Geringfügige Beschäftigung

Mit Minijob Geld verdienen: Das müssen Sie beachten

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In der Gastronomie arbeiten viele Menschen in einem Minijob auf 450-Euro-Basis.

Wer als Schüler, Student oder Rentner etwas dazu verdienen will, für den ist ein Minijob auf 450-Euro-Basis ideal. Auf was Sie achten müssen, erfahren Sie hier.

Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten nebenbei in einem Minijob. Im Juni 2017 waren es schon 7,3 Millionen Beschäftigte - Tendenz steigend. 

Was ist ein Minijob? 

Unter einem Minijob versteht man eine geringfügige Beschäftigung, die steuerfrei ist. Seit dem 1. Januar 2013 dürfen Minijobber bis zu 450 Euro im Monat verdienen, ohne Steuern oder Abgaben zahlen zu müssen. Das heißt, Sie bekommen am Ende des Monats denselben Netto-Lohn, wie Sie brutto verdient haben. 

Als Minijob zählen - neben der regelmäßigen Beschäftigung bis 450 Euro im Monat - auch kurzfristige Beschäftigungen. Unter kurzfristigen Minijobs versteht man Beschäftigungen, die 

  • nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 
  • 70 Arbeitstage andauern. 
  • Die Höhe des Verdienstes spielt dabei keine Rolle.

Wie oft darf ich die 450-Euro-Grenze überschreiten?

Überschreiten Sie die 450-Euro-Grenze unvorhergesehen bis zu dreimal im Jahr, ist das kein Problem (seit dem 1. Januar 2015). Das kann schnell passieren, wenn Sie zum Beispiel Arbeit eines erkrankten Kollegen übernehmen müssen. Insgesamt dürfen Sie über das Jahr gerechnet jedoch nicht mehr als 5.400 Euro netto verdienen.

Wenn Sie allerdings regelmäßig zwischen 450,01 und 850 Euro verdienen, rutschen Sie in die sogenannte Gleitzone. Damit wird der Minijob zum Midijob. Für einen Midijob müssen Arbeitnehmer nicht die vollen Sozialversicherungsbeiträge entrichten, sind aber trotzdem vollständig in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgesichert.

Hier gelangen Sie zum Gleitzohnenrechne r der Deutschen Rentenversicherung.

Wie viele Minijobs darf ich haben? 

Sie dürfen so viele Minijobs haben, wie Sie wollen. Wichtig ist dabei nur, dass Sie insgesamt nicht mehr als 450 Euro verdienen. 

Auch interessant: Wie viel verdienen Lehrer in Deutschland? 

Wie viel verdiene ich bei einem Minijob pro Stunde? 

Der Stundenlohn bei einem Minijob kann je nach Tätigkeit sehr unterschiedlich sein. Auf jeden Fall gilt auch hier der Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde (seit dem 1. Januar 2017).

Welche Rechte habe ich als Minijobber?

Für Minijobber gelten dieselben Rechte wie für regulär beschäftigte Arbeitnehmer. Sie haben also einen Anspruch auf Urlaub sowie auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Auch der Kündigungsschutz ist selbstverständlich derselbe. 

Was muss ich beachten, wenn ich neben meinem regulären Job einen Minijob habe?

Ein Minijob neben dem Beruf ist grundsätzlich kein Problem. Jedoch darf der Hauptarbeitgeber den 450-Euro-Job untersagen, wenn er Ihre Arbeit beeinträchtigt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie bei der Konkurrenz arbeiten wollen oder die zusätzlichen Arbeitsstunden Ihre Leistungsfähigkeit massiv beeinflussen.

Außerdem muss Ihr Arbeitgeber darauf achten, dass Sie sich nicht zu viel zumuten. Die Wochenarbeitszeit von 48 Stunden darf nicht überschritten werden. Deshalb gilt die Regel: 

  • nicht mehr als acht Stunden am Tag an
  • sechs Tagen pro Woche.

Minijob: Muss ich Rentenversicherungsbeiträge zahlen? 

Wenn Sie auf 450-Euro-Basis arbeiten, werden automatisch 3,7 Prozent Ihres Gehalts in die Rentenkasse eingezahlt (Stand: 2017). Das entspricht etwa 16 Euro. Dafür erhalten Sie die vollen Ansprüche auf Leistungen der Rentenversicherung. 

Wenn Sie das Geld jedoch lieber sofort verwenden möchten, können Sie sich von Ihrer Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Dazu müssen Sie bei Ihrem Arbeitgeber einen Antrag stellen. Diese Freistellung gilt dann für die gesamte Dauer des Arbeitsverhältnisses - und für alle Minijobs, in denen Sie arbeiten.

Wo muss ich den Minijob in der Steuererklärung angeben? 

Da Minijobs von der Steuer befreit sind, müssen diese nicht in der Steuererklärung angegeben werden. 

Lesen Sie auch: Wie viel verdient man bei Lidl und Aldi?

Von Andrea Stettner

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