Eine Frage des Geschlechts

Gericht: Mann kann nicht Gleichstellungsbeauftragter werden

+
Nach einem Urteil des Landesverfassungsgerichts in Greifswald bleibt die Wahl der Gleichstellungsbeauftragten vorerst Frauensachen. Foto: Stefan Sauer/dpa

Männliche Beschäftigte im öffentlichen Dienst Mecklenburg-Vorpommerns dürfen nicht Gleichstellungsbeauftragte werden und diese auch nicht wählen. Das Landesverfassungsgericht hat die Klage eines Landesbeamten zurückgewiesen - der reagiert enttäuscht.

Greifswald (dpa) - Ein männlicher Beamter in Mecklenburg-Vorpommern kann nicht Gleichstellungsbeauftragter werden. Das Landesverfassungsgericht in Greifswald wies die Beschwerde des Mannes als unbegründet zurück und erklärte das Gleichstellungsgesetz für verfassungskonform.

Der Mann hatte geklagt, da nur Frauen Gleichstellungsbeauftragte werden und auch nur von Frauen gewählt werden können. Er sah sich dadurch diskriminiert.

Nach Ansicht der Richter ist die Wahlrechtsbeschränkung jedoch verhältnismäßig, um Frauen die verfassungsrechtlich garantierte Chancengleichheit zu gewährleisten. Frauen seien noch immer strukturell benachteiligt, was sich unter anderem in der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen zeige, sagte der Vorsitzende Richter Burkhard Thiele. Das Gleichstellungsgesetz sei in erster Linien noch immer auf die Frauenförderung ausgerichtet.

Das Gericht forderte den Gesetzgeber auf, die Entwicklung in den kommenden fünf Jahren sorgfältig zu beobachten. Die Entscheidung fiel mehrheitlich, aber nicht einstimmig.

Der Kläger Wolfgang Leist, als Landesbeamter beim Bürgerbeauftragten tätig, reagierte enttäuscht. "Ich werde weiter von einer Gleichstellungsbeauftragten vertreten, die ich nicht wählen darf."  Gerade die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betreffe Männer im gleichen Maße wie Frauen, sagte er. Die Richter hatten in ihrem Urteil deutlich gemacht, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur ein Teilbereich der Aufgabe der Gleichstellungsbeauftragten sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Mehr Gehalt? Diese zwei Wörter sollten Sie Ihrem Chef nie sagen

Gehaltsverhandlungen gehören zu den meist gehassten Augenblicken im Berufsleben. Doch mit den richtigen Worten können Sie einiges herausholen.
Mehr Gehalt? Diese zwei Wörter sollten Sie Ihrem Chef nie sagen

Gehalt: Wie viel verdienen Lehrer in Deutschland?

In ganz Deutschland werden dringend mehr Lehrer an Schulen benötigt. Aber können Lehrer von ihrem Gehalt überhaupt gut leben? Wie viel verdienen sie wirklich? 
Gehalt: Wie viel verdienen Lehrer in Deutschland?

Arbeitsschutzgesetz: An diese Regeln muss sich Ihr Chef halten

Das Arbeitsschutzgesetz soll Mitarbeiter vor Gesundheitsgefahren bewahren. Doch welche Regeln müssen Arbeitgeber hier einhalten? 
Arbeitsschutzgesetz: An diese Regeln muss sich Ihr Chef halten

Facebook bringt seine Jobbörse nach Deutschland

Das soziale Netzwerk Facebook betreibt eine eigene Jobbörse. Diese kommt jetzt auch nach Deutschland, wo sie Jobsuchende an regionale Arbeitgeber vermitteln soll. Dafür …
Facebook bringt seine Jobbörse nach Deutschland

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.