35 Grad und mehr

Hitze im Büro: Deshalb sollten Sie besser keine Ventilatoren nutzen

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Ein Ventilator am Arbeitsplatz kann fatale Folgen haben - wenn es zu heiß ist.

Im Hitzesommer 2018 sind die Temperaturen oft unerträglich. In vielen Büros sorgen da Ventilatoren für etwas Abkühlung. Keine allzu gute Idee, wie Experten warnen.

Die Hitzewelle im Sommer 2018 läuft auf Hochtouren. Für den 3. August gibt es sogar für weite Teile Deutschlands eine amtliche Hitzewarnung. Wer da eine Klimaanlage im Büro hat, kann sich glücklich schätzen. In anderen Büros sorgen Ventilatoren zumindest für ein wenig Abkühlung. Doch vor Letzteren warnen Experten immer wieder.

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So funktionieren Ventilatoren

Ventilatoren funktionieren eigentlich ganz einfach: Der Propeller im Inneren sorgt für einen angenehmen Luftzug, in dem er die Raumluft am Körper vorbeipustet. Der kalte Luftstrom erleichtert die Wärmeabgabe des Körpers über die Haut - und die Hitze wird für uns erträglicher. Das ist gesundheitlich auch kein Problem, solange die Temperaturen gemäßigt sind.

Auch interessant: Chef führt Vier-Tage-Woche ein - doch eine Sache überraschte ihn.

Video: Wie kommt es, dass der Ventilator kalt macht?

Ab 35 Grad: Ventilatoren drohen den Körper zu überhitzen 

Bei großer Hitze wird dieser Mechanismus jedoch zum Problem, wie Forscher herausfanden. Steigen die Temperaturen nämlich auf 35 Grad und mehr, kann der Körper durch den Luftstrom nicht mehr abkühlen. Ganz im Gegenteil: Durch die zugeführte warme Luft droht der Körper sogar zu überhitzen, wie britische Forscher in der Cochrane-Analyse warnen. Wenn Mitarbeiter exzessiv schwitzen und zu wenig trinken, könne der Körper schnell dehydrieren. Vor allem für ältere Menschen kann das schnell gefährlich werden, so die Forscher. 

Die Macher der Studie kommen jedoch zu dem Schluss, dass sie die Verwendung von Ventilatoren weder unterstützen, noch von ihr abraten. Jeder Mensch, der einen Ventilator zu Zwecken der Abkühlung nutzen will, müsse sich selbst auf Grundlage der Studienergebnisse Gedanken machen, ob er sich dadurch scheinbare Abkühlung verschaffe oder nicht.

Mitarbeitern in Deutschland muss der Chef zwar in der Regel  ab 35 Grad hitzefrei geben, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. 

Zugluft im Büro fördert Erkältungen

Doch auch bei Temperaturen unter 35 Grad raten Gesundheitsexperten davon ab, sich bei der Arbeit Zugluft auszusetzen, die durch Ventilatoren, aber auch durch Klimaanlagen sowie offene Fenster und Türen entstehen. 

"Im Sommer sind viele Menschen erkältet - weil sie permanent in einem leichten Durchzug sitzen", meint etwa Angela Schuh, Professorin für medizinische Klimatologie an der Ludwig-Maximilians Universität München im Spiegel-Interview. Und das aus gutem Grund: "Wenn die Luft auf den Hals trifft, sinkt die Temperatur in der Rachenschleimhaut. Viren, die man bereits erworben hat, haben dann bessere Lebensbedingungen. Deshalb kann eine Erkältung ausbrechen." Außerdem sorge Zugluft zudem für Muskelverspannungen

Zugluft sollten Mitarbeiter deshalb möglichst meiden - etwa, in dem sie den Ventilator nicht direkt auf sich richten oder gleich abschalten. Wer der Zugluft im Büro nicht entkommt, dem rät die Expertin, sich mit entsprechender Kleidung, etwa einem Tuch, zu schützen.

Zum Weiterlesen: Hitzefrei im Büro: Ab wie viel Grad darf ich heimgehen?

