Vorstellungsgespräch, Lebenslauf

Die zehn größten Irrtümer bei der Bewerbung

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Beim Thema Bewerbung sind viele Irrtümer im Umlauf.

Zum Thema Bewerbung kursieren viele falsche Fakten, die so manchem Bewerber den Job kosten können. Welche davon ins Reich der Mythen gehören, erfahren Sie hier.

Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsgespräch - so heißen die Disziplinen im modernen Bewerbungsdreikampf. Je nach Branche kommen dann noch Einstellungstests, Assessmentcenter und andere Maßnahmen dazu, um den perfekten Bewerber herauszufiltern. 

Doch im ganzen Bewerbungswahnsinn kursieren leider auch viele Irrtümer in den Köpfen der Bewerber, die Sie besser ganz schnell vergessen:

Irrtum 1: Initiativbewerbungen bringen nichts

Sie denken, Initiativbewerbungen machen nur Arbeit, aber landen letztendlich auf dem Ablehnungsstapel? Falsch gedacht: Rund 58 Prozent der Personalverantwortlichen sehen Bewerbungen ohne konkrete Stellenausschreibung als willkommene Gelegenheit, interessante Kandidaten kennen zu lernen. Das ergab eine Umfrage des Karriereportals Jobware von 2015. 

Irrtum 2: Motivationsschreiben ist die dritte Seite

Wer Stellenausschreibungen liest, findet immer öfter den Begriff "Motivationsschreiben" unter den gewünschten Bewerbungsunterlagen. Das verwirrt nicht wenige Bewerber: Ist damit die sogenannte "dritte Seite" gemeint? Nein - viele Unternehmen benutzen inzwischen Motivtionsschreiben als Synonym für das Anschreiben

Achten Sie in diesem Fall aber besonders darauf, dass Ihre Motivation für die Stelle und das Unternehmen im Schreiben hervorgeht.

Lesen Sie dazu: Anschreiben - Mit diesen drei Tipps machen Sie richtig Eindruck.

Irrtum 3: Kleine Lügen sind erlaubt

Im Bewerbungsschreiben sind Lügen ein absolutes No-Go! Personaler erkennen kleine Unwahrheiten oft sofort, schließlich sind sie Profis und recherchieren in sozialen Netzwerken oder beim alten Arbeitgeber, wenn sie misstrauisch werden. Fliegen Lügen dann auf, haben Sie keine Chance mehr auf den Job.

Interessant: Lügen im Lebenslauf - Diese Tricks kennt jeder Personaler.

Irrtum 4: Lebenslauf nicht länger als eine Seite

Beim Lebenslauf hält sich immer noch das Gerücht, er dürfe nicht länger als eine Seite sein. Auf Berufsanfänger mag das zutreffen, aber bei berufserfahrenen Bewerbern, die schon mehrere Jobs hinter sich haben, reicht eine Seite nicht aus. Dann darf der Lebenslauf auch bis zu zwei Seiten lang sein - mehr nicht. Führen sie vor allem die Stationen näher aus, die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind.

Zum Weiterlesen: Welche Hobbys unbedingt in den Lebenslauf gehören - und welche nicht.

Irrtum 5: Auslandserfahrung ist der Turbobooster für jede Karriere

Auch wenn es die meisten Bewerber wohl nicht vermuten: Auslandserfahrung ist für die meisten Personaler kein Karrierebooster, sondern nur eine nette Zusatzqualifikation, die nicht ausschlaggebend für den Job ist. Viele halten den Auslandsaufenthalt eh nur für einen verlängerten Urlaub, wie die Umfrage von Jobware zeigt. 

Irrtum 6: Je mehr Bewerbungen, um so besser

Um schnellstmöglich eine neue Stelle zu bekommen, schicken einige Bewerber so viele Standard-Bewerbungen wie möglich ab. Nicht selten kommen so 70-100 Bewerbungen zustande. Und das ganze queerbeet gestreut, nach dem Motto: "Irgend ein Unternehmen wird sich schon melden." Doch solche Massenbewerbungen fallen jedem Personalprofi sofort auf - und zwar negativ.

Wesentlich effektiver ist es, n ur etwa zehn spezialisierte Bewerbungen zu verfassen - und sich dabei extra viel Mühe zu geben. 

Irrtum 7: Netzwerke sind bei der Jobsuche nicht so wichtig

Sie denken, Networking braucht kein Mensch? Irrtum: Karriere-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn boomen, und das nicht ohne Grund: "Gerade für große Unternehmen gewinnen Karrierenetzwerke als Recruiting-Instrument stetig an Bedeutung. Immer mehr Bewerber knüpfen und pflegen Business-Kontakte über Netzwerk-Profile und nutzen deren Jobbörsen für die Stellensuche", verrät Daniel Krewet, Head of Sales and Employer Branding bei squeaker.net.

