie schlichtweg ein schlechtes Arbeitszeugnis verheimlichen wollen.

Fügen Sie stattdessen eine Extraseite in Ihre Bewerbungsunterlagen ein, und zwar an der Stelle, an der sich das verloren gegangene Arbeitszeugnis chronologisch einreihen würde. Notieren Sie darauf Firma, Position, Beschäftigungsdauer und eine kurze Begründung, warum Ihnen das Arbeitszeugnis nicht vorliegt.

Übrigens, alle Beschäftigten haben einen rechtlichen Anspruch auf ein „wohlwollendes“ Arbeitszeugnis. Welche Noten jedoch tatsächlich hinter scheinbar positiven Formulierungen stecken, lesen Sie hier.(as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Quelle: rae-lingen.de, dpa, arbeitszeugnisportal.de

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen.
Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen. © pexels
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf.
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf. © pixabay
Wer mit einem Coffee-to-go oder der Coladose in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, sorgt bei 14 Prozent der Recruiter für Stirnrunzeln.
Wer mit einem Coffee-to-go oder der Coladose in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, sorgt bei 14 Prozent der Recruiter für Stirnrunzeln. © pexels
Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch.
Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch. © pexels
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen.
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen. © pixabay
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle. © pixabay
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen. © pexels
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein.
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein. © pixabay
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken.
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken. © pexels
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste.
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste. © pixabay

Rubriklistenbild: © Thomas Trutschel/imago-images

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