Büroangestellte, die wegen der Hitze jammern? Da können Bauarbeiter nur müde lächeln. Auf der Baustelle müssen Arbeiter in der prallen Sonne schuften. Doch gibt es auch für sie irgendwann hitzefrei?

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Von Andrea Stettner

Hitzewelle: 14 Tricks, wie Sie im Büro weniger schwitzen

Um der größten Hitze des Tages aus dem Weg zu gehen, sollten Sie möglichst früh zur Arbeit gehen und dafür früher Schluss machen. 
Um der größten Hitze des Tages aus dem Weg zu gehen, sollten Sie möglichst früh zur Arbeit gehen und dafür früher Schluss machen.  © pixabay / rawpixel
Lüften empfiehlt sich ebenfalls früh am morgen, wenn die Temperaturen noch erträglich sind. Vermeiden Sie, das Bürofenster den ganzen Tag offen zu lassen - denn so zirkuliert die warme Luft von draußen nur in die Büroräume. 
Lüften empfiehlt sich ebenfalls früh am morgen, wenn die Temperaturen noch erträglich sind. Vermeiden Sie, das Bürofenster den ganzen Tag offen zu lassen - denn so zirkuliert die warme Luft von draußen nur in die Büroräume.  © Julian Stratenschulte / dpa
Damit sich die Raumluft nicht zusätzlich aufheizt, sollten PC, Drucker, Kopierer oder auch das Licht nur eingeschaltet sein, wenn sie diese wirklich brauchen. Eingeschaltete Geräte können sich nämlich als wahre Heizöfen erweisen.
Damit sich die Raumluft nicht zusätzlich aufheizt, sollten PC, Drucker, Kopierer oder auch das Licht nur eingeschaltet sein, wenn sie diese wirklich brauchen. Eingeschaltete Geräte können sich nämlich als wahre Heizöfen erweisen. © pixabay / stevepb
Ventilatoren sorgen für eine kühle Brise, wenn eine Klimaanlage am Arbeitsplatz fehlt. Doch Ventilatoren erzeugen schnell einen unangenehmen Zug  - und können so eine Erkältung sowie Verspannungen auslösen. Dasselbe gilt, wenn die Klimaanlage zu kalt eingestellt ist.  
Ventilatoren sorgen für eine kühle Brise, wenn eine Klimaanlage am Arbeitsplatz fehlt. Doch Ventilatoren erzeugen schnell einen unangenehmen Zug  - und können so eine Erkältung sowie Verspannungen auslösen. Dasselbe gilt, wenn die Klimaanlage zu kalt eingestellt ist.   © Wolfram Kastl / dpa
Damit Sie nicht mehr schwitzen als nötig, tragen Sie lockere Kleidung - möglichst aus Baumwolle oder Leinen. 
Damit Sie nicht mehr schwitzen als nötig, tragen Sie lockere Kleidung - möglichst aus Baumwolle oder Leinen.  © pixabay / Free-Photos
Bei Hitze am Arbeitsplatz hilft vor allem ein altbewährter Tipp: Viel, viel trinken. Schließlich verlieren wir bei Hitze wesentlich mehr Flüssigkeit. Experten empfehlen deshalb, statt zwei besser drei Liter am Tag zu trinken - etwa Wasser, Saftschorle oder Tees. Kaffee regt die Schweißproduktion dagegen eher an.
Bei Hitze am Arbeitsplatz hilft vor allem ein altbewährter Tipp: Viel, viel trinken. Schließlich verlieren wir bei Hitze wesentlich mehr Flüssigkeit. Experten empfehlen deshalb, statt zwei besser drei Liter am Tag zu trinken - etwa Wasser, Saftschorle oder Tees. Kaffee regt die Schweißproduktion dagegen eher an. © dpa / Wolfgang Kumm
Salbeitee ist ein altes Hausmittel gegen übermäßiges Schwitzen. Wenn Ihnen bei Hitze nicht nach Tee trinken zumute ist, tupfen Sie den Salbeitee einfach unter die Achseln. Das mindert ebenso die Schweißbildung.
Salbeitee ist ein altes Hausmittel gegen übermäßiges Schwitzen. Wenn Ihnen bei Hitze nicht nach Tee trinken zumute ist, tupfen Sie den Salbeitee einfach unter die Achseln. Das mindert ebenso die Schweißbildung. © pixabay /congerdesign
Gegen unschöne Schweißflecken reiben sich viele Babypuder unter die Achseln. Hier sorgt es für Trockenheit. Im Handel sind außerdem Achselpads erhältlich, die unter die Achseln geklebt werden und Schweiß aufsaugen sollen.
Gegen unschöne Schweißflecken reiben sich viele Babypuder unter die Achseln. Hier sorgt es für Trockenheit. Im Handel sind außerdem Achselpads erhältlich, die unter die Achseln geklebt werden und Schweiß aufsaugen sollen. © pixabay / nicolagiordano
Neben genügend Flüssigkeit sollten Sie an heißen Sommertagen auch auf leichte Speisen achten. Mit einem Salat, Hühnchen- oder Gemüsegericht in der Mittagspause schwitzen Sie weniger als mit Burger, Currywurst und Co. Scharfes Essen lässt den Schweiß ebenso in Strömen fließen - verzichten Sie bei Hitze also besser darauf. 
Neben genügend Flüssigkeit sollten Sie an heißen Sommertagen auch auf leichte Speisen achten. Mit einem Salat, Hühnchen- oder Gemüsegericht in der Mittagspause schwitzen Sie weniger als mit Burger, Currywurst und Co. Scharfes Essen lässt den Schweiß ebenso in Strömen fließen - verzichten Sie bei Hitze also besser darauf.  © pixabay /Einladung_zum_Essen
Ein Eis als Nachspeise oder einfach zwischendurch sorgt am Arbeitsplatz für eine angenehme Abkühlung. 
Ein Eis als Nachspeise oder einfach zwischendurch sorgt am Arbeitsplatz für eine angenehme Abkühlung.  © Rolf Vennenbernd / dpa
Im Büro können Sie zwar nicht mal eben in einen Pool hüpfen, doch ein anderer Trick ist ähnlich erfrischend: Lassen Sie sich am Waschbecken der Büro-Toilette kaltes Wasser über die Handgelenke laufen oder erfrischen Sie sich damit Ihr Gesicht. 
Im Büro können Sie zwar nicht mal eben in einen Pool hüpfen, doch ein anderer Trick ist ähnlich erfrischend: Lassen Sie sich am Waschbecken der Büro-Toilette kaltes Wasser über die Handgelenke laufen oder erfrischen Sie sich damit Ihr Gesicht.  © pixabay /Skitterphoto
Oder bringen Sie ein kleines Gästehandtuch mit. Dieses können Sie mit kaltem Wasser befeuchten und in den Nacken legen. 
Oder bringen Sie ein kleines Gästehandtuch mit. Dieses können Sie mit kaltem Wasser befeuchten und in den Nacken legen.  © pixabay / Engin_Akyurt
Sie würden jetzt gerne Ihre Füße ins kalte Nass tauchen? Für echtes Strandfeeling sorgt ein Bottich unter dem Schreibtisch (ein Papierkorb aus Plastik tut's auch), den Sie mit kaltem Wasser befüllen. Fertig ist ein erfrischendes Fußbad! 
Sie würden jetzt gerne Ihre Füße ins kalte Nass tauchen? Für echtes Strandfeeling sorgt ein Bottich unter dem Schreibtisch (ein Papierkorb aus Plastik tut's auch), den Sie mit kaltem Wasser befüllen. Fertig ist ein erfrischendes Fußbad!  © Salome Kegler / dpa / lrs
Ein bewährtes Hausmittel aus Omas Zeiten ist Franzbranntwein, der hervorragend gegen Schwitzen helfen soll. Reiben Sie sich damit Ihre Hände und Füße ein - so soll er wahre Wunder wirken.
Ein bewährtes Hausmittel aus Omas Zeiten ist Franzbranntwein, der hervorragend gegen Schwitzen helfen soll. Reiben Sie sich damit Ihre Hände und Füße ein - so soll er wahre Wunder wirken. © pixabay / tookapic

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