"Nein" statt "Mal gucken"

Klare Absagen helfen gegen selbst gemachten Stress

Wer jede Aufgabe annimmt, dem wächst die Arbeit schnell über den Kopf. Beschäftigte sollten sich daher angewöhnen, reflexhaft Nein zu sagen. Foto: Christin Klose
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Wer jede Aufgabe annimmt, dem wächst die Arbeit schnell über den Kopf. Beschäftigte sollten sich daher angewöhnen, reflexhaft Nein zu sagen. Foto: Christin Klose

Die To-Do-Liste füllt sich schneller, als sich Aufgaben abarbeiten lassen? Weil man einfach nicht Nein sagen kann, um die Kollegen nicht zu verärgern? Experten sagen: Diese Angst ist unbegründet - im Gegenteil.

Achern (dpa/tmn) - "Da kümmere ich mich drum, kein Problem." Ein Satz, den viele Berufstätige immer wieder sagen - auch wenn er gar nicht stimmt. "Das ist einer der häufigsten Faktoren für selbst gemachten Stress", sagt Coach und Ratgeber-Autor Martin Geiger.

"Wir sagen Ja, obwohl wir eigentlich Nein meinen." Er rät deshalb zur Radikallösung: erstmal ablehnen und absagen, und zwar wirklich alles - und dann nur noch die Dinge zusagen, für die wirklich Zeit und Wille da sind.

Am besten verpackt man das natürlich höflicher als mit einem simplen Nein. Geiger schlägt zum Beispiel folgendes vor: "Im Moment muss ich leider Nein sagen - wenn sich was ändert, sage ich aber gerne Bescheid." Oft steigere das sogar die Sympathien beim Gegenüber. "Wir schätzen Leute eher, wenn sie erstmal absagen", so der Experte. Denn so weiß der andere immer sicher, woran er ist - anders als bei Kollegen, die sich per "Mal gucken..." alles offenhalten - und dann doch nicht liefern und irgendwann als unzuverlässig gelten.

Vor allem senkt das reflexhafte Nein aber den persönlichen Stress-Level: "Vorschnelle Zusagen sind offene Schubladen, die alle Energie binden", erklärt Geiger. Und wer zu viele Schubladen an einem Schrank öffnet, verliert irgendwann den Überblick - und der Schrank wird instabil.

Das Ablehnungs-Prinzip hat aber natürlich seine Grenzen, beim Umgang mit dem Chef zum Beispiel: Allzu oft wird der sich ein Nein wohl kaum anhören. Es gibt aber Alternativen, so Geiger: "Ich kann den Ball zurückspielen", sagt er. "Ich kann zum Beispiel fragen, welche meiner Aufgaben jetzt Priorität hat." So öffnet sich beim Chef eine Schublade, nicht beim Mitarbeiter - und eventuell kann der sogar wieder eine schließen.

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