Start-ups

Business statt Bücher: Wenn Studierende gründen

Der Personaldienstleister Campusjäger vermittelt junge Akademiker in Jobs oder Praktika. Foto: Benedikt Saretz
1 von 6
Der Personaldienstleister Campusjäger vermittelt junge Akademiker in Jobs oder Praktika. Foto: Benedikt Saretz
Martin Trenkle ist Gründer und Geschäftsführer des Personalvermittlers Campusjäger. Foto: Sandra Göttisheim
2 von 6
Martin Trenkle ist Gründer und Geschäftsführer des Personalvermittlers Campusjäger. Foto: Sandra Göttisheim
Matthias Geis (l), Jannik Keller (M) und Martin Trenkle haben den Personalvermittler Campusjäger gemeinsam gegründet - und sind bis heute Geschäftsführer des Unternehmens. Foto: Sandra Göttisheim
3 von 6
Matthias Geis (l), Jannik Keller (M) und Martin Trenkle haben den Personalvermittler Campusjäger gemeinsam gegründet - und sind bis heute Geschäftsführer des Unternehmens. Foto: Sandra Göttisheim
Jürgen Wager ist Gründungsberater bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben. Foto: IHK Schwaben
4 von 6
Jürgen Wager ist Gründungsberater bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben. Foto: IHK Schwaben
Cindy Stern arbeitet am Gründungs- und Innovationszentrum der Carl-von Ossietzky-Universität in Oldenburg. Foto: Uni Oldenburg/GIZ
5 von 6
Cindy Stern arbeitet am Gründungs- und Innovationszentrum der Carl-von Ossietzky-Universität in Oldenburg. Foto: Uni Oldenburg/GIZ
Simon Werther ist Professor für Innovationsmanagement an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Foto: Laura Bruckner
6 von 6
Simon Werther ist Professor für Innovationsmanagement an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Foto: Laura Bruckner

Der Traum vom eigenen Unternehmen packt viele junge Gründer bereits während des Studiums. Morgens Bücher wälzen, abends eine Firma aufbauen - geht das? Und welche Stolperfallen lauern bei der Existenzgründung aus dem Hörsaal?

Karlsruhe (dpa/tmn) - Es beginnt mit einer Idee. Sie ist irgendwann da und geht nicht mehr weg. Kreist durch den Kopf, wird verworfen, wieder aufgenommen, weiterentwickelt. So beginnen wohl die Geschichten der allermeisten Start-ups.

Doch bei Martin Trenkle und seinem Unternehmen Campusjäger war das anders: "Am Anfang stand der Wille zu gründen. Danach erst haben wir nach Ideen gesucht", erinnert sich der Junggründer. Mit "wir" meint er sich und seine Mitstreiter Jannik Keller und Matthias Geis.

Sie grübelten an Ideen herum und entdeckten eine Marktlücke in der Automatisierung des Personalvermittlungsmarktes. Kaum hatte das Studium begonnen, wurden die Erstsemester zu Gründern. Ihr Plan: Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens erfolgreich abschließen und nebenbei Start-up-Luft schnuppern.

Egal ob aus purem Gründungswillen oder wegen einer guten Idee: Wer sich selbstständig machen will, dem bietet ein Studium besonders gute Voraussetzungen. Das finanzielle Risiko der Gründer ist gering, sie haben kaum Verbindlichkeiten - dafür aber viele Freiheiten und häufig eine hohe Bereitschaft, Neues auszuprobieren.

Hinzu kommt: Selten lassen sich Wissenschaft, Erfahrungen und Beratung so effizient verbinden wie auf einem Hochschulcampus. "Es ist sinnvoll, das Netzwerk der Hochschule zu nutzen, mit Kontakten zu Professoren und Studienbegleitern, aber auch zu Berufskammern und entlang der eigenen Marktbranche", sagt Jürgen Wager von der Industrie- und Handelskammer Schwaben.

Wager berät Studierende rund um die Unternehmensgründung. Ein wichtiger Tipp: sich auch den administrativen Hintergrund eines Unternehmens bewusst machen. Buchführung, Gewerbeanmeldung, Gewinnermittlung, Krankenversicherung – bei diesen Grundlagen fehle den Studierenden häufig die Expertise und Erfahrung.

Auch Cindy Stern vom Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Oldenburg sagt: "Alle gründungswilligen Studierenden haben etwas gemeinsam: Sie wissen häufig nicht genau, was man als nächstes macht, und dann ist es gut, aus der Erfahrung anderer zu lernen." Vernetzung lautet ihr Stichwort: "Es ist ratsam, nicht im stillen Kämmerlein zu bleiben, sondern sich mit anderen auszutauschen."

Grundsätzlich spreche nichts gegen eine Unternehmensgründung als Studierender, sagt auch Stern: "Es ist eine Doppelbelastung, aber in der Regel kann man beides gut verbinden, wenn der Studierende aus fachlicher Expertise heraus gründet." Im Idealfall schaffen es Gründer-Studenten sogar, die Abschlussarbeit mit dem eigenen Gründungsthema zu verbinden - und schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe.

Eine gute Idee ist dabei nicht alles. Wichtiger noch sei das Gründungsteam, sagt Prof. Simon Werther von der Hochschule der Medien in Stuttgart: "Mit wem würde ich gerne gründen? Wer ergänzt meine Kompetenzen? Darauf würde ich das Augenmerk legen." Gute Ideen gebe es viele. Doch erst sie umzusetzen und hartnäckig zu verfolgen, macht eine echte Gründung aus.

Martin Trenkle hat sich daran gehalten. Heute beschäftigt sein Unternehmen fast 40 Mitarbeiter. Er selbst studiert noch immer, im neunten Semester. "In den ersten zwei Jahren habe ich das Studium noch voll durchgezogen. Ich habe die Klausuren mitgeschrieben, war aber nie in der Uni", erinnert er sich. Tagsüber arbeiten, abends für Klausuren lernen - "das hat die ersten zwei Jahre funktioniert, dann wurde es zu viel." Heute schreibt Trenkle nur noch halbjährlich Klausuren, aber abschließen möchte er das Studium in jedem Fall.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Chef feuert alle Mitarbeiter - der Grund ist mehr als kurios

Dieser Chef bringt derzeit alle zum Staunen: Der Bus-Unternehmer feuert kurzerhand alle Mitarbeiter. Der Grund macht fassungslos.
Chef feuert alle Mitarbeiter - der Grund ist mehr als kurios

Frau kassiert 100 Absagen auf ihre Bewerbungen - bis sie ein Detail weglässt

Eine Frau auf  Jobsuche bewarb sich auf über 100 Stellen - doch sie bekam nur Absagen. Dann entschied sie sich, ein Detail aus ihrem Bewerbungsschreiben zu streichen.
Frau kassiert 100 Absagen auf ihre Bewerbungen - bis sie ein Detail weglässt

Wie hoch ist das Einkommen der Deutschen im Durchschnitt?

Wie viel verdienen Deutschlands Arbeitnehmer? Statistiken verraten, wie hoch das Durchschnittseinkommen tatsächlich ist. 
Wie hoch ist das Einkommen der Deutschen im Durchschnitt?

Entlassungswelle: Erkennen Sie sie - und entkommen Sie ihr mit diesen Tricks

Der Jobboom in Deutschland neigt sich dem Ende zu. Ob auch Sie Gefahr laufen, Ihren Job zu verlieren, erkennen Sie an diesen Warnzeichen - doch Sie können kämpfen.
Entlassungswelle: Erkennen Sie sie - und entkommen Sie ihr mit diesen Tricks

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.