Populärster Titel

Doktortitel bleibt beste Voraussetzung für den Aufstieg

+
Ein Doktorhut ist nicht nur in der Forschung wichtig, sondern kann auch bei der Karriere im Unternehmen eine große Hilfe sein. Foto: Peter Kneffel/dpa

Einen schicken neuen MBA oder den guten alten Doktorhut? Wer sich per Titel für höhere Aufgaben empfehlen will, hat die Qual der Wahl. BWLer müssen allerdings genauer hinsehen.

Berlin/Freiburg (dpa/tmn) - Wer ins Topmanagement aufsteigen will, macht mit einer Promotion wenig verkehrt. Mit einem Doktor können Bewerber besonders Potenzial signalisieren: Viele Personaler verbinden damit hohe Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Selbstständigkeit.

Der Doktortitel ist noch immer der populärste Titel in den Spitzenetagen deutscher Unternehmen, erklärt Stefan Schmid, Professor für Internationales und Strategisches Management, in der Zeitschrift "Personalmagazin" (Ausgabe 10/2017).

Der Doktor hat damit in Deutschland eine ähnliche Funktion wie Abschlüsse der Elite-Unis Oxford und Cambridge in Großbritannien oder der Grandes Ecoles in Frankreich, die dort als wertiger gelten als Abschlüsse anderer Hochschulen. Diese Differenzierung zwischen Universitäten gebe es in Deutschland nicht, so der Experte. Der Doktor sei damit ein gutes Mittel, um sich von der Masse anderer Bewerber abzuheben.

Noch nicht so verbreitet in den Führungsetagen ist dagegen der MBA (Master of Business Administration). Das liegt auch daran, dass es ihn gerade in Deutschland noch nicht so lange gibt. In Zukunft sitzen also vermutlich mehr MBA im Chefsessel als heute. Allerdings sind viele Personalmanager dem neuen Titel gegenüber noch immer skeptisch. Denn oft wissen sie nicht genau, was dort eigentlich gelehrt wird, erklärt Schmid, der an der ESCP Europe Wirtschaftshochschule in Berlin unterrichtet.

Insgesamt verbinden Personaler den MBA eher mit breitem Wissen und Interdisziplinarität, den Doktor dagegen mit Tiefgang. Für angehende Führungskräfte kann es sich daher sogar lohnen, beide Abschlüsse zu erwerben, so der Experte.

Das gilt allerdings nicht für diejenigen, die einen Doktor oder auch nur einen Bachelor oder Master in BWL haben: Dafür seien die inhaltlichen Überschneidungen zwischen den Studiengängen zu groß.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Bedienung auf dem Oktoberfest: Das erlebe ich jeden Tag auf der Wiesn

Sechs Millionen Gäste drängen jedes Jahr aufs Münchner Oktoberfest. Eine Wiesn-Bedienung packt aus, was er im Festzelt erlebt, während andere Party machen.
Bedienung auf dem Oktoberfest: Das erlebe ich jeden Tag auf der Wiesn

Gehalt bei McDonald's: Wie viel verdient eigentlich ein Mitarbeiter?

Jobs bei Fastfood-Ketten wie McDonald's haben nicht gerade das beste Image. Doch bezahlt der Konzern wenigstens gut? Wie viel Gehalt verdienen Kassierer und Burgerbrater?
Gehalt bei McDonald's: Wie viel verdient eigentlich ein Mitarbeiter?

Das ist der größte Fehler, den Mitarbeiter beim Home Office machen

Von Zuhause aus arbeiten? Klingt erstmal traumhaft. Doch viele Mitarbeiter machen beim Home Office einen Fehler, der allen die Arbeit erschwert.
Das ist der größte Fehler, den Mitarbeiter beim Home Office machen

Gehalt: In diesen Berufen lohnt sich der Doktortitel - oder ist überflüssig

Viele Studenten überlegen zu promovieren. Doch der Doktortitel muss hart erarbeitet werden. Lohnt sich die Promotion überhaupt fürs Gehalt?
Gehalt: In diesen Berufen lohnt sich der Doktortitel - oder ist überflüssig

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.