Es ist also absolut empfehlenswert, sich ein Profil in mindestem einem Karrierenetzwerk anzulegen, um sich wirklich alle Chancen auf Ihren Traumjob offen zu halten.

Mehr dazu: Xing vs. LinkedIn: Welches Karriere-Netzwerk brauche ich?

Irrtum 8: Die Antworten für das Vorstellungsgespräch muss ich einstudieren

Nicht jeder Bewerber ist mit Rednertalent gesegnet, doch die meisten Unternehmen legen auf kommunikationsstarke Bewerber wert. Deshalb gehen viele Bewerber mit der Taktik heran, gefällige Antworten auf mögliche Fragen vorher auswendig zu lernen. 

Doch das wird ihr Gesprächspartner über kurz oder lang merken - und wirkt wenig authentisch. Verinnerlichen Sie besser gewisse Standpunkte und die Stationen Ihres beruflichen Werdegangs, statt sie Satz für Satz einzustudieren. So bekommen Personaler ein besseres Gefühl dafür, wie Sie wirklich ticken. 

Irrtum 9: Frage nach Schwäche mit Stärke beantworten

Ja, die Frage nach Ihren Stärken und Schwächen kann niemand mehr hören - dennoch kommt sie noch sehr häufig. In vielen Ratgebern ist aber immer noch zu lesen, dass man bei den Schwächen Eigenschaften nennen soll, die eigentlich eine Stärke sind - zum Beispiel "Perfektionismus". 

Das haben Personalverantwortliche aber inzwischen schon tausendfach gehört. Seien Sie lieber ehrlich und zeigen Sie Ihrem gegenüber lieber, dass und vor allem wie Sie an Ihren Schwächen arbeiten.  

Mehr dazu: Diese Frage ist 90 Prozent aller Bewerber unangenehm.

Irrtum 10: So selbstbewusst wie möglich auftreten

Selbstbewusstsein ist schön und gut - aber zu viel des Guten wirkt sowohl im Anschreiben als auch im Bewerbungsgespräch schnell überheblich. Auch wenn Fachkräfte händeringend gesucht werden - jeden Bewerber nehmen Unternehmen dann auch nicht. Üben Sie sich also in Selbstvertrauen mit einer gesunden Portion Bescheidenheit. 

Das könnte Sie auch interessieren:

Alle Infos rund um das Thema Bewerbungsprozess, Erfolg im Job und Kündigung erfahren Sie hier.

Außerdem: So schreiben Sie eine richtig gute Bewerbung.

Von Andrea Stettner

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen.
Wer sich zu viel schminkt oder übermäßig stylt, der fällt bei 5 Prozent aller Personalchefs sofort durch. Wenn Sie sich also nicht gerade in einer Firma für Stylingprodukte bewerben, sollten Sie knalligen Lippenstift, zu viel Haargel oder auffälligen Lidschatten lieber sein lassen. © pexels
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf.
Zu schlaff, zu stark oder verschwitzt? Ein schlechter Händedruck fällt bei sechs Prozent der Personaler negativ auf. © pixabay
Wer mit einem Coffee-to-go oder der Coladose in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, sorgt bei 14 Prozent der Recruiter für Stirnrunzeln.
Wer mit einem Coffee-to-go oder der Coladose in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, sorgt bei 14 Prozent der Recruiter für Stirnrunzeln. © pexels
Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch.
Ihr bewerbt euch für einen Job in der Bank, erscheint aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung disqualifiziert Sie bei 24 Prozent aller Personalchefs. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem - damit macht man nichts falsch. © pexels
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen.
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job Interview ist nichts einzuwenden - aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. 38 Prozent aller Personaler finden es ziemlich unhöflich, wenn Sie nebenbei ihr belegtes Brot oder gar einen miefigen Döner kauen. © pixabay
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle. © pixabay
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber wer ungepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, ist bei der Hälfte der Personalchefs unten durch. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen. © pexels
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein.
"Wer zu spät kommt, den betraft das Leben" - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich sofort bei 58 Prozent der Unternehmen. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein. © pixabay
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken.
Finger weg vom Handy - das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Bei 71 Prozent aller Recruiter schießen Sie sich gleich ins Abseits, wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken. © pexels
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste.
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, der fliegt bei stolzen 86 Prozent aller Personalchefs von der Kandidatenliste. © pixabay

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