Verdienst-Check

Gehalt im öffentlichen Dienst: Wie viel kann ich verdienen?

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Mitarbeiter im öffentlichen Dienst - etwa in der Verwaltung von Kommunen, Bund und Länder -  werden nach Tarif bezahlt.

Wer im öffentlichen Dienst arbeitet, wird nach Tarif bezahlt. Wie die Eingruppierung funktioniert und welche Abschlüsse dafür nötig sind, erfahren Sie hier.

Zum öffentlichen Dienst zählen alle Institutionen von Bund, Ländern und Kommunen. Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes arbeiten zum Beispiel bei der Stadtverwaltung (Standesamt, Bauamt), als Erzieher im Kindergarten, bei der Bundeswehr oder beim Finanzamt. Dabei werden Mitarbeiter im öffentlichen Dienst entweder als Angestellte oder als Beamte beschäftigt. 

Gehalt: Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes werden nach Tarif bezahlt

Die Verdienstmöglichkeiten fallen je nach Beschäftigungsart und Bereich sehr unterschiedlich aus. Alle Angestellten des öffentlichen Dienstes werden nach Tarif bezahlt. Für jede Berufs- und Beschäftigungsgruppe gibt es im öffentlichen Dienst unterschiedliche Versionen des Tarifvertrags (TVöD), etwa den "TVöD SuE" für Mitarbeiter im Sozial- und Erziehungsdienst

Für Einrichtungen der Bundesländer, etwa Universitäten, gelten spezielle Tarifverträge der Länder (TV-L), die wiederum in West und Ost unterteilt sind. Außerdem bestehen für manche Bundesländer zum Teil auch Angleichstarifverträge (zum Beispiel "Angleichs-TV Land Berlin"). 

Gehalt des Öffentlichen Dienstes in Entgelttabellen geregelt

Wie viel Beschäftigte des öffentlichen Dienstes verdienen, ist im jeweiligen Tarifvertrag in einer Entgelttabelle festgelegt. Der Verdienst wird dabei durch zwei Faktoren bestimmt:

  • Entgeltgruppe: Je nach Ausbildung und teilweise auch Größe der Einrichtung werden Mitarbeiter in unterschiedliche Entgeltgruppen eingeteilt (z.B. "S 12 - Sozialarbeiter mit schwieriger Tätigkeit"). 
  • Stufe: Die einzelnen Entgeltgruppen sind wiederum in fünf bis sechs verschiedenen Gehaltsstufen untergliedert: Je höher die Stufe, desto höher fällt auch das Gehalt aus. Je nach Erfahrung und Qualifikation können Mitarbeiter innerhalb dieser Stufen aufsteigen und so mehr Geld verdienen. 

Bei Stellenausschreibungen wird meist schon der entsprechende Tarif und die Entgeltgruppe genannt, in welche die Stelle fällt, etwa "Entlohnung nah TVöD Bund 13". Das bedeutet, dass Sie nach dem "Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst Bereich Bund" bezahlt werden, und zwar in der Entgeltgruppe 13.

Dank der Entgelttabellen können Sie also schon vorab einsehen, wie viel Sie später verdienen werden und wie viel Sie maximal verdienen können. Damit ist sie eine wichtige Entscheidungshilfe, ob eine Stelle im öffentlichen Dienst in Frage kommt. 

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Entgeltgruppen im Öffentlichen Dienst nach Abschluss:

Entgeltgruppe

TVöD und TV-L

Beamte

Beispiele für Berufsgruppen

E13 - E15

Wissenschaftliches Hochschulstudium, Master

Höherer Dienst

Wissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten, Dozenten, Lehrer an Gymnasien und Förderschulen

E9 - E12

Bachelor- oder Fachhochschulabschluss

Gehobener Dienst

Diplomingenieure, Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Sekundarstufe I und II als Quereinstieg

E5 - E8

Mindestens 2- oder 3-jährige Ausbildung

Mittlerer Dienst

Altenpfleger und -helfer, Kinderpfleger, Ergotherapeut, Logopäde, Heilerziehungspfleger, Physiotherapeut

E1 - E4

Einfache Tätigkeiten, An- und Ungelernte

Einfacher Dienst

Bote, Küchenhilfe, Helfer in der Justiz

Quelle: oeffentlichen-dienst.de

Sonderfall: Entgeltgruppe W für Professoren

Die Entgeltgruppe W (W= Wissenschaft) wurde für Professoren geschaffen und gilt als Sonderfall im öffentlichen Dienst. Professoren erhalten ein Grundgehalt sowie leistungsbezogene Bezüge. Letztere können sie individuell verhandeln. Damit soll erreicht werden, dass Professoren nach Leistung statt nur nach Dienstjahren bezahlt werden und so die Wissenschaft insgesamt stärker davon profitiert. 

Juniorprofessoren erhalten dabei die Besoldungsgruppe W1, Professoren werden in W2 oder W3 eingruppiert.

Kann ich in eine höherer Entgeltgruppe aufsteigen?

Obwohl Mitarbeiter in der Regel in der Entgeltgruppe verbleiben, in der sie angestellt wurden, können sie auch in eine nächsthöhere Entgeltgruppe aufsteigen. Das ist immer dann der Fall, wenn sich Aufgaben ändern, etwa wenn der Angestellte mehr Personalverantwortung bekommt. Dies ist jedoch erst ab Stufe 3 möglich. 

Dies geschieht nicht automatisch sondern muss von den Beschäftigten verlangt werden. Wer höher eingruppiert wird, verliert meist eine Gehaltsstufe, z.B. statt E11-5 dann E12-4.

In der Wissenschaft gelten wiederum andere Regeln: Hier kann auch schon bei der Einstellung eine höhere Entgeltgruppe verhandelt werden ("Vorweggewährung von Stufen").

Außerdem ist es Einrichtungen bei Mitarbeitermangel möglich, übertariflich zu bezahlen. Ein verlockender Anreiz, um neue Beschäftigte zu gewinnen. 

Auch Zulagen, wie etwa eine betriebliche Altersvorsorge, werden im Öffentlichen Dienst angeboten.

Wann steige ich in die nächsthöhere Stufe auf?

Mitarbeiter werden innerhalb ihrer Entgeltgruppe in fünf bis sechs Gehaltsstufen eingeteilt, die sich wiederum nach der Berufserfahrung in Jahren richtet:

Stufe 1

Stufe 2

Stufe 3

Stufe 4

Stufe 5

Stufe 6

Einstiegsstufe

Nach 1 Jahr in Stufe 1

Nach 2 Jahren in Stufe 2

Nach 3 Jahren in Stufe 3

Nach 4 Jahren in Stufe 4

Nach 5 Jahren in Stufe 5

Quelle: oeffentlichen-dienst.de

Wie hoch ist das Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld? 

Angestellte des Öffentlichen Dienstes erhalten zusätzlich zum Monatsgehalt eine jährliche Sonderzahlung in Form von Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Diese richtet sich nach dem Monatsgehalt: Je niedriger die Stufe, desto höher fällt der Prozentsatz aus. Außerdem erhalten Angestellte nach TV-L im Osten einen geringeren Prozentsatz als im Westen.

Entgeltgruppe

West

Ost

E13 - E15

60 %

45 %

E9 - E12

80 %

60 %

E1 - E8

90 %

65,5 %

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Wie viel verdienen eigentlich Erzieher in Deutschland? Das erfahren Sie hier. 

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Von Andrea Stettner

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