Familie und Beruf

Kind krank? So melden Sie es Ihrem Arbeitgeber 

+
Wenn Kinder krank sind, haben Arbeitnehmer ein Recht darauf, sie zu pflegen.

Ist das Kind krank, heißt das für Eltern: zuhause bleiben und den Nachwuchs pflegen. Was Sie nun beachten müssen, um keinen Ärger mit dem Chef zu riskieren.

Gerade Alleinerziehende haben es besonders schwer: Wird ihr Kind krank, sind sie oft die einzige Person, die sich um den Nachwuchs kümmern kann. Aber auch wenn beide Eltern berufstätig sind, muss ein Partner zuhause bleiben. Doch ist das so einfach möglich? Was sagt der Arbeitgeber dazu? 

Kind krank: Eltern haben gesetzlichen Anspruch auf Pflegezeit

Mütter und Väter müssen sich keine Sorgen um ihren Job machen, wenn sie wegen ihres kranken Nachwuchses zu Hause bleiben. Darauf haben Eltern nämlich einen gesetzlichen Anspruch

Im Fünften Buch Sozial­ge­setzbuch (SGB V) ist geregelt, dass sich jeder Arbeitnehmer pro Kalenderjahr und Kind bis zu zehn Arbeitstage freistellen lassen darf - unbezahlt. Beide Elternteile haben zusammen also 20 Tage, die sie ihrem kranken Kind widmen können. Alleinerziehenden stehen ebenfalls 20 Tage zu - schließlich sollen sie keinen Nachteil gegenüber Paaren haben.  

Laut eines Urteils des Bundesarbeitsgericht können Eltern jedoch nur maximal fünf Tage hintereinander der Arbeit fern bleiben.

Lesen Sie auch: Was mit Kindern passiert, wenn Mütter früh wieder arbeiten gehen.

Anspruch auf Freistellung nur unter bestimmten Voraussetzungen

Der Anspruch zur Freistellung gilt nur für Kinder unter zwölf Jahre - und auch dann nur, wenn keine andere Person, die im Haushalt lebt, sich um das Kind kümmern kann. Lebt zum Beispiel die Oma des Kindes noch mit im Haus und kann auf den Enkel aufpassen, entfällt der Anspruch. 

Ist das Kind bereits zwölf Jahre oder älter, können Sie in der Regel jedoch auch zur Pflege zuhause bleiben, solange Sie keine andere Möglichkeit haben, Ihr Kind zu versorgen. 

Anruf von Schule oder Kita: Kann ich einfach gehen? 

Müssen Sie Ihr Kind während der Arbeitszeit von Schule oder Kita abholen, weil es erkrankt ist, können Sie dies nach §616 BGB problemlos tun. Das Gesetz erlaubt Ihnen, dass Sie sich kurzzeitig vom Arbeitsplatz entfernen, wenn dies für Sie unvermeidbar und unverschuldet ist. Dazu zählt auch die Betreuung Ihres kranken Kindes. Der Lohn wird in diesem Fall weiter gezahlt.

Kind krank: Wie melde ich es meinem Arbeitgeber? 

Wenn Ihr Kind krank ist und Sie deshalb nicht zur Arbeit erscheinen können, müssen Sie dies dem Arbeitgeber so schnell wie möglich melden - wie wenn sie selbst krank wären. Außerdem brauchen Sie unbedingt ein Attest, das bestätigt, das Ihr Kind krank ist. Dieses müssen Sie jedoch - im Gegensatz zur eigenen Krankmeldung - schon am ersten Tag vorlegen, an dem Sie nicht arbeiten.

Erkrankt Ihr Sohn oder Ihre Tochter erst im Laufe des Arbeitstages, müssen sie ebenfalls Ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass Sie nicht weiter arbeiten können.

Bekomme ich Krankengeld, wenn mein Kind krank ist? 

Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen für die freigestellten Pflegetage keinen Lohn. Dafür springt die Krankenkasse bei gesetzlich versicherten Arbeitnehmern mit dem Krankengeld ein. Das Krankengeld beträgt normalerweise 70 Prozent vom Bruttolohn, jedoch nicht mehr als 90 Prozent vom Nettolohn.

Je nach Arbeitsvertrag zahlen manche Arbeitgeber trotzdem - zumindest für einige Tage - den vollen Lohn. In diesem Fall zahlt die Krankenkasse kein Krankengeld. Im Arbeitsvertrag kann jedoch die volle Lohnfortzahlung explizit ausgeschlossen werden. 

Wie Sie sich selbst richtig krank melden und was Sie dabei beachten müssen, lesen Sie hier.

Außerdem interessantDas dürfen Sie tun trotz Krankschreibung.

Von Andrea Stettner

Ranking: Diese acht Berufe machen depressiv

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Studie: Bis 2050 hält Ansturm auf Hochschulen an

Immer mehr junge Menschen drängen an die Universitäten - ein Ende des Trends ist nicht absehbar. Experten fordern die Politik daher zu einer anderen Finanzierung der …
Studie: Bis 2050 hält Ansturm auf Hochschulen an

Porsche will E-Mails von Mitarbeitern löschen - aus diesem Grund

Auch nach Feierabend beantworten viele Mitarbeiter ihre dienstlichen Mails  weiter. Schluss damit, fordert jetzt der Betriebsratschef von Porsche.
Porsche will E-Mails von Mitarbeitern löschen - aus diesem Grund

Firma lacht sich schlapp: Ist das der faulste Bewerber aller Zeiten? 

Ein Autovermieter in Wien sucht neue, motivierte Mitarbeiter. Doch mit dieser dreisten Bewerbung hat wohl keiner gerechnet: Nicht einmal für den Namen reicht es.
Firma lacht sich schlapp: Ist das der faulste Bewerber aller Zeiten? 

Wie werde ich Kaufmann im Gesundheitswesen

Sie jonglieren mit Zahlen und Worten, schreiben Rechnungen und beraten Patienten: Kaufleute im Gesundheitswesen sind echte Allrounder. Doch der Spagat zwischen …
Wie werde ich Kaufmann im Gesundheitswesen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.