Posten mit Vorsicht

Darf ich Fotos von meinem Arbeitsplatz ins Netz stellen?

+
Wer Fotos von seinem Arbeitsplatz in sozialen Netzwerken präsentiert, sollte vorher den Chef um Erlaubnis fragen. Foto: Andrea Warnecke

Nicht wenige Social-Media-Nutzer posten täglich Bilder - auch vom eigenen Arbeitsplatz. Das dürfen sie, sofern es der Chef nicht ausdrücklich verbietet. Allerdings gelten hier ein paar Einschränkungen.

Berlin (dpa/tmn) - "Guckt mal, wie ich arbeite!" Nach diesem Motto postet mancher Berufstätige Bilder von seinem Arbeitsplatz im Netz. Darüber mögen sich Freunde und Follower freuen, der Chef aber vielleicht nicht. Aber darf er mir die Bilder dann verbieten?

Ja, darf er. Denn der Arbeitgeber hat das Hausrecht, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. "Deshalb darf er auch bestimmen, was davon nach draußen geht und was nicht." Das bedeutet in diesem Fall aber nicht, dass Angestellte Bilder aus dem Büro nur mit Erlaubnis posten dürfen - es ist umgekehrt. Will der Chef sein Unternehmen nicht bei Facebook sehen, muss er es ausdrücklich verbieten.

Gibt es eine solche klare Regelung nicht, dürfen Mitarbeiter theoretisch munter knipsen und hochladen. Allerdings mit ein paar Einschränkungen: Erstens dürfen auf dem Bild keine sensiblen Informationen erkennbar sein - Name und Anschrift von Kunden etwa, und natürlich alles, was im weitesten Sinne dem Datenschutz unterliegt. Aber auch alles, was für die Konkurrenz von Bedeutung sein kann, Konstruktionszeichnungen oder besondere Maschinen zum Beispiel. Zweitens darf das Bild kein Gemecker über den Arbeitgeber enthalten: "So sitze ich hier auf meiner Galeere" wäre dafür ein Beispiel, erklärt Markowski.

Und drittens ändert sich die Rechtslage, wenn auf dem Bild neben dem eigenen Arbeitsplatz auch Menschen zu sehen sind, Kunden oder Kollegen etwa. Denn die haben ein Recht am eigenen Bild. Wer Fotos hochlädt, muss die Abgebildeten also erst um ihre Erlaubnis fragen. Hält sich jemand nicht daran, können die zu Unrecht Abgebildeten sogar auf Schadenersatz klagen, sagt Markowski. "Und arbeitsrechtliche Konsequenzen hätte das dann vermutlich auch - eine Abmahnung also, bis hin zur Kündigung."

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Korrekturzeit der Bachelorarbeit für Praktikum nutzen

Für viele Studierende ist die Abgabe der Bachelorarbeit die vorerst letzte Prüfungsleistung des Studiums. Nach der Abgabe des Schriftstücks heißt es erst einmal, auf die …
Korrekturzeit der Bachelorarbeit für Praktikum nutzen

Darum sollten Sie in der Arbeit nicht zu viel Spaß haben

Arbeitnehmer sollten Spaß an der Arbeit haben, aber wer zu viel Freude im Büro hat, muss vorsichtig sein. Denn das kann negativ für Produktivität und Privatleben sein.
Darum sollten Sie in der Arbeit nicht zu viel Spaß haben

Gehalt: Wie viel verdient man bei Lidl und Aldi?

Aldi und Lidl locken ihre Kunden mit günstigen Preisen. Doch müssen die Angestellten dafür Abstriche beim Gehalt machen? Wie viel Geld winkt bei den Discountern?
Gehalt: Wie viel verdient man bei Lidl und Aldi?

Ausbilder sollten sich nicht verbiegen

Das Verhältnis zwischen Ausbilder und Auszubildenden kann einen großen Einfluss auf den Erfolg und die Zufriedenheit innerhalb der Ausbildung haben. Dabei sollten die …
Ausbilder sollten sich nicht verbiegen